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Weingut Hammel
Wichtigste Fakten zum Weingut Hammel
- Standort: Kirchheim an der Weinstraße, Pfalz
- Familienweingut seit 1723
- Aktuell Übergang von der achten zur neunten Generation
- Prägende Personen: Martin F. Hammel, Christoph Hammel, Markus Nordhorn, Phillip Merk, Til Rothenberger
- Historischer Naturbuntsandstein-Keller aus dem 19. Jahrhundert
- Weinberge rund um Kirchheim, nördlich von Bad Dürkheim
- Böden: Sand, Mergel, Ton, Lehm, Kalkstein, Lösslehm, Buntsandstein, Kies
- Rebsorten: Riesling, Sauvignon Blanc, Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay, Scheurebe, Grüner Veltliner, Spätburgunder, St. Laurent, Dornfelder, Cabernet Sauvignon, Merlot und PIWI-Sorten
- Wichtige Auszeichnungen: Bestes Weingut Deutschlands bei der Frankfurt International Trophy 2026, Falstaff Weinguide Deutschland 2026: 3 Sterne
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Warum Weine vom Weingut Hammel? – Hawesko-Expertenstimme
Hammel verbindet 300 Jahre Pfälzer Familientradition, aromatische Frucht und moderne Rebsorten zu zugänglichen Weinen mit Charakter. Empfehlenswert für Genießer, die Herkunft, Trinkfreude und Wandel schätzen.
Das Sortiment im Überblick Klassiker, internationale Sorten und PIWIs
Etwa 60 Prozent der Weinberge sind mit weißen Rebsorten bestockt, der Rest mit blauen Sorten. Im Weißweinbereich spielt Riesling die wichtigste Rolle, gefolgt von Sauvignon Blanc sowie den Burgundersorten Grauburgunder, Weißburgunder und Chardonnay.
Zu den prägenden Linien und Marken des Hauses zählen:
- „Ein Tag am Meer“: vor allem als Sauvignon Blanc bekannt, frisch, aromatisch und mit Noten von Stachelbeere, Grapefruit, Maracuja und grünen Nuancen.
- „Herz aus Gold“: vielseitige Linie mit Weißburgunder, Chardonnay, Blanc de Noir und Rosé; zugänglich, fruchtbetont und charmant.
- „Lokalmatador“: Pfälzer Klassiker wie Riesling oder Burgunder-Cuvées, unkompliziert, trinkfreudig und heimatverbunden.
- „Sissi & Franz“: liebliche Weine mit spielerischem Charakter und niedrigschwelligem Genussprofil.
- „Sophie Helene“: frische, aromatische Weine und Rosés mit unkomplizierter, harmonischer Art.
- „Pink Hallelujah“, „Blaue Stunde“ und „Rock me Amadeus“: moderne Cuvées mit auffälligem Namen, viel Frucht und klarer Genussorientierung.
Der typische Charakter der Hammel-Weine zeigt sich je nach Weinart unterschiedlich:
- Weißweine: frisch, saftig und aromatisch, häufig mit gelber Frucht, Zitrusnoten, exotischen Anklängen und lebendiger Säure. Sauvignon Blanc steht für expressive Frucht und grüne Frische, Burgundersorten eher für Schmelz, Cremigkeit und weiche Frucht.
- Roséweine: ein klarer Schwerpunkt des Sortiments. Sie reichen von duftig, leicht und unkompliziert bis kraftvoll, farbintensiv und speisenbegleitend.
- Rotweine: fruchtbetont, zugänglich und harmonisch, mit Sorten wie Spätburgunder, Cabernet Sauvignon, Sankt Laurent oder Portugieser. Ambitioniertere Weine wie der Spätburgunder aus dem Kleinkarlbacher Herrenberg zeigen die ernsthaftere Seite des Hauses.
- Sekt, Gransecco und alkoholfreie Alternativen: ergänzen das Sortiment um spritzige und moderne Genussmomente, vom klassischen Sekt bis zum alkoholfreien Sparkling.
300 Jahre Familie, Wandel und Wein
Seit 1723 ist das Weingut Hammel Mittelpunkt der Familie und damit ein Betrieb mit außergewöhnlich langer Geschichte in der Pfalz. Die familiäre Chronik reicht über zehn Generationen, geprägt von Aufbruch, schwierigen Zeiten, handwerklicher Kontinuität und der Bereitschaft, immer wieder neue Wege zu gehen.
Dokumente wie Grundsteuerbelege aus dem Jahr 1796, die Hammel-Villa von 1888/1889, historische Aufnahmen von Team, Keller, Fuhrpark und Sortiment sowie die Feier des 300-jährigen Jubiläums im Jahr 2023 zeigen, wie eng das Gut mit Kirchheim verbunden ist.
Mit Markus Nordhorn übernimmt nun die neunte Generation die Führung. Begleitet wird dieser Schritt von Phillip Merk im Außenbetrieb und Til Rothenberger als Kellermeister. Der Generationswechsel soll behutsam erfolgen, im Einverständnis mit der älteren Generation und ohne Bruch mit dem bisherigen Stil. Gerade diese Verbindung aus Tradition, Wandel und klarer pfälzer Trinkfreude macht Hammel zu einem eigenständigen Namen an der Weinstraße.
Menschen sind das eigentliche Terroir
Das Weingut Hammel versteht Terroir nicht nur als Summe aus Lage, Boden und Klima, sondern ausdrücklich auch als Ausdruck der Menschen, die Weinberge und Keller prägen. Ihre Hingabe, ihr Gefühl für Wein und ihr Lebensmittelpunkt im Betrieb gelten als entscheidende Faktoren für die Stilistik. Gerade im Übergang von der achten zur neunten Generation zeigt sich diese Haltung besonders deutlich.
Tradition und Moderne sind hier kein Gegensatz, sondern ein Miteinander. Die Weine sollen die Pfälzer Landschaft widerspiegeln, aber zugleich die Handschrift derjenigen tragen, die sie erzeugen. Christoph Hammel formuliert das Fundament des Betriebs nicht als Weinberge, Keller oder Fässer, sondern als Familie und Mitarbeitende, die mit Freude, Heimatliebe und handwerklicher Erfahrung arbeiten. Der Trinkspaß steht dabei klar im Vordergrund: Wein soll nicht belehren, sondern Menschen begeistern und Freude bereiten.
Pfälzer Sonne, Rheingraben und vielfältige Böden
Die Weinberge des Weinguts Hammel liegen rund um Kirchheim, nördlich von Bad Dürkheim an der Pfälzer Weinstraße. Bereits vor rund 2000 Jahren bauten die Römer in dieser Region Reben an, füllten Wein in Flaschen und verschifften ihn über den Rhein. Eingebettet zwischen Odenwald und Haardtwald prägt der Rheingraben das Mikroklima der Pfalz.
Mit rund 2000 Sonnenstunden im Jahr gilt die Region als mildeste Klimazone Deutschlands, in der neben Reben auch Maronen, Mandeln, Zitronen, Feigen und Palmen gedeihen. Die Böden wechseln stark und bestehen überwiegend aus Sand, Mergel, Ton, Lehm und Kalkstein.
Aus den Lagen stammen Weine mit regionaler Eigenart, frischer Frucht und klarem Sortenprofil. Die Vielfalt reicht von Klostergarten/Sausenheim über Herrenberg/Kleinkarlbach, Frauenländchen, Geisskopf, Goldberg/Bissersheim, Mandelpfad/Dirmstein, Held/Bissersheim bis Kreuz/Kirchheim.
Kellerarbeit im Naturbuntsandstein-Keller: Geduld statt Uhrzeit
Der historische Naturbuntsandstein-Weinkeller wurde Mitte des 19. Jahrhunderts handgegraben und mit einem Gewölbe gemauert. Im Selbstverständnis des Weinguts ist dort die Zeit stehengeblieben. Eine Uhr sucht man bewusst vergeblich, denn für Geschmack, Aroma und Reife zählt nicht Geschwindigkeit, sondern Geduld.
Die Arbeit im Keller wird mit anderen Genussberufen verglichen: mit Köchen, Metzgern oder Käse-Affineuren, die ihre Produkte erst dann freigeben, wenn der richtige Zeitpunkt erreicht ist. Die Rotweine entstehen durch klassische Maischegärung und reifen überwiegend im Holzfass, wodurch gebietstypische Aromen und vollmundig-elegante Tannine entstehen sollen.
Der Keller ist damit nicht nur Produktionsort, sondern Ausdruck der Philosophie des Hauses: Wein braucht Zeit, Handwerk und das Gespür für den Moment, an dem er seine volle Trinkfreude zeigt.