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Marqués de Riscal

Riojas Parade-Weingut

Seit mehr als 150 Jahren prägt das Weingut Marqués de Riscal die Rioja Alavesa. Es ist eines der ältesten Weingüter dieser berühmten spanischen Appellation und laut Weinkritiker Hugh Johnson auch das beste. Gegründet wurde es von Don Camillo Hurtado de Amezega, der das Weinhandwerk 15 Jahre lang in Bordeaux erlernt hatte. Er brachte den modernen Weinbau von dort aus in die Rioja. Seitdem steht Riscal für Tradition und Moderne. Und nichts könnte dies besser präsentieren als das ultramoderne, dekonstruktivistisch gestaltete Weingut des Stararchitekten Frank O. Gehry, das inmitten dieser alten Kulturlandschaft liegt. Dort entsteht der vielleicht bekannteste Wein der gesamten Rioja: die Marqués de Riscal Rioja Reserva.

Marqués de Riscal

»Der Stil der Bodegas Marqués de Riscal«

Die jüngste Auszeichnung des ikonischen Rioja-Weinguts Marqués de Riscal liegt nur ein paar Jahre zurück. Es war 2013, als der Wine Enthusiast Marqués de Riscal zum besten europäischen Weingut gekürt hat. Diese Honorierung steht in einer langen, fast endlos wirkenden Reihe, die schon kurz nach der Gründung des Weinguts im Jahr 1858 begann. 1895 erhielt das Weingut die vielleicht wichtigste Ehrung in seiner Geschichte, wurde Riscal doch das Diplôme d’honneur à l’exposition de Bordeaux zuteil. Will man es mit heutigen Maßstäben vergleichen, dann wäre die Ehrung vielleicht so bedeutsam wie eine 100-Punkte-Wertung bei Robert Parker; denn Marqués de Riscal war der erste nicht französische Wein, der dort ausgezeichnet wurde. Das sicherte dem Weingut nicht nur Ruhm und Ehre in der Heimat, sondern ließ sich auch international blendend vermarkten. Was heute völlig normal erscheint, war damals höchst ungewöhnlich. Denn Don Camillo Hurtado de Amezega hatte ja in Bordeaux gelernt und viele der Techniken sowie auch die Fasslagerung so in die Rioja übernommen, wie er sie im Bordelais kennengelernt hatte. So hatte er eine Verbindung geschaffen von moderner Weinbereitung, wie man sie an der Garonne kannte, zu den Voraussetzungen, die er am Ebro vorfand. Die Bordelaiser betrachteten ihn schon halb als den Ihren. Die Winzer der Rioja taten sich jedoch zunächst schwer mit der neuen Stilistik, doch folgten sie dem visionären Geist des Don Camillo. Das Visionäre ist immer Teil des Selbstverständnisses dieses Weinguts geblieben. So hat Marqués de Riscal zu einem Zeitpunkt in das kastilische Anbaugebiet Rueda investiert, als niemand anders auf diese Idee kam. Damals entstanden in Rueda aus der Verdejo-Traube noch schwere, oxidative Weine, die völlig außer Mode waren. Doch bei Marqués de Riscal hatte man die Möglichkeiten der Kältetechnik für die Weißweinbereitung erkannt, kühlte den frisch geernteten Verdejo in neuartigen Edelstahltanks und vinifizierte einen völlig neuen, saftig fruchtigen Weißweinstil, wie man ihn heute überall mit Rueda verbindet. Im Laufe der Zeit sind die Weingüter zu einer Größe von 1.000 Hektar und weiteren 1.500 Hektar kontrollierter Weinberge gewachsen. Trotz dieser Größe hat sich an der herausragenden Qualität der Weine nie etwas geändert, im Gegenteil. In Elciego, wo das Weingut seinen Ursprung hat, sind in den letzten Jahren immer mehr Top-Weine entstanden. Das kleine Elciego ist heute Marqués de Riscals Ciudad del vino, die Stadt des Weins. Und über allem thront eines des berühmtesten modernen Gebäude Spaniens. Entworfen vom amerikanischen Stararchitekten Frank O. Gehry, schimmert das in das Weingut integrierte Hotel Marqués de Riscal in Glanz der Sonne. Es ist ein spektakulärer Entwurf und ein Anziehungspunkt für viele tausend Besucher aus aller Welt. 

Die Rioja Reserva – der Vorzeigewein von Marqués de Riscal

Grundlage des Erfolgs der Bodegas ist ein Wein, der geradezu zum Synonym für die gesamte Rioja geworden ist. Es ist die Marqués de Riscal Rioja Reserva. Sie ist seit rund 150 Jahren der wichtigste Wein des Weinguts und sicher der bekannteste Rioja weltweit. Die Trauben stammen aus mindestens siebzig Jahre alten Weinbergen der Rioja Alavesa, der goldenen Meile mit einigen der wichtigsten Weingüter Spaniens. Die Rioja Alavesa liegt in der baskischen Provinz Álava rund um die Kleinstadt Laguardia. Geprägt wird die Region durch die Gebirgszüge der Sierra Cantabria und der Sierra de Toloño sowie den Ebro, der zugleich die Grenze bildet. Tempranillo, Graciano und Mazuelo stehen hier auf tonigem Kalkboden, einer hervorragenden Grundlage für die Erzeugung von Spitzenweinen. Die Reserva wird über zwei Jahre in amerikanischer Eiche und ein weiteres Jahr auf der Flasche ausgebaut. Sind die Jahre feuchter, verwendet man bei Riscal ein wenig Cabernet Sauvignon in der Cuvée. Und das ist nur dem Pionier des Rioja erlaubt. Die Rioja Reserva ist ein Inbegriff für den frischen, feinen und eleganten Stil der Rioja-Alavesa-Weine, aus dem sich eine wunderbare Balance von Komplexität und Trinkfreude ergibt. Dass in den besten Jahren auch eine Gran Reserva erzeugt wird, versteht sich fast von selbst. Hier werden noch ältere Tempranillo-, Graciano- und Mazueloreben genutzt. Der Wein wird ebenfalls ausschließlich in amerikanischer Eiche ausgebaut. Nach rund drei Jahren Ausbau in den Barriques reift die Gran Reserva für weitere drei Jahre auf der Flasche. Mit dem Baron de Chirel ist man bei Marqués de Riscal 1986 noch einen Schritt weiter gegangen. Für diesen Wein, der ebenfalls nur in den besten Jahren erzeugt wird, stehen 80 bis 110 Jahre alte Rebanlagen zur Verfügung, in denen nur wenig, dafür aber ein intensiver und hochkomplexer Saft entsteht. Der Baron de Chirel wird über 20 Monate im Holz ausgebaut. Im Gegensatz zu Reserva und Gran Reserva, die in großen amerikanischen Fudern ausgebaut werden – also klassisch –, wird dieser Wein in französischen Barriques gereift und gehört damit stilistisch zu den modernen Rioja-Weinen.

»La Catedral – das Herzstück des Weinguts«

Im ältesten, La Catedral genannten, 1860 entstandenen Keller von Riscal liegt der bestgehütete Schatz der Bodegas. Dort lagern Weine aller Jahrgänge des Weinguts seit dem ersten im Jahre 1862. »Spricht man über La Catedral, spricht man über die lebendige Geschichte der Vinos de los Herederos del Marqués de Riscal und die der Rioja.« Dass diese Geschichte Flasche für Flasche mit Leben erfüllt ist, konnte man 2011 bei einer historischen Auktion in Beijing bewundern, wo Weine von 1862 bis 2005 versteigert wurden. Das zeigt das enorme Lagerpotenzial der Rioja-Weine.


Im Gegensatz zu vielen anderen traditionellen Weingütern entstehen bei Marqués de Riscal in der Rioja ausschließlich Rotweine. Für die Weißweine hat man Anfang der 1970er Jahre Lagen in Rueda erworben. Die Rotweine werden im Wesentlichen aus den klassischen Rioja-Rebsorten Tempranillo, Graciano und Mazuelo vinifiziert. Hier und da kommt es vor, dass in bestimmten Jahren kleine Anteile Cabernet Sauvignon die Cuvée ergänzen. Der Cabernet ist auf der Bodega genauso seit 1858 zu Hause wie die heimischen Sorten. Dabei reicht die Bandbreite von der Crianza über die Reserva bis hin zur Gran Reserva. Es sind die drei klassischen Qualitätsstufen, die sich vor allem auf die Länge der Lagerzeit beziehen. Eine Crianza muss mindestens ein Jahr im Fass und ein Jahr in der Flasche reifen, eine Reserva mindestens zwei Jahre in der Flasche, nachdem sie ein Jahr im Fass verbracht hat, und eine Gran Reserva dann mindestens zwei Jahre im Fass und drei Jahre in der Flasche. Neben diesen klassischen Weinen gibt es bei Marqués de Riscal einige modern ausgebaute Weine wie den Finca Torrea oder den Barón de Chirel, bei denen die Qualitätsbezeichnungen keine Rolle spielen. 

Trendfarbe Weiß

Marqués de Riscal gehörte zu den ersten großen Bodegas, die schon Anfang der 1970er Jahre auf Weißwein gesetzt haben. Dass in Spanien überhaupt Weißwein produziert wird, war damals kaum bekannt. Riscal hat mit seinen frischen, fruchtigen und glasklaren Verdejos und später auch mit Sauvignon Blancs aus der Rueda Maßstäbe gesetzt und sich maßgeblich dafür eingesetzt, dass Rueda einen eigenen Appellationsstatus bekommt. Seit 1983 gibt es die D.O. Rueda. Neben den jungen und frischen Weinen wie dem Marqués de Riscal Rueda und dem Marqués de Riscal Sauvignon Blanc zeigt Riscal mit dem Finca Montico und dem Marqués de Riscal Limousin, dass in der Rueda auch große und alterungswürdige Weine entstehen können. Verdejo von alten Reben, ausgebaut in französischem Barriques, ist heute der Maßstab in dieser Region. Dass Marqués de Riscal diesen Maßstab setzt, ist kaum verwunderlich.