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Weingut Salwey
Das Weingut in Vogtsburg im Überblick
- Sitz: Oberrotweil und Niederrotweil, Vogtsburg im Kaiserstuhl, Baden
Inhaber und Kellermeister: Konrad Salwey, gemeinsam mit Boubacar Beuzarti - Im VDP seit 1926
- Rebfläche: 24,2 Hektar
- Rebsorten: 40 % Spätburgunder, 40 % Grauburgunder, 20 % Weißburgunder
- Geologie: Vulkangestein und Löss
- VDP.GROSSE LAGEN: Kirchberg, Eichberg, Henkenberg, Steingrubenberg (alle Oberrotweil)
- Zertifizierungen: EU-Bio ab Jahrgang 2024, Fair Choice
- Eigener Bergkeller, bis zu zwölf Meter unter der Erde
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- Weinversandhandel seit 1964.
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- "Sehr gut" bewertet bei Trusted Shops von unseren Kunden.
Hawesko-Expertenmeinung zum VDP-Weingut im Kaiserstuhl
Vulkanböden, alte Reben und konsequent trockener Ausbau ergeben Burgunder von seltener Präzision und Langlebigkeit. Empfehlenswert für Liebhaber kühl gehaltener Weiß- und Spätburgunder, die Herkunft und Reifepotenzial über Opulenz stellen.
Vier Generationen: Die Geschichte des Weinguts Salwey
Die Wurzeln des Hauses reichen zu Heinrich Nepomuk Steiert (1880–1967), der in den 1920er- und 1930er-Jahren den Grundstein zum Prädikatsweingut legte und dessen Flaschenweine an Bord des Luftschiffs LZ Graf Zeppelin ausgeschenkt wurden; sein Betrieb gehörte dem Verband der Deutschen Naturwein-Versteigerer an, dem Vorläufer des heutigen VDP, in dem Salwey seit 1926 vertreten ist.
Steierts Tochter Anneliese (1916–2000), mit zwanzig Jahren „Deutsche Wettkampfsiegerin im Weinbau“, heiratete 1940 Benno Salwey (1912–1976), der nach Kriegsende an den Kaiserstuhl kam und mit ihr den kleinen Erbhof zwischen Landwirtschaft und Weinbau weiterführte. Ihr ältester Sohn Wolf-Dietrich Salwey (1941–2011) erwarb bereits mit 23 Jahren den Rinzberghof im Glottertal, stellte den Betrieb später vollständig auf Wein und Destillate um und trug die Gründung des VDP.Baden maßgeblich mit.
Konrad Salwey, der heutige Inhaber, lernte bei den Weingütern Wirsching und Müller-Catoir, studierte Önologie in Geisenheim und übernahm ab Sommer 2002 schrittweise die Leitung; als Mentoren nennt er Heinrich Wirsching, Hans-Günter Schwarz und seinen Vater. Karin Salwey, Winzerin und ehemalige Badische Weinkönigin, begleitet das Haus weiterhin fachlich.
Zeit, Handarbeit und ein eigenes Naturschutzgebiet
„Wir lassen unseren Weinen Zeit. Zeit, Zeit und immer wieder Zeit“ – so beschreibt Konrad Salwey die Arbeitsweise, die sich in konsequent trockenem Ausbau, Handlese und langer Fassreife niederschlägt.
Seit den 1980er-Jahren wird eine Boden- und Pflanzenbewirtschaftung praktiziert, die auf Diversität und natürliche Resilienz zielt; Außenbetriebsleiter Marcus Schür hat diese Praxis über zwei Jahrzehnte weiterentwickelt. Nach dreijähriger begleiteter Umstellung sind die Weine ab Jahrgang 2024 amtlich bio-zertifiziert, ergänzt durch die Zertifizierung nach Fair Choice.
Eine Besonderheit ist das eigene Naturschutzgebiet im Steinbruch Niederrotweil, einem freigelegten Teil der Kaiserstühler Vulkanlandschaft: Wolf-Dietrich Salwey ermöglichte in den 2000er-Jahren den Erwerb des Vulkankegels samt Betriebsgelände und Mahlwerk von 1902, wo heute Verwaltung, Produktion und Lager untergebracht sind.
Nach Renaturierung und Rückbau in den ursprünglichen Steillagencharakter entstand daraus die Top-Lage Kirchberg. Das Weingut unterstützt den NABU bei Landschaftspflege, Uhu-Monitoring und Weiterbildungen und hat Steinhalden als Habitate für Insekten, Reptilien und Nagetiere angelegt; von April bis Oktober bleibt der Steinbruch als Heimat von Greifvögeln, seltenen Heuschrecken und Insekten gesperrt.
Vulkan, Löss und Wärme: das Terroir des Kaiserstuhls
Der Kaiserstuhl ist ein stark verwittertes kleines Vulkangebirge, das vor rund 13 bis 15 Millionen Jahren an der Bruchkante des absinkenden Rheingrabens entstand; über Jahrmillionen wechselnde Eruptionen, Verwerfungen und Faltungen hinterließen zahllose Varianten von Laven, Magmen und Vulkaniten wie Tephrit und Limburgit, die eine mikroräumlich fein differenzierte Bodenmineralisierung schaffen.
Über den Vulkaniten liegen mächtige, während der letzten Eiszeiten vom Wind abgelagerte Lössschichten aus feinem Quarzstaub und kleinsten Kalkbruchstücken, die vereinzelt bis zu dreißig Meter hoch aufragen und fruchtbare, aromatisch weich prägende Standorte bilden.
Die Lage inmitten der Oberrheinebene und die warmen Luftströmungen durch die Burgundische Pforte sorgen für ein mediterran anmutendes Klima mit rund 1.800 Sonnenstunden, guten Niederschlägen und Winden; Smaragdeidechse, Bienenfresser, Gottesanbeterin, wilde Orchideen, Mandeln und Feigen zeugen von einer der wärmsten Regionen Deutschlands.
Aus dem Zusammenspiel von wärmespeicherndem Vulkangestein, Löss und Klima leiten sich die feinstoffliche Mineralität und die betont lagenbezogene Ausrichtung der Weine ab.
Salwey-Weine und ihre Lagen
Das Sortiment gliedert sich in Gutsweine, VDP.Ortsweine und VDP.GROSSE GEWÄCHSE und bleibt dabei dem Grundsatz „immer trocken, immer Burgunder“ treu.
Die Gutsweine, am Falken des Naturschutzgebiets erkennbar, umfassen regionale Klassiker wie den Kaiserstuhl Weiß, eine Cuvée aus Grau- und Weißburgunder mit Chardonnay, sowie den Rosé of Pinot Noir und den Perlwein Vive le 83.
Die Ortsweine stammen ausnahmslos aus Oberrotweiler Spitzenlagen mit altem Rebbestand, haben Spätlesequalität und reifen im großen Holzfass; als Einstieg nennt Konrad Salwey den Oberrotweil Grauburgunder RS, international beachtet wurde zuletzt der Oberrotweil Chardonnay.
An der Spitze stehen die Großen Gewächse aus den vier VDP.GROSSEN LAGEN: der steile, bis zu 45 Prozent geneigte Tephritfelsen Kirchberg, in dem das Weingut 4,5 Hektar besitzt und aus dem Weißburgunder und Spätburgunder GG entstehen; der Henkenberg auf verwitterten Lavaströmen und dunkler Vulkanasche mit den Parzellen Steingrubenberg, Büchsenberg, Blutbückle und Galgenbuck; der östlich exponierte, steinige Steingrubenberg, der seit dem Jahrgang 2020 Chardonnay liefert; und der Eichberg, ein Kegel aus schwarzer Vulkanasche und porösem Tuffstein, aus dem Grauburgunder und Spätburgunder GG kommen.