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Emrich Schönleber
Das VDP.Weingut an der Nahe im Überblick
- Sitz: Monzingen, Anbaugebiet Nahe
- Inhaber und Kellermeister: Frank Schönleber; Außenbetrieb: Werner Schönleber
- VDP-Mitglied seit 1994
- Rebfläche: rund 22,3 Hektar, etwa 140.000 Flaschen pro Jahr
- Rebsorten: rund 90 % Riesling, 6 % Weißburgunder, 4 % Grauburgunder
- VDP.GROSSE LAGE®: HALENBERG (5,6 ha), FRÜHLINGSPLÄTZCHEN (5,9 ha), AUF DER LEY (1,2 ha)
- VDP.ERSTE LAGE®: Monzinger Niederberg (5,2 ha)
- Geologie: Schiefer, Quarzit, Kiesel (Waderner Schichten)
- Zertifizierung: Fair Choice
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Hawesko-Expertenstimme zum Weingut Emrich-Schönleber
Wer deutschen Riesling in seiner präzisesten Form sucht, findet bei Emrich-Schönleber Steillagenweine von salziger Mineralität und langer Reifefähigkeit – empfehlenswert für Kenner klarer Herkunftsprofile und für Sammler großer Gewächse.
Von den Emrichs zu Frank Schönleber: die Geschichte eines Nahe-Weinguts
Testamente der Familie Emrich verweisen bereits Mitte des 18. Jahrhunderts auf Weinbau in der Familie, und schon 1815 notierte Johann Wolfgang von Goethe anlässlich des Binger Rochusfests das Lob eines „Monzinger“, während Johann Philipp Bronner 1834 festhielt, gerade der magere Zustand des Monzinger Berges begründe den Ruf des Weines, der „mit zu den besten Weinen an der Nahe gehöret“.
Noch in den 1960er-Jahren wurde das Gut als Mischbetrieb mit Landwirtschaft und Viehhaltung geführt, um Missernten abzufedern. Zwischen 1965 und 1985 strukturierten der gebürtige Schwabe Wilhelm Schönleber und später sein Sohn Werner den Betrieb zum reinen Weingut um und vergrößerten die Rebfläche von rund zwei auf zehn Hektar.
1994 folgte die Aufnahme in den VDP bei damals etwa zwölf Hektar und 55 Prozent Riesling. Frank Schönleber, nach dem Abitur durch Praktika bei Toni Jost am Mittelrhein und bei Franz Künstler geprägt und in Geisenheim zum Weinbauingenieur ausgebildet, führte das Gut von 2005 bis 2017 gemeinsam mit seinem Vater und übernahm 2018 die alleinige Verantwortung.
Handarbeit, Rekultivierung und ein Boden im Gleichgewicht
Die Arbeitsweise des Hauses folgt dem Grundsatz, dass der Mensch Teil des Terroirs ist: Boden und Rebe sollen nicht nur gesund sein, sondern in Balance stehen, sodass der Ertrag mit dem Wasser- und Nährstoffangebot des Bodens harmoniert.
Bei den zahlreichen Handarbeiten wird jede Rebe einzeln beurteilt, der Ertrag reguliert und die Laubwand konsequent durchlüftet, was gesunde Trauben und eine späte Lese bei idealer Reife ermöglicht.
Dem Boden wird wenig entzogen, da die gesamte organische Masse zurückgeführt wird; gedüngt wird bei Bedarf mit selbst hergestelltem Kompost. Seit über dreißig Jahren rekultiviert die Familie zudem verbuschte Steilparzellen in FRÜHLINGSPLÄTZCHEN, HALENBERG und AUF DER LEY.
Die 2006 erworbene, 0,64 Hektar große Steilstfläche im Halenberg wurde gemulcht, mit einem seilwindengezogenen Einschar-Sitzpflug 50 bis 60 Zentimeter tief rigolt und in knapp zwei Wochen von fünf Personen mit 650 Stickeln und 3.600 Reben von Hand bepflanzt. Gegen Wildverbiss dient ein organischer Blattdünger als natürliches Vergrämungsmittel, Stroheinsaat im September bremst Erosion. Das Weingut ist nach Fair Choice zertifiziert.
Schiefer, Soonwald und Thermik: das Terroir von Monzingen
Monzingen liegt am westlichen Rand der Nahe, die Rebflächen erstrecken sich auf 160 bis 250 Metern über Normalnull. Wenige Kilometer nördlich beginnt der Soonwald, dessen Nähe für ein vergleichsweise kühles Weinbauklima sorgt und nachts als natürliche Kältequelle wirkt – weil die besten Lagenteile den Kaltluftströmen nicht direkt ausgesetzt sind, verläuft die Abkühlung langsam, was der Aromaentwicklung zugutekommt.
Tagsüber profitieren die Süd- bis Südwesthänge mit bis zu 70 Prozent Steigung von über 2.100 Sonnenstunden im Jahr und einer ausgeprägten Thermik, die warme Luft aus dem Tal aufsteigen lässt.
Die Reben wurzeln in Gesteinsböden der Waderner Schichten, stark vom Schiefer geprägt und je nach Parzelle von Quarzit, Kiesel oder rotem Lehm des Rotliegenden durchsetzt. Auf diesen mageren, steinigen Böden bleiben die Beeren deutlich kleiner als üblich und gewinnen an Aromendichte – jene Kargheit also, die Bronner bereits 1834 als Ursache des Monzinger Rufs benannte.
Die wichtigsten Weine von Emrich-Schönleber
Seit 1997 werden Lagenbezeichnungen ausschließlich für Rieslinge aus den besten Parzellen verwendet, die bereits in der preußischen Steuerkartierung von 1901 als besonders wertvoll ausgewiesen waren und heute als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert sind.
Der ausschließlich mit Riesling bestockte HALENBERG, zu über 60 Prozent im Besitz des Weinguts, bringt auf blauem Schiefer und Quarzit fein strukturierte, salzig-mineralische Weine mit Anklängen an reife Grapefruit hervor, die mit Reife eine würzig-kräutrige Aromatik entwickeln.
Das FRÜHLINGSPLÄTZCHEN auf rotem Schiefer, Kiesel und rotem Lehm zeigt eine verspieltere Frucht nach Pfirsich und reifem Apfel.
AUF DER LEY, die kleine Katasterlage oberhalb des Halenbergs, liefert die puristischsten Weine des Kellers, von denen stets nur ein einziges Fass entsteht.
Hinzu kommen der Monzinger Niederberg als VDP.ERSTE LAGE®, der trockene Riesling „Mineral" als Visitenkarte des Hauses, fruchtsüße Spätlesen und Auslesen sowie VDP.SEKT.PRESTIGE.