Weingut Friedrich Becker
Geschichte und Philosophie der Familie Friedrich Becker
Lange Zeit bauten die Vorfahren von Friedrich Becker wie viele Pfälzer Bauernhöfe nicht nur Wein an. Doch Mitte des 20. Jahrhunderts verlagerte sich der Schwerpunkt immer mehr auf die Pflege der Rebstöcke. 1973 brachte das Weingut schließlich seine erste Kollektion heraus, die das Füchschenetikett trug, für das es heute noch berühmt ist. Die Leitung teilen sich heute generationsübergreifend Friedrich und Friedrich Wilhelm Becker, der Sohn Fritz wird bereits in die Kunst des Weinmachens eingeführt. Das Unternehmen betont ausdrücklich, dass die Arbeit ohne das große Team an Mitarbeitern unmöglich ist, so beispielsweise Anna Herzog und Sandrine Eichenlaub, die im Keller und Weinberg von Friedrich Becker arbeiten.
Gemeinsames Ziel aller ist es, das reiche Erbe des Familienweinguts zu erhalten und immer wieder neue Akzente zu setzen. Friedrich Becker möchte Weinbau im Einvernehmen mit der Natur betreiben und überrascht Kritiker und Genießer immer wieder mit neuen Kreationen. Die individuellen Weine folgen ganz den Naturgegebenheiten, welche die Pfalz zu bieten hat. Mit der Mitgliedschaft im VDP wurden die Großen Lagen des Hauses zu unumstößlichen Qualitätsrichtlinien. Aus ihnen gewinnt das Weinbergsteam die Trauben ihrer Burgundersorten in selektiver Handlese. Ein geringer Mengenertrag und der Fokus auf hoher Qualität sind für die Pfälzer selbstverständlich. Im Kollektiv mit den „Fünf Freunden“, die sich 1991 zusammenschlossen, können sich Friedrich Becker und seine Kollegen gegenseitig unterstützen. Mittlerweile ist diese Zusammenarbeit so bekannt, dass Weinfreunde schon beim bloßen Nennen des Namens an Spitzenweinen denken. Zu Recht.
Die Großen Lagen und wichtigsten Rebsorten bei Friedrich Becker
Der Pfälzerwald bietet die geologisch perfekten Voraussetzungen für große Weine. Die Region profitiert dabei von den Umwälzungen, die mit dem Einbruch des Rheingrabens vor Jahrhunderten stattfanden: So kam der Muschelkalk an die Erdoberfläche, der heute noch die Lagen rund um Schweigen prägt. Außerdem können die Rebstöcke im Schatten des Berglands geschützt heranreifen und es herrscht ein mildes Klima. Friedrich Becker ist spezialisiert auf die Burgunderrebsorten, die 60 Prozent der Anbaufläche einnehmen. Zu ihnen gehören Spätburgunder, Weiß- und Grauburgunder und Chardonnay. Des Weiteren gibt es einen 22 Prozent Anteil von Riesling, gefolgt von kleineren Flächen für Muskateller, Gewürztraminer, Silvaner, Schwarzriesling, Portugieser, Cabernet Sauvignon und Müller-Thurgau.
Klassifiziert sind die Weinberge durch das Prinzip der VDP Lagen. Eine der wichtigsten Hänge ist der K.B., ein ehemaliger Klosterweingarten. 1960 vom Jungwinzer Friedrich Becker wiederentdeckt, ist er ideal für die Burgunderreben. Dem nahen Kloster Weißenburg verdankt das Weingut auch die Lage Sankt Paulin. Der Weinanbau geht in diesen Parzellen bis in die Zeit um 1100 zurück. Nachts finden die Rebstöcke hier dank des nahen Waldes eine willkommene Abkühlung, tagsüber speichert der Kalksteinboden Wärme. Auf der Sankt Paul-Lage gedeiht der Spätburgunder sehr gut. Wie ihr Name bereits verrät, ist die Lage am Sonnenberg verwöhnt von warmen Strahlen. Früher pflanzten die Bauern hier Gewürztraminer, Friedrich Becker hat diesen Weinberg für seinen „Riesling Großes Gewächs“ entdeckt.
Die Weine mit dem Füchschenetikett
Die vielfach ausgezeichneten Weine von Friedrich Becker suchen auch weit über die Grenzen der Pfalz hinaus ihresgleichen. Das Sortiment kennt neben fruchtigen, lebendigen Weißweinen hauptsächlich große Rotweine. Kraftvoll und üppig zeigen sich die Burgundersorten – allen voran natürlich die Großen Gewächse wie der Becker Spätburgunder St. Paul. Dieser trockene Rotwein hat einen dichten Körper und ist wunderbar saftig. Seine Aromen reichen von Kirsche über Kräuter bis hin zu Schokolade. Ein weiteres Beispiel für exklusive Qualität ist der würzige Kammergut Spätburgunder oder das Große Gewächs vom Sonnenberg.
Hinzu kommen edle Tropfen von den VDP Erste Lagen. Der Herrenwingert Spätburgunder ist angenehm kräftig und duftet nach roten Beeren und Orient-Tabak sowie Sandelholz und Kräutern. Unter den Ortsweinen ist beispielsweise der feine Chardonnay Schweigen herausragend. Buttrig und nussig im Geschmack, lebt er von seiner Frische und dem Duft nach Birne und gelben Früchten. Für jeden Tag geeignet und doch besonders ausdrucksstark zeigen sich die Gutsweine von Friedrich Becker wie der Grauburgunder Kalkmergel. Ein schöner Schmelz und ein volles, reifes Aroma zeichnen diesen Weißwein aus. Neben Besonderheiten wie einem hervorragenden Beerenwein setzt der Betrieb auch auf Sekte aus den Burgundersorten sowie auf Brände, die im Barrique reifen und aus Trestern oder Streuobst wie zum Beispiel Willimasbirne, Zwetschge und Mirabelle entstehen.