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Bouvet Ladubay

Bouvet Ladubay - Die Könige der Crémants

Als Étienne Bouvet im Jahre 1851 Celestine Ladubay heiratete, erwarb er wenig später ein Anwesen mit einem acht Kilometer langen Keller, der in den typischen Tuffstein der Gegend gehauen worden war. Dieser bildete die Grundlage des Maison Bouvet-Ladubay, das sich schnell zu einem der berühmtesten Erzeuger französischen Schaumweins entwickeln sollte. Bouvet-Ladubay ist inzwischen der führende Erzeuger von Spitzen-Schaumweinen an der Loire. 6,2 Millionen Flaschen Brut de Loire werden in alle Welt exportiert. Besonders begehrt aber sind sie bis heute im Heimatland und bei uns, in Deutschland. 

Der Schaumwein der Belle Époque

Wie erfolgreich Étienne Bouvets Geschäftsidee Mitte des 19. Jahrhunderts war, kann man an den Zahlen ablesen. Seine Loire-Schaumweine erreichten schon fünf Jahrzehnte nach Gründung des Hauses 5 Millionen Flaschen . Diese Zahl wurde erst 2013 wieder erreicht. Die Gesellschaft der Belle Époque war ganz verrückt nach den Schaumweinen aus Saumur, und Étienne war ein guter Geschäftsmann, der es verstand, für jedes Restaurant und jeden Wiederverkäufer eigene Marken und Etiketten zu entwickeln. Als er 1908 starb, hinterließ er ein Schloss, das der wichtigste Baumeister von Saumur für ihn gebaut hatte, gleichsam einen Crémant-Palast, aber ebenfalls auch moderne Arbeitersiedlungen für seine 90 Angestellten, ferner eine Schule und eine Krankenstation, ein Theater, einen Hafen und sogar ein Elektrizitätswerk. 

Das Rosé farbende Gold von Bouvet Ladubay

Leicht vollfruchtig und exakt das, was man sich unter einem wunderbaren Schaumwein vorstellt. Weine die sich nicht nur zum Lagern oder ansehen eignen. Die wunderbare Komposition an Aromen und der leicht schimmernde Lachsfarbende Rosé ton machen diese Schaumweine von Bouvet Ladubay zu einem einzigartigen Erlebniss. Als Aperitif und zum Anstoßen bei besonderen Gelegenheiten ist dies genau der Richtige!

Bouvet-Ladubays zwischenzeitlicher Niedergang und Besitzerwechsel

Étienne starb auf dem Gipfel des Ruhms von Bouvet-Ladubay. Denn mit dem Ersten Weltkrieg endete nicht nur die Belle Époque, sondern auch der Höhenflug des Hauses. Die Auslandsmärkte brachen ein, und auch in Frankreich passten die Stimmung, die Leiden des Krieges und dessen Auswirkungen nicht zum luxuriösen Schaumwein-Konsum. Mit der beginnenden Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929 wurde das einstige Imperium auf einer Auktion zerstückelt und verkauft. Übernommen wurde ein Großteil von Justin-Marcel Monmousseau. Der war Winzer in der Touraine und erwarb das Haus vor allem deshalb, weil er es einem direkten Konkurrenten wegschnappen wollte. Justin-Marcels Sohn Jean brachte das Haus ab 1946 wieder auf einen stabilen Pfad und weitete die Produktion aus. 

Vom Kistenstapler zum erfolgreichen Unternehmer

Der eigentliche Erfolg jedoch kam mit Patrice. Der war in den 1950er Jahren durch die harte Schule katholischer Internate gegangen, bis er aus diesem Umfeld floh, um zunächst Autoschlosser zu werden. Er bat seinen Vater einige Jahre später, in den Betrieb einsteigen zu dürfen. Die Erlaubnis erhielt er – allerdings unter der Bedingung, ganz unten anzufangen. So durfte er als Lehrling fegen, Kisten stapeln und Maschinen reinigen, bis er die ersten Flaschen verkaufen und später die Assemblage, also die Cuvée der einzelnen Weine, mitbestimmen durfte. 1974 wurde das Haus an den Champagne-Produzenten Taittinger verkauft. Die Taittingers waren beim diesem Verkauf so beeindruckt vom Geschick des jungen Patrice Monmousseau, dass sie ihm die Firmenleitung übertrugen. Eine gute Entscheidung, denn bis zum erneuten großen Bruch hatte Patrice die Firma Bouvet-Ladubay zu einer Top-Marke gemacht und die Flaschenzahl verzehnfacht. Dann aber zerstritt man sich bei Taittinger, und das Champagne-Haus samt Hotelgruppe und Crémant-Hersteller wurde an eine Kapitalgesellschaft verkauft. Diese wiederum konnte mit Schaumwein nichts anfangen, und Patrice sah die Möglichkeit, einen zusätzlichen Investor zu finden. Dieser hieß Vijay Mallya und war ein indischer Unternehmer. 

Familiär zurück in die Zukunft

Genau zehn Jahre währte das Engagement des Inders. In dieser Zeit haben Mallya und Monmousseau eine komplett neue Kellerei erbauen lassen und die Crémant-Produktion auf ein neues Level gehoben. 2015 bot sich dann der Familie Monmousseau, wo Tochter Juliette längst in die Firmenleitung mit eigestiegen war, die Möglichkeit, das Unternehmen zurückzukaufen. Nun befindet es sich wieder vollständig dort, wo es hingehört – im Familienbesitz. Wie umtriebig Patrice bis heute ist, zeigt sich, wenn man sich in Saumur umschaut. Monmousseau hat das vom Firmengründer gebaute Theater restaurieren lassen, in dem regelmäßig Aufführungen stattfinden. Das von ihm gegründete Museum für zeitgenössische Kunst ist weit über die Loire hinaus bekannt. Noch bekannter ist das von ihm ins Leben gerufene jährlich stattfindende Literaturfestival, zu dem Tausende von Besuchern nach Saumur kommen. Die Crémants aus den typischen Sorten der Loire, dem Chenin, aus kleinen Mengen an Chardonnay und Cabernet franc für die Rosés sind nicht nur Teil der Alltagskultur an der Loire, sondern auch bei uns ein fester Bestandteil im Schaumwein-Sortiment.