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Château d'Armailhac
Die Familie Armailhacq und die Geschichte des Weinguts
Die ersten Hinweise auf das Weingut finden sich in lokalen Registern des späten 17. Jahrhunderts. 1750 wird Dominique Armailhac als Besitzer von 15 bis 16 Hektar Rebfläche erwähnt, die er im Zuge des damaligen "Pflanzfiebers" im Médoc angelegt hatte. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war das Anwesen, damals als Mouton d’Armailhacq bekannt, bereits auf 52 Hektar angewachsen und genoss einen guten Ruf.
Im Jahr 1831 führte die Anwendung neuer Kellertechniken – darunter regelmäßiges Auffüllen, Abstich, Fassdesinfektion und Schönung – zu einer erheblichen Qualitätssteigerung der Weine. Diese erzielten bald das Doppelte des Preises benachbarter Weingüter, obwohl diese oft höher angesehen waren. Die Verfeinerung der Vinifikation hatte jedoch ihren Preis: 1844 sah sich die damalige Besitzerin, Madame d’Armailhacq, gezwungen, Teile des Weinguts zu veräußern, um finanzielle Engpässe zu überbrücken.
Mit der berühmten Klassifikation von 1855 wurde Château Mouton d’Armailhacq als Cinquième Grand Cru Classé eingestuft – ein bedeutender Meilenstein in seiner Geschichte.
Der Wandel: Vom 19. Jahrhundert bis zur Übernahme durch die Familie Rothschild
Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte das Weingut 1878 in die Hände von Comte Adrien de Ferrand, der die Rebfläche auf 70 Hektar erweiterte. Doch das 20. Jahrhundert brachte erhebliche Herausforderungen mit sich. Rebkrankheiten wie Mehltau und die Reblausplage, Überproduktion sowie die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs führten zu einer schweren Krise im Médoc.
1931 versuchte der Comte de Ferrand, das Weingut durch die Gründung der Société Anonyme du Domaine de Mouton d’Armailhacq wirtschaftlich zu stabilisieren. In diesem Zusammenhang trat Baron Philippe de Rothschild zunächst als Minderheitsaktionär ein, bevor er 1933 sämtliche Anteile übernahm. Damit wurde Mouton d’Armailhacq Teil des Rothschild-Imperiums und profitierte fortan von dessen Innovationsgeist und Handelsnetzwerk.
Mehrere Namensänderungen folgten: Zunächst Mouton Baron Philippe, dann Mouton Baronne Philippe, bis Baronin Philippine de Rothschild 1989 beschloss, dem Weingut seinen ursprünglichen Namen zurückzugeben – seither heißt es wieder Château d’Armailhac.
Das Terroir: drei Kiesplateaus und ein außergewöhnlicher Rebsortenmix
Die Weinberge des Châteaus liegen in direkter Nachbarschaft zu Château Mouton Rothschild und erstrecken sich über 80 Hektar auf drei markanten Kiesbänken. Diese Vielfalt an Böden verleiht dem Wein seine Tiefe und Eleganz. Plateau des Levantines und Plateau de l’Obélisque: Diese leichten, tiefgründigen Kiesböden eignen sich hervorragend für Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Besonders bemerkenswert ist der hohe Anteil alter Cabernet-Franc-Reben, die ein Durchschnittsalter von 60 Jahren haben. Ihr tiefes Wurzelsystem in den kalkhaltigen Böden verleiht dem Wein eine besondere Finesse und Struktur.
Plateau de Pibran: Hier gedeihen die besten Merlot-Parzellen. Der Boden besteht aus mittelgründigem Kies mit ton- und sandhaltigen Anteilen, was dem Merlot eine außergewöhnliche Tiefe und Frucht verleiht.
Béhéré-Bank: Die kiesig-sandigen Böden bieten ideale Bedingungen für Petit Verdot, eine spät reifende Rebsorte, die für Würze und Komplexität sorgt.
Der Rebsortenspiegel des Weinguts umfasst 53 % Cabernet Sauvignon, 37 % Merlot, 8 % Cabernet Franc und 2 % Petit Verdot.
Stil und Vinifikation
Die Weine sind geprägt von einer kraftvollen, aber eleganten Struktur, die sich über Jahre hinweg harmonisch entwickelt. Ihre klassische Stilistik wird durch präzise Vinifikation und selektive Weinbergsarbeit weiter verfeinert.
Die Weinbereitung erfolgt in einem hochmodernen Keller, der 2021 vollständig erneuert wurde. Zwei Linien für den Traubenempfang ermöglichen eine parallele Verarbeitung unterschiedlicher Parzellen, sodass jede Rebsorte und jeder Boden optimal zur Geltung kommen. 50 temperaturkontrollierte Gärbehälter verschiedener Größen erlauben eine präzise, parzellengenaue Vinifikation. Der Ausbau erfolgt in französischen Barriques, wodurch sich das Aromenspektrum weiterentwickelt und die charakteristische Balance aus Kraft und Eleganz entsteht.
Typisch für Château d’Armailhac ist ein vielschichtiges Aromenspiel mit Noten von Schwarzen Johannisbeeren, Grafit und feinen Gewürzen, ergänzt durch die markante Struktur des Cabernet Sauvignon und die geschmeidige Fülle des Merlot. Die Tannine sind präsent, aber fein strukturiert, was den Wein sowohl in seiner Jugend als auch nach langer Reifung zugänglich macht.
Die Zukunft: Innovation und Nachhaltigkeit
Unter der Leitung von Lucie Lauilhé als Direktorin und Cédric Marc als Kellermeister setzt man verstärkt auf nachhaltige Bewirtschaftung und präzise Weinbergsarbeit. Die Weinberge werden nach dem Prinzip der Massenselektion gepflegt, um die genetische Vielfalt der Rebstöcke zu bewahren und die Langlebigkeit des Weinguts zu sichern.
Als eines von drei Rothschild-Weingütern in Pauillac profitiert Château d’Armailhac von der Expertise und dem Know-how der Gruppe, insbesondere unter der Führung von Philippe Sereys de Rothschild. Das jüngste Modernisierungsprojekt mit der neuen Kellerei stellt sicher, dass die Weine von Château d’Armailhac auch in Zukunft höchste Qualität und Authentizität bewahren.
Château d’Armailhac Wein kaufen
Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Weinbereitung, die nachhaltige Bewirtschaftung und die enge Verbindung zur Geschichte und dem Erbe des Médoc machen Château d’Armailhac zu einem der faszinierendsten Weingüter Pauillacs. Seine Weine spiegeln die Essenz dieser renommierten Appellation wider – einen Ausdruck von Tiefe, Struktur und zeitloser Eleganz. Bereichern Sie Ihren Weinkeller um diese großartigen Gewächse, die Sie unkompliziert online bei Hawesko kaufen können.