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Weingut Arndt Köbelin

Das Weingut Arndt Köbelin in Eichstetten wurde 2005 gegründet und steht für Kaiserstuhl-Weine mit Fokus auf Burgunder. Auf rund 25 Hektar entstehen Gutsweine, Selektionsweine und Réserve-Lagenweine. Eigener Kompost, Gründüngung, Photovoltaik, Biodiversität und Fässer aus Eichstetter Eichenholz prägen die naturnahe Arbeit der Familie.

 

Weingut Arndt Köbelin

Wichtigste Fakten zum Weingut Arndt Köbelin

  • Standort: Eichstetten am Kaiserstuhl, Baden
  • Gründung des heutigen Weinguts: 2005
  • Gründer: Arndt Köbelin
  • Familiäre Weinbautradition über Großvater Albert und Vater Albert Köbelin
  • Rebfläche: rund 25 Hektar
  • Schwerpunkt: Burgundersorten
  • Rebsorten: Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder, Rivaner, Muskateller u. a.
  • Besonderheiten: eigener Kompost, biologische Verwirrmethode, mechanische Unterstockbearbeitung, Photovoltaik, eigene


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Warum Weine von Arndt Köbelin? – Hawesko-Expertenstimme 

Arndt Köbelin verbindet Kaiserstuhl-Sonne, Löss, Handarbeit und gelebte Biodiversität zu kraftvollen Burgundern mit Mineralität. Empfehlenswert für Genießer, die naturnahe Weine mit klarer Herkunft suchen.


Vom Familienerbe zum eigenen Weg

Die Geschichte des Weinguts Arndt Köbelin ist eng mit Eichstetten und dem Kaiserstuhl verbunden, reicht familiär aber weiter zurück als die Gründung des heutigen Betriebs im Jahr 2005. Großvater Albert Köbelin erzeugte bereits in der Nachkriegszeit Trauben, deren Wein damals als Sektgrundwein verkauft wurde. Vater Albert Köbelin übernahm 1957 und lieferte die Trauben an die örtlichen Winzergenossenschaften; Mutter Erna unterstützt bis heute im Weingut.

Arndt Köbelin selbst war schon als kleiner Junge von der Arbeit in den Weinbergen begeistert. Mit 16 Jahren lernte er das Winzer- und Küferhandwerk und zog später hinaus, um von bekannten Winzern zu lernen. Aus dieser Erfahrung entstand der Wunsch nach einem eigenen Weingut, das er 2005 mit großem Anspruch und einer klaren gestalterischen Idee verwirklichte. Auch die nächste Generation ist eingebunden: Sohn Aaron hat ebenfalls die Winzerlehre abgeschlossen.

Seit der Gründung 2005 hat sich das Weingut Arndt Köbelin durch eine auffällige Verbindung aus Architektur, Naturarbeit und konsequentem Qualitätsanspruch profiliert. Das moderne Weingutsgebäude aus Glas, Löss, Eiche und Eisen wurde mit erheblichem Aufwand realisiert und steht sinnbildlich für den eigenständigen Weg des Betriebs.

In den Weinbergen zeigt sich dieser Anspruch durch eine besonders umfassende Biodiversitätsarbeit. Eine Studie der Universität Freiburg wird mit dem Ergebnis genannt, dass sich auf dem Weingut 50-mal mehr Insektenarten finden als in der Umgebung.

 

Weinbau unverfälscht, naturnah und handgemacht

Arndt Köbelin verfolgt einen eigenständigen Weg, der auf Herkunft, Handwerk und Naturbezug beruht. Sein Anspruch ist es, die ganze Kraft und Mineralität des Kaiserstuhls unverfälscht auf die Flasche zu bringen, ohne die Weine stärker zu formen als nötig. Dabei spielen Handarbeit, Geduld und ein enger Blick auf den Weinberg eine zentrale Rolle, denn für Köbelin entsteht Qualität zuerst im Boden und an der Rebe.

Weinmachen beschreibt er als Summe vieler kleiner Entscheidungen: vom Kultivieren der Erde bis zum Pflanzen der Rebstöcke, vom Laubmanagement bis zur schonenden Verarbeitung. Diese Arbeit ist nicht kopierbar, weil sie von Landschaft, Jahrgang und persönlicher Handschrift geprägt wird. Der Keller soll das bewahren, was die Natur vorgibt. Deshalb wird mit natürlichen Weinbergshefen vergoren, die Trauben werden von Hand gelesen und während der Kelterung nicht gepumpt, sondern nach dem Schwerkraftprinzip verarbeitet.


Ganzheitliche Arbeit am Kaiserstuhl: Kompost, Gründüngung und eigene Energie

Die Nähe zur Natur ist von der Familie sehr konkret angelegt und umfasst Bodenpflege, Pflanzenschutz, Energie und Kreislaufwirtschaft. Im Frühjahr werden Gründüngungspflanzen eingesät, die CO₂ binden, pflanzenverfügbaren Stickstoff liefern und Lebensraum für Insekten schaffen. Zur Aktivierung der Weinbergsböden stellt das Weingut eigenen Kompost aus ausdestillierten Traubentrestern, Pferdemist und verrottetem Gras her.

Dadurch sollen Mineralität und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens steigen, was am sonnigen Kaiserstuhl mit wenig Niederschlag besonders wichtig ist. Auf künstliche Bewässerung kann dadurch verzichtet werden. Gegen den Traubenwickler wird flächendeckend ein biologisches Verwirrverfahren eingesetzt; Pflanzenschutzmittel zur Unkrautvernichtung werden durch mechanische Unterstockbearbeitung ersetzt. Eine eigene Photovoltaikanlage erzeugt mehr Ökostrom, als der Betrieb benötigt, und der Überschuss wird ins örtliche Netz eingespeist.

Die Weinberge nicht nur als Produktionsflächen verstanden, sondern als Teil einer lebendigen Kulturlandschaft am Kaiserstuhl. Auf Wiesen und Böschungen der Weinbergsterrassen werden Obstbäume und Sträucher gepflanzt, die Nahrung, Schutz und Lebensräume für Bienen, Vögel und zahlreiche Insekten bieten. Genannt werden typische Arten des Kaiserstuhls wie die Gottesanbeterin, der Bienenfresser und die Smaragdeidechse, eine der seltensten Reptilien Deutschlands.

Ein Teil der Böschungen bleibt als Biotop erhalten, während andere Flächen für Obst- und Gemüseanbau genutzt werden. Auch die eigene Destillerie ist Teil dieses Kreislaufs: Aus den Schalen der besten Trauben entsteht Tresterbrand, aus eigenem Obst Obstbrand, und die ausdestillierte Brennmaische wird als wertvoller Dünger wieder in den Weinberg zurückgeführt. So wird möglichst viel verwertet, was die Natur im Jahreslauf schenkt.


Terroir Eichstetten: Löss, Sonne und die Kraft des Kaiserstuhls

Das Weingut liegt in Eichstetten am Kaiserstuhl, einer der sonnenreichsten Regionen Deutschlands. Die Landschaft ist geprägt von Wärme, Lössböden, Terrassen und einer besonderen Artenvielfalt. Diese Umgebung bildet die Grundlage für Weine, die Köbelin als markant, mineralisch, saftig und kraftvoll versteht. Die Burgundersorten stehen im Zentrum, weil sie am Kaiserstuhl ideale Reifebedingungen finden und die Kraft des Standorts besonders klar aufnehmen können.

Gleichzeitig verlangt das warme Klima eine sorgfältige Bodenpflege, damit die Reben auch ohne künstliche Bewässerung ausgewogen wachsen. Der selbst hergestellte Kompost, die Begrünung und die mechanische Bearbeitung helfen, Bodenleben, Wasserspeicherung und Durchlüftung zu fördern. Auch die Fässer tragen Herkunft in sich: Zum großen Teil wird Eichenholz aus dem Mischwald der Gemarkung Eichstetten verwendet, das mindestens vier Jahre trocknet und von einem befreundeten Küfer gefertigt wird.


Weine und Sortiment: Burgunder, Lösswand und Réserve-Lagenweine

  • Gutsweine – der Einstieg in die Kollektion. Frische, präzise Weine mit klarem Sortencharakter und hohem Trinkfluss für jeden Tag.
  • Lösswand *** Selektionsweine – die Premiumlinie des Weinguts. Die Weißweine reifen im großen Holzfass, die Spätburgunder im Barrique. Die drei Sterne stehen für über 40 Jahre alte Burgunderreben, konsequente Ertragsreduzierung und einen besonders anspruchsvollen Ausbau.
  • Réserve-Lagenweine – die Spitze des Sortiments. Herkunftsgeprägte Weine mit großem Reifepotenzial, die Kraft, Mineralität und Charakter des Kaiserstuhls besonders eindrucksvoll widerspiegeln.

Im Mittelpunkt stehen die Burgundersorten Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder. Ergänzt wird das Sortiment durch Rivaner, Riesling, Scheurebe, Gewürztraminer und Muskateller.

Die Trauben werden ausschließlich von Hand gelesen. Während der Weinbereitung wird bewusst auf das Pumpen von Trauben und Maische verzichtet; stattdessen erfolgt der Transport schonend mithilfe der Schwerkraft. Vergoren wird mit natürlichen Weinbergshefen, um Herkunft und Jahrgang möglichst unverfälscht abzubilden.

Neben den Weinen entstehen im Weingut auch Sekt, Edelbrände und Apfelsecco. Die Edelbrände werden aus eigenen Trauben- und Obstbeständen in der hauseigenen Destillerie hergestellt und sind Teil des nachhaltigen Kreislaufgedankens des Betriebs.