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Domaine Billaud-Simon

Die 1815 gegründete Domaine Billaud-Simon zählt zu den führenden Erzeugern im Chablis. Auf rund 20 Hektar entstehen aus alten Chardonnay-Reben präzise, mineralisch geprägte Weine. Die Weinberge liegen auf dem historischen Kimmeridge-Kalkboden, darunter berühmte Lagen wie Les Clos, Vaudésir und Montée de Tonnerre.

 

Domaine Billaud Simon

Das Weingut im Überblick

  • Gründung: 1815 durch Charles Louis Noël Billaud
  • Fläche: Rund 20 Hektar, alle Parzellen in einem Umkreis von 2 km
  • Rebsorte: 100 % Chardonnay
  • Terroir: Kimmeridge-Kalk, reich an Meeresfossilien und Jod
  • Rebalter: Durchschnittlich 50 Jahre, naturnahe Bewirtschaftung
  • Grands Crus: Les Clos, Vaudésir, Les Preuses, Blanchots
  • Premiers Crus: Montée de Tonnerre, Fourchaume, Mont de Milieu, Les Vaillons
  • Weitere Weine: Chablis „Tête d’Or“, Petit Chablis, Vaulorent 1er Cru, Valmur & Bougros Grands Crus
  • Weinstil: Präzise, kristallin, salzig-mineralisch, lagerfähig
  • Philosophie: Späte Lese, selektive Handlese, minimaler Holzeinsatz


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Hawesko Expertenmeinung

Für Liebhaber präziser, mineralischer Weißweine mit Tiefgang sind die Chardonnays der Domaine Billaud-Simon ein Muss. Wer Terroir nicht nur schmecken, sondern verstehen will, findet hier kristalline Klarheit und salzige Eleganz. Besonders empfohlen für Kenner, die Authentizität und große Lagen im Glas zu schätzen wissen.


Historisches Fundament und künstlerische Rückkehr

Gegründet wurde die Domaine im Jahr 1815 von Charles Louis Noël Billaud. Einen bedeutenden Impuls erhielt das Weingut in den 1930er-Jahren durch die Verbindung zweier lokaler Familien: Jean Billaud und Renée Simon – ihre Heirat brachte nicht nur zwei Namen, sondern auch zwei große Weinbautraditionen zusammen.

Die heutige Form des Weinguts ist maßgeblich Bernard Billaud zu verdanken. In seiner Jugend strebte dieser zunächst eine künstlerische Laufbahn in Paris an, bevor er 1991 nach Chablis zurückkehrte – mit dem erklärten Ziel, Weine zu erzeugen, die die Tiefe und Präzision des Terroirs widerspiegeln.

Mit Konsequenz und handwerklichem Anspruch formte er die Domaine zu einem der angesehensten Erzeuger der Appellation. Die Übernahme durch die Familie Faiveley, ein weiterer renommierter Name des Burgunds, führte abermals zu qualitativen Fortschritten, ohne die charakteristische Handschrift des Hauses zu verwässern.


Handwerk, Respekt und Geduld

Das Selbstverständnis der Domaine gründet auf einem kompromisslosen Qualitätsanspruch, der sowohl dem Rebstock als auch der Natur verpflichtet ist. Die Bewirtschaftung erfolgt naturnah, auf den Einsatz von Herbiziden wird konsequent verzichtet. Diese Haltung entspricht auch dem Ethos der Familie Faiveley, die selbst an der Côte d’Or weitgehend biologisch arbeitet.

Im Weinberg werden traditionelle Praktiken gepflegt: Rebschnitt nach der klassischen Chablis-Methode, sorgfältiges Ausdünnen, manuelle Lese und selektive Handlese bestimmen den Jahreszyklus. Dabei steht immer die Erhaltung der Rebpflanze im Zentrum – ein Ansatz, der insbesondere bei den alten Reben der Domaine, mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren, von essenzieller Bedeutung ist.

Ein wesentliches Merkmal ist die späte Lese. Die Trauben dürfen voll ausreifen, was die aromatische Komplexität und Konzentration deutlich erhöht. Die Moste werden lange abgesetzt, um Trubstoffe zu minimieren, was dem klaren, linearen Weinstil zugutekommt. Je nach Herkunft und Jahrgang reifen die Weine in Edelstahltanks oder dezent eingesetzten Eichenfässern.


Geologie in Reinform

Die Weinberge liegen eingebettet in das geologische Herz des Chablis: das Kimmeridge-Gestein. Dieses entstand vor 155 Millionen Jahren aus marinen Sedimenten, Algen und fossilen Muschelschalen und bildet die Grundlage für die salzige, kalkige Mineralität der Weine.

In einem Umkreis von nur zwei Kilometern sind sämtliche Parzellen am linken und rechten Ufer des Serein-Flusses angesiedelt – eine bemerkenswerte topografische Kompaktheit, die eine große stilistische Homogenität bei gleichzeitiger Lagenvielfalt ermöglicht. Das semi-kontinentale Klima erlaubt eine langsame Reife der Chardonnay-Trauben und sorgt für eine ausgewogene Balance zwischen reifer Frucht und frischer Säure. 

Die Böden sind nährstoffarm, gut durchlässig und zwingen die Reben in die Tiefe – ideal für eine präzise, terroirgeprägte Stilistik. Besonders charakteristisch ist die hohe Jodkonzentration im Boden, die über die Wurzeln aufgenommen wird und den Weinen eine feine salzige Nuance verleiht.


Grands Crus, Premier Crus und Tête d’Or

Das Lagenportfolio der Domaine liest sich wie ein Kompendium der besten Terroirs des Chablis. Mit Les Clos, Vaudésir, Les Preuses und Les Blanchots besitzt Chablis Billaud-Simon Parzellen in vier Chablis Grand-Cru-Lagen, ergänzt um vier Chablis Premier Crus: Montée de Tonnerre, Mont de Milieu, Les Vaillons und Fourchaume. Besonders hervorzuheben ist die Fourchaume-Parzelle, hoch am Waldrand gelegen, kühl und windoffen – ein Mikroklima, das sich in der Spannung und Frische des Weins widerspiegelt.

Ergänzt wird das Sortiment durch den “Tête d’Or”, eine Selektion der besten Lagen im Village-Bereich. Darüber hinaus werden – je nach Jahrgang und Verfügbarkeit – weitere Weine wie Petit Chablis, der 1er Cru “Vaulorent” sowie die beiden Grands Crus “Valmur” und “Bougros” vinifiziert.

Allen Weinen gemeinsam ist eine stilistische Präzision, die sich in ihrer kristallinen Struktur, reinen Frucht und tief verwurzelten Mineralität ausdrückt. Zitrusnoten, florale Akzente und feine Würze – von Fenchel über Lindenblüte bis zu Weißdorn – prägen das Aromenspektrum.

In Fachkreisen gilt Billaud-Simon als eine der stilprägenden Domänen des Chablis. Die Weine werden regelmäßig als Maßstab für klar definierte, terroirgeprägte Chardonnays herangezogen – sowohl aufgrund ihrer Aromatik als auch wegen ihrer beeindruckenden Lagerfähigkeit.