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Weingut Claus Preisinger
Das biodynamische Weingut am Neusiedler See im Überblick
- Eigentümer und Kellermeister: Claus Preisinger
- Rebsorten: Blaufränkisch, Zweigelt, St. Laurent, Grüner Veltliner, Weißburgunder
- Bewirtschaftung: biodynamisch seit 2006, Mitglied von respekt-BIODYN
- Mitgliedschaft: Pannobile seit 2004
- Bedeutende Rieden: Bühl, Goldberg, Edelgraben am Leithaberg
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Hawesko-Expertenstimme zum Weingut in Gols
Preisinger verbindet pannonische Wärme mit kühler Klarheit und minimalem Kellereingriff. Empfehlenswert für Entdecker, die Blaufränkisch, Zweigelt und Naturwein mit Trinkfluss, Herkunftsprägung und eigenständiger Handschrift jenseits gängiger Erwartungen schätzen.
Vom väterlichen Weingarten zur internationalen Naturwein-Adresse
Die Geschichte beginnt, als Claus Preisinger etwa drei Hektar Rebfläche aus dem Betrieb seines Vaters übernahm und damit in Gols, der größten Weinbaugemeinde Österreichs, seinen eigenen Weg einschlug. Prägend wirkte dabei der Nachbar Hans Nittnaus, der ihn früh an die Biodynamie und an die Idee eines möglichst naturbelassenen Weins heranführte.
Ab etwa 2001 stellte Preisinger seine Kellerarbeit auf Spontanvergärung mit weinbergseigenen Hefen um. Die folgenden Jahre brachten dicht aufeinanderfolgende Wegmarken: 2004 die Aufnahme in die angesehene Golser Winzervereinigung Pannobile, 2006 die konsequente Umstellung des gesamten Betriebs auf biodynamische Bewirtschaftung und 2009 die Fertigstellung eines flach in die Landschaft eingesenkten Kellergebäudes, das rasch als architektonisches Wahrzeichen wahrgenommen wurde.
Parallel wuchs die Rebfläche, und Preisinger, der das Weingut als Eigentümer und Kellermeister selbst verantwortet, entwickelte sich zu einer international beachteten Figur der österreichischen Naturweinszene.
Handarbeit, Biodynamie und ein Keller, der sich zurückhält
Der Arbeitsweise liegt der Gedanke zugrunde, den Wein so wenig wie möglich zu „machen“. In den Rieden bedeutet das Handarbeit und biodynamische Bewirtschaftung nach den Vorgaben von respekt-BIODYN, im Keller Spontanvergärung mit natürlichen Hefen, weitgehender Verzicht auf Schönung und Filtration sowie auf ein Minimum reduzierte Schwefelgaben.
Ausgebaut werden die Weine in großen Holzfässern, sogenannten Fudern, und zunehmend in Amphoren, bei deren Einsatz Preisinger in Österreich zu den Vorreitern zählt. Falstaff beschreibt diese Haltung als puristisch und konsequent: Es zählen allein Sorte, Boden, Gegend und Jahrgang, weshalb die Weine gelegentlich gegen den Strich gebürstet wirken und nicht immer dem entsprechen, was erwartet wird.
Dass sich diese Konsequenz nicht auf den Wein beschränkt, zeigt sich bis in Details des Betriebs hinein, von der Auswahl des Kaffees bis zu den Handseifen, die Preisinger nach denselben Maßstäben von Transparenz und Minimalismus auswählt.
Steppensee, Schotter und Kalk: das Terroir rund um Gols
Das Weingut liegt am flachen Nordostufer des Neusiedler Sees, dessen Wassermasse als Klimaregulator wirkt, Wärme speichert, Temperaturschwankungen abmildert und im Herbst jene Feuchtigkeit bereitstellt, die edelsüße Weine begünstigt.
Das pannonische Klima ist warm und trocken und macht den Seewinkel zur wärmsten Weinbauregion Österreichs, was besonders den Rotweinen zugute kommt. Die Landschaft selbst bleibt überwiegend flach bis leicht hügelig, an klaren Tagen reicht der Blick weit nach Ungarn.
Prägend für den Stil des Hauses ist die kleinteilige Struktur der Rebflächen: Rund um Gols dominieren sandiger Lehm, Schotter und Kalk, während am benachbarten Leithaberg Schiefer und Kalk kühlere, straffere Blaufränkisch hervorbringen. Diese Bodenvielfalt erlaubt es, aus jeder Parzelle einen eigenen Charakter herauszuarbeiten, von saftigen Trinkweinen bis zu tiefgründigen Riedenweinen.
Puszta Libre!, Kalkundkiesel und die großen Blaufränkisch von Claus Preisinger
Das Sortiment reicht vom unkomplizierten Einstieg bis zum konzentrierten Riedenwein.
Bekanntester Wein ist „Puszta Libre!“, ein leichter, saftiger Rotwein aus Zweigelt und St. Laurent, der bewusst frisch und trinkanimierend gehalten ist und als Anspielung auf die Trinkfreude des Beaujolais verstanden wird.
Die Linie „Kalkundkiesel“ erscheint in einer roten und einer weißen Version und verweist bereits im Namen auf die prägenden Böden, während „Kalkstein“ einen Blaufränkisch von kalkgeprägten Lagen bezeichnet.
Unter den Rieden ragt der Bühl heraus, ein steiler, früh reifender Südwesthang am Ostufer. Hinzu kommen der Goldberg rund um Gols und der Edelgraben am Leithaberg, aus dem einer der seltenen, besonders tiefgründigen Blaufränkisch stammt.
Ergänzt wird das Angebot durch maischevergorene Weißweine, etwa Weißburgunder und Grünen Veltliner der Serie ErDELuftGRAsundreBEN, sowie durch Pét-Nats und wechselnde experimentelle Kleinmengen.