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Weingut Tement

Das Familienweingut Tement in Ehrenhausen prägt seit Jahrzehnten den Sauvignon Blanc der Südsteiermark. Manfred Tement und seine Söhne Armin und Stefan bewirtschaften Korallenkalk-Steillagen rund um die Große STK-Lage Ried Zieregg biodynamisch, seit 2022 nach Demeter. Herkunft wird kleinteilig, bis auf die einzelne Parzelle, in die Flasche gebracht.

 

Weingut Tement

Das Weingut in Ehrenhausen im Überblick

  • Standort: Zieregg 13, 8461 Ehrenhausen, Südsteiermark (Österreich)
  • Familienbetrieb, gegründet aus dem Weingarten Ried Grassnitzberg, in den 1950er-Jahren von Josef Tement bepflanzt
  • Leitung: Manfred Tement mit den Söhnen Armin und Stefan Tement
  • Leitsorte: Sauvignon Blanc; ergänzend Morillon, Weißburgunder, Welschriesling, Gelber Muskateller, Gewürztraminer sowie Blaufränkisch und Zweigelt
  • Bedeutende Rieden: Zieregg (mit Kår, Kapelle, Steilriegel), Grassnitzberg Riff, Wielitschberg, Sernau König, Rossberg K, Fürst, Hochkittenberg, Ottenberg, Sulz
  • Böden: Korallenkalk eines 16 Millionen Jahre alten Riffs, blauer Mergel, Opok, Schiefer, Drau-Schotter
  • Zertifizierung: biologisch (AT-Bio-402), Demeter-Mitglied seit 2022, respekt-BIODYN
  • Mitgliedschaften: STK – Steirische Terroir- und Klassikweingüter; Klassifizierung nach Südsteiermark DAC
  • Zweitbetrieb: Domaine Ciringa auf slowenischer Seite der Ried Zieregg


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Hawesko-Expertenstimme zum Weingut in der Steiermark

Kaum ein Betrieb zeigt Sauvignon Blanc so lagerfähig und lagenscharf wie Tement. Empfehlenswert für Kenner, die Kalkmineralität, Parzellenpräzision und Reifepotenzial über zwei Jahrzehnte in Weißwein suchen.

 

Von drei Hektar zum Familienweingut Tement: Josef, Manfred, Armin und Stefan

Am Anfang stand ein Weingarten am Grassnitzberg, den Josef Tement in den 1950er-Jahren bepflanzte und der seither in Familienbesitz geblieben ist. Als der Vater unerwartet starb, übernahm Manfred Tement den kleinen Betrieb mit drei Hektar rechts und links des Hauses deutlich früher als geplant – nach eigener Darstellung mit dem guten Ruf des Vaters als einzigem Startkapital.

Seine Ausbildung hatte er in Klosterneuburg absolviert, wohin ihn der Vater als Absicherung geschickt hatte; die Sorge, es nicht zu schaffen, beschreibt er im Rückblick als stärksten Antrieb. Prägend war die Entscheidung, ausschließlich Trauben in Speisequalität zu verarbeiten, was in einer Zeit, in der Wein in Literflaschen verkauft wurde, keineswegs selbstverständlich war.

Die eigene Buschenschank und Fürsprecher aus der Spitzengastronomie – Manfred Tement nennt Willi Haider in Graz und Heinz Reitbauer sen. in Wien – machten die Weine zunächst national, später international sichtbar.

Heute führen seine Söhne Armin und Stefan den Betrieb gemeinsam mit ihm, wobei der Vater ausdrücklich Raum für eigene Wege lässt und nur eingreift, wenn er Schaden für Familie oder Betrieb befürchtet.

 

Biodynamische Arbeitsweise und Kreislaufdenken im Weingarten

Vor mehr als 15 Jahren begann das Weingut die Umstellung auf biologische Landwirtschaft; heute wird biodynamisch gearbeitet, seit 2022 im Demeter Verband und als Mitglied der respekt-BIODYN Gruppe.

Die vollständige Umstellung ging auf Armin und Stefan zurück, während Manfred Tement einen schrittweisen Weg bevorzugt hätte – vorbereitet wurde der Schritt über viele Jahre, um im Weingarten sattelfest zu sein.

Leitziel ist es, die kargen, kalkgeprägten Böden in Balance zu halten. Der Betrieb versteht sich als moderne Kreislaufwirtschaft, in der Wein Teil eines größeren Gefüges ist: Partnerschaften mit Pferde- und Rinderbauern liefern organische Substanz, der eigene Wald dient der Energiegewinnung, hinzu kommt die Nutzung erneuerbarer Energie.

Die Klassifizierung nach Südsteiermark DAC verpflichtet zusätzlich zur Handlese und zu ortsgebundenen Rebsorten. Im Keller folgt die Arbeit demselben kleinteiligen Prinzip: Lesetermine werden parzellenweise festgelegt, die Moste spontan vergoren und in lagenspezifischen Fässern behutsam ausgebaut, sodass Sorte und Herkunft getrennt nachvollziehbar bleiben. Flächen, die sich klimatisch nicht mehr sinnvoll bewirtschaften lassen, werden bewusst aufgegeben.

 

Korallenkalk, Opok und Schiefer: das Terroir rund um Ehrenhausen

Das Weingut liegt auf einem Höhenrücken über Ehrenhausen, unmittelbar an der Grenze zu Slowenien, wo karge Böden, freiliegender Fels und Hangneigungen von teils 33 bis 45 Prozent den Weinbau bestimmen. Geologisch prägend ist ein rund 16 Millionen Jahre altes Korallenriff: Unter lockerer Braunerde steht Korallenkalk, der in der Ried Zieregg von steinigen, kargen Partien über blauen Mergel bis zu schwerem Ton auf dem Hochplateau bei der Karmeliterkapelle reicht.

Die besten Rieden liegen hoch – Sernau König und Fürst auf rund 500 Metern, Hochkittenberg auf etwa 450, Wielitschberg auf 410 Metern – und sind nach Süd-Ost bis Süd-West ausgerichtet, häufig von Wald umrandet. Damit verbinden sich lange Reifephasen mit kühlenden Winden von der Koralpe und ausgeprägten Tag-Nacht-Unterschieden.

 Neben dem Kalk spielen weitere Formationen eine Rolle: fruchtbarer Opok am Rossberg K, rote Sand- und Schotterböden am Fürst, mächtige, einst von der Drau angeschwemmte Schotter in Sernau König sowie steile Schieferterrassen am Hochkittenberg zwischen Leibnitz und Kitzeck-Sausal.

 

Ried Zieregg und die bekanntesten Weine von Tement

Im Zentrum steht die Sauvignon Blanc-Rebe, die Manfred Tement früh als die für die Region Steiermark beste Rebsorte erkannte und rückblickend am liebsten zur einzigen gemacht hätte. Die Große STK-Lage Ried Zieregg wird heute kleinteilig interpretiert: neben dem historischen Südhang der Ried Zieregg entstehen Zieregg Kår aus kühler West-Südlage auf blauem Mergel, Zieregg Kapelle vom tonreichen Hochplateau mit Noten von dunkler Würze und Feuerstein sowie Zieregg Steilriegel, der älteste Teil im Familienbesitz.

 Für besonders lange gereifte Partien steht die Abfüllung Ried Zieregg XT – „Extra Time, Extra Terroir, Extra Tement“ –, deren Jahrgang 2018 nach über 78 Monaten Fassreife gefüllt wurde.

Aus den Alten Reben der Ersten STK-Lage Grassnitzberg Riff, dem ersten Weingarten der Familie, stammt ein im neutralen Holzfass ausgebauter Sauvignon Blanc, dem das Weingut ein Lagerpotenzial von 20 Jahren und mehr zuschreibt.

Der Gebietswein Kalk & Kreide vertritt den Südsteiermark DAC, Ried Wielitschberg ist dem Traminer vorbehalten, Ried Fürst gilt als Muskateller-Terroir, und die Domaine Ciringa führt den Zieregg-Stil auf slowenischem Boden fort.