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Weingut Künstler
Das Rheingauer VDP-Weingut im Überblick
- Gründung des heutigen Betriebs: 1965 in Hochheim am Main, Familientradition seit 1648
- Inhaber: Gunter Künstler, Betriebsleiter und Kellermeister: Rolf Schregel
- Region: Rheingau, Schwerpunkte Hochheim, Kostheim, Erbach, Hattenheim, Rüdesheim, Assmannshausen
- Rebfläche: rund 65 Hektar, Jahresproduktion etwa 350.000 Flaschen, 20 Mitarbeitende
- Rebsorten: 79 % Riesling, 14,8 % Spätburgunder, dazu Chardonnay, Sauvignon Blanc, Grüner Veltliner, Alvarinho, Merlot
- Zehn VDP.GROSSE LAGEN, unter anderem Hochheimer Hölle, Reichestal, Kirchenstück, Domdechaney, Kostheimer Weiss Erd, Erbacher Marcobrunn, Hattenheimer Pfaffenberg, Rüdesheimer Berg Rottland und Berg Schlossberg, Assmannshäuser Höllenberg
- Geologie: Tonmergel und Lösslehm in Hochheim, Schiefer und Quarzit im westlichen Rheingau
- VDP-Mitglied seit 1994, Zertifizierung Fair Choice, Sekterzeugung nach VDP.SEKT.STATUT
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- Weinversandhandel seit 1964.
- "Sehr gut" bewertet von unseren Kunden bei Trusted Shops.
- Jeder Wein, der die Erwartungen nicht erfüllt, wird kostenlos wieder abgeholt.
- Weinkauf ohne Risiko: Zahlung nach Erhalt der Rechnung ist möglich.
Hawesko-Expertenstimme zum Weingut in Hochheim
Wer Riesling mit Substanz, Säurenerv und Reifepotenzial sucht, findet in Hochheim eine seltene Kombination aus schwerem Tonmergel und Großen Lagen. Empfehlenswert für Sammler klassischer Rheingauer Weine und Spätburgunder-Kenner.
Franz und Gunter Künstler: Neuanfang 1965 und der Aufbau in Hochheim
Die Geschichte des Hauses beginnt lange vor der heutigen Adresse, denn als Familienbetrieb lässt sich Künstler bis 1648 zurückverfolgen. Nach Enteignung und Ausweisung aus der seit dem 12. Jahrhundert angestammten Heimat gründete Franz Künstler das Weingut 1965 in Hochheim am Main neu und erarbeitete sich mit einer strikten Qualitätsauffassung schnell Anerkennung bei Verkostungen und Prämierungen.
Sein Sohn Gunter musste bereits mit 19 Jahren, nach einem Unfall des Vaters, den Jahrgang 1982 eigenverantwortlich auf die Flasche bringen; 1988 schloss er in Geisenheim das Studium Weinbau und Oenologie ab und übernahm den Keller, 1992 schließlich den gesamten Betrieb, den er seit damals mit seiner Frau Monika leitet.
Als Mentoren nennt er neben seinem Vater Wilhelm Haag und Helmut Dönnhoff. Zwei Erwerbungen prägten die Entwicklung: 1996 der Kauf des früheren Aschrott'schen Weinguts mit seinen begehrten Hochheimer Lagen und 2006 der Umzug in die Gebäude der ehemaligen Sektkellerei Burgeff von 1837. Weinberge in Rüdesheim, Assmannshausen sowie 2021 der Erbacher Marcobrunn und die Monopollage Pfaffenberg erweiterten das Lagenportfolio.
Zurück in die Zukunft: Handwerk im Keller und Bodenpflege im Weinberg
Gunter Künstler beschreibt die Arbeitsweise des Hauses als „Total Quality Management“ und formuliert das Ziel kräftiger, dabei eleganter und langlebiger Rieslinge.
Im Keller verbindet das Team moderne Technik mit älteren Verfahren: Korbkeltern und Bâtonnage gehören zum Repertoire, auf Schönungen wird verzichtet, und der historische Holzfasskeller bleibt ein zentraler Ort des Ausbaus. Weil sich die im Weinberg gewachsene Qualität später nur erhalten, nicht mehr steigern lässt, liegt das Gewicht auf der Arbeit an den Reben: Begrünung der Gassen, mechanische Bodenbearbeitung, vollständiger Verzicht auf Herbizide und ein zurückhaltender Pflanzenschutz sollen die Böden lebendig halten.
Regenwürmer gelten dem Betrieb als Indikator für funktionierende Humusbildung, und die Weinberge sind Lebensraum für Hasen, Rehe und Störche. In den Großen Lagen wird ausschließlich von Hand gelesen, bei den Rotweinen kommen grüne Lese und selektive Vorlese hinzu, bei den Weißweinen steht vollreifes, gesundes Lesegut im Mittelpunkt. Die Fair-Choice-Zertifizierung dokumentiert diesen Anspruch nach außen.
Tonmergel, Lösslehm und Schiefer: das Terroir im östlichen Rheingau
Hochheim am Main markiert den östlichen Abschluss des Rheingaus, und die Böden dort unterscheiden sich deutlich von den Schieferhängen am Rhein. Herzstück ist die 48,7 Hektar große Südlage Hölle, von der Künstler 9,6 Hektar bewirtschaftet und deren Name sich vom mittelhochdeutschen „Halde“ für steilen Berg ableitet; bis 1273 gehörte sie dem Kölner Domkapitel, das Hochheim dann an das Erzbistum Mainz verkaufte.
Die Rebhänge fallen mit rund 15 Prozent Neigung zum Main hin ab. Den Untergrund bildet ockerfarbener Cyrenenmergel, ein vor 18 bis 33 Millionen Jahren im aussüßenden Tertiärmeer abgelagertes Sediment aus feinsten Tonpartikeln und reichlich Kalk, das Sickerwasser staut und von den Wurzeln nur schwer durchdrungen wird.
Eiszeitlicher Flugstaub überdeckt den Tonmergel als lockerer Lösslehm und wirkt ausgleichend. Darüber liegt ein durch Humus und Kompost dunkel gefärbter Oberboden. In Rüdesheim und Assmannshausen prägen dagegen Schiefer und Quarzit die Weine und bilden, wie das Weingut es formuliert, das mineralische Pendant zu den Hochheimer Gewächsen.
Die wichtigsten Weine vom Weingut Künstler
Im Zentrum des Sortiments stehen die Großen Gewächse, allen voran der HÖLLE Riesling GG aus Hochheim, den Gunter Künstler selbst als jenen Wein bezeichnet, mit dem er über Jahre besonders zufrieden ist.
Ergänzt wird er durch Rieslinge aus dem Reichestal, dem Kostheimer Weiss Erd, dem 2021 übernommenen Erbacher Marcobrunn sowie aus den Rüdesheimer Lagen Berg Rottland und Berg Schlossberg, deren Schieferprägung eine eigene Stilistik hervorbringt.
Beim Spätburgunder liefern das Hochheimer Reichestal und der Assmannshäuser Höllenberg die Spitzenweine, während der Ortswein Assmannshäuser Spätburgunder „Rotschiefer“ den Zugang zur Rheingauer Rotweininsel öffnet.
Als Einstieg in die Handschrift des Hauses empfiehlt Gunter Künstler den Herrnberg Riesling trocken aus der VDP.ERSTE LAGE®.
Hinzu kommen Weine aus Chardonnay und Sauvignon Blanc, die bereits in den 1990er-Jahren gepflanzt wurden, jüngere Anlagen mit Grünem Veltliner, Alvarinho und Merlot sowie edelsüße Raritäten wie die Hochheimer Hölle Trockenbeerenauslese und Sekte nach dem VDP.SEKT.STATUT.