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Argiano
Das Weingut im Überblick
- Gründung: 1581 durch die Adelsfamilie Pecci in Montalcino
- Lage: Südwestlich von Montalcino auf 350 m Höhe, kalkhaltige Mergelböden
- Rebfläche: 51 Hektar, vorwiegend südlich ausgerichtet, 7.000 Rebstöcke/ha
- Rebsorten: Sangiovese Grosso, Syrah
- Weine: Brunello di Montalcino, Supertuscan Solengo, Suolo (reinsortiger Sangiovese)
- Wichtige Personen: Gräfin Noemi Marone Cinzano (seit 1992), Giacomo Tachis, Hans Vinding-Diers, Bernardino Sani (seit 2015 Kellermeister und Direktor)
- Nachhaltigkeit: Seit 2019 erstes plastikfreies Weingut in Montalcino, biologischer Anbau
- Produktion: Ca. 550.000 Flaschen jährlich
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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut
Argiano steht für charakterstarke Weine mit Herkunft, Tiefe und Eleganz. Nachhaltig erzeugt und historisch verwurzelt, sind sie ideal für anspruchsvolle Genießer, Sammler und Kenner. Ob Brunello, Solengo oder Suolo – jeder Wein spiegelt das Terroir Montalcinos und die Verbindung von Tradition und Innovation eindrucksvoll wider.
Ursprünge mit Weitblick
Die Gründung des Weinguts datiert auf das Jahr 1581, als die Sieneser Adelsfamilie Pecci die Villa di Argiano mitsamt Weinkeller in die sanften Hügel südwestlich von Montalcino setzte. Der Name selbst verweist auf den römischen Gott Janus (italienisch: Giano), Sinnbild für Übergänge, Anfänge und die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft – eine Symbolik, die das Selbstverständnis des Weinguts bis heute prägt. Die Villa wurde über einem Areal errichtet, das womöglich einst ein Janus-Heiligtum beherbergte – einen Ort, der Historie und Mythologie miteinander verknüpft.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Gut mehrfach den Besitzer, blieb jedoch stets ein Ort kontinuierlicher Weiterentwicklung. Einen Meilenstein markierte das Jahr 1992, als Gräfin Noemi Marone Cinzano das Anwesen übernahm. Ihr Engagement, gepaart mit der Expertise von Giacomo Tachis – dem Architekten großer italienischer Weine –, führte zu einem qualitativen Neuanfang.
2004 übernahm Hans Vinding-Diers als Önologe, leitete die Umstellung auf biologischen Anbau ein und öffnete das Gut für moderne Weinbereitungstechniken. Mit dem Eigentümerwechsel im Jahr 2013 und der Übernahme durch Bernardino Sani, der seit 2015 auch als Kellermeister fungiert, begann ein neues Kapitel: traditionsbewusst und zugleich offen für Innovation.
Nachhaltigkeit als Leitidee
In Anlehnung an die doppelte Blickrichtung des Gottes Janus – Vergangenheit und Zukunft – formuliert Argiano eine Philosophie, die auf der Bewahrung gewachsener Identität ebenso beruht wie auf nachhaltigem Fortschritt. Als eines der ältesten Weingüter Montalcinos versteht man die eigene Geschichte nicht als statisches Erbe, sondern als Fundament für ein ökologisch und sozial verantwortungsvolles Handeln.
Seit dem Jahr 2019 ist Argiano das erste vollständig plastikfreie Weingut in Montalcino – ein Pionierschritt, der weit über symbolischen Umweltschutz hinausgeht. Einwegkunststoffe wurden konsequent verbannt, das nachhaltige Konzept fußt auf einem umfassenden Kreislaufmodell: Getrennter Abfall, Wiederverwendung von Grünschnitt und landwirtschaftlichen Reststoffen sind integraler Bestandteil. Darüber hinaus werden moderne Verarbeitungsmethoden im Einklang mit biologischem Weinbau angewendet – ein Ansatz, der seit der Ära Vinding-Diers verfolgt und unter Sani konsequent weiterentwickelt wurde.
Terroir mit geologischer Tiefe
Das Weingut liegt in privilegierter Höhenlage auf einem Plateau etwa 350 Meter über dem Meeresspiegel, auf der südwestlichen Flanke von Montalcino. Diese Position, verbunden mit einer hervorragenden Durchlüftung, schafft ideale Bedingungen für den Anbau autochthoner und internationaler Rebsorten – insbesondere Sangiovese Grosso, der Grundlage des Brunello di Montalcino.
Die geologischen Voraussetzungen sind ebenso bemerkenswert wie selten: Die Böden bestehen aus kalkhaltigem Mergel, entstanden vor etwa 25 Millionen Jahren, als sich das Meer zurückzog und marine Sedimente hinterließ. Fossile Ablagerungen, die bis heute in den Weinbergen zu finden sind, zeugen von dieser langen Entstehungsgeschichte.
Solche Böden verleihen den Weinen nicht nur Mineralität und Struktur, sondern auch ein bemerkenswertes Alterungspotenzial – Eigenschaften, die besonders bei anspruchsvollen Rotweinen zur Geltung kommen.
Insgesamt bewirtschaftet Argiano rund 51 Hektar Rebfläche, die durch eine vergleichsweise hohe Stockdichte von 7.000 Pflanzen pro Hektar und eine vorwiegend südliche Ausrichtung geprägt sind. Neben Weinbau umfasst das Anwesen auch Olivenhaine und Wald, was die Biodiversität im Mikroklima zusätzlich unterstützt.
Solengo und Suolo
Neben dem klassisch vinifizierten Brunello di Montalcino, dem Flaggschiff des Hauses, sorgte insbesondere der Supertoskaner Solengo für internationale Aufmerksamkeit. Unter der Handschrift von Giacomo Tachis konzipiert, vereint diese Cuvée aus internationalen Rebsorten – darunter Syrah – Strukturreichtum, Reifepotenzial und mediterranen Charme.
Ein weiterer bedeutender Wein ist der reinsortige Sangiovese Suolo, der regelmäßig prämiert wird und ein exemplarisches Beispiel für das Zusammenspiel von Rebsorte, Lage und Vinifikationsstil bietet. Die Weine von Argiano sind tief in der Typizität Montalcinos verwurzelt und gleichzeitig offen für neue stilistische Akzente – ein Spannungsfeld, das dem Portfolio Charakter und Vielfalt verleiht.