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Quintarelli

Meisterhafte Weinkultur aus dem Herzen des Valpolicella

Versteckt in den Hügeln oberhalb von Negrar im Valpolicella-Gebiet steht das Weingut Quintarelli für kompromisslose Handwerkskunst und jahrzehntelange Kontinuität. Gegründet Anfang des 20. Jahrhunderts, prägte Giuseppe „Bepi“ Quintarelli mit seinem Qualitätsverständnis und seiner Innovationskraft eine ganze Region. Heute führen seine Nachkommen das Erbe fort – mit Weinen wie Amarone della Valpolicella, Alzero und Rosso del Bepi, die weltweit für ihre Tiefe, Struktur und Langlebigkeit geschätzt werden.

 

Quintarelli

Giuseppe „Bepi“ Quintarelli – Ein Leben für den Weinbau im Valpolicella

Geboren 1927 in Negrar, wuchs Giuseppe Quintarelli im Umfeld einer Region auf, die tief mit der Geschichte des Weinbaus verwoben ist. Der Familienbetrieb hatte seine Ursprünge im frühen 20. Jahrhundert, als Vater Silvio zunächst auf gepachtetem Land Wein erzeugte, ehe er das Anwesen in den Nachkriegsjahren erwerben konnte.

Die entscheidende Prägung erfuhr Giuseppe jedoch ab 1950, als er den elterlichen Betrieb übernahm und ein kompromissloses Qualitätsprogramm initiierte. Eine Schlüsselerfahrung war seine Reise ins Burgund in den 1980er-Jahren.

Dort erkannte er strukturelle Parallelen der Böden zur Heimat – und fasste den Entschluss, im Valpolicella Weine mit gleichem Anspruch zu erzeugen. In den folgenden Jahrzehnten formte er Quintarelli zu einem Aushängeschild italienischer Weinkultur.

Dabei blieb „Bepi“ stets bescheiden, offen für Besucher und seiner Herkunft verpflichtet. Als Mentor beeinflusste er unter anderem Romano dal Forno, der später selbst zu einem der großen Namen des Valpolicella avancierte.

Nach Giuseppes Tod im Jahr 2012 wird das Weingut heute von Tochter Fiorenza, Schwiegersohn Gianpaolo sowie den Enkeln Francesco und Lorenzo in vierter Generation geführt.


Die Philosophie der Familie Quintarelli

Bei Quintarelli herrscht kein Kult um Innovation, sondern Respekt vor dem Handwerk. Der Wein entsteht hier nicht im Labor, sondern im Rhythmus der Natur. Giuseppe war kein Dogmatiker – wohl aber ein Perfektionist.

Qualität beginnt im Weinberg: Nur die besten Trauben werden selektiert, in Spitzenjahren werden Flaschenweine wie der Amarone überhaupt erst produziert. In schwächeren Jahren kommt der „Rosso del Bepi“ auf den Markt, ein Valpolicella Classico Superiore mit tiefem Bezug zur Tradition.

Auch in der Kellerarbeit geht man keine Kompromisse ein. Die Vinifikation erfolgt langsam, der Ausbau ausschließlich in großen Fässern aus slawonischer Eiche, oft über Zeiträume von sieben bis acht Jahren.

Der Produktionsprozess ist bis ins kleinste Detail kontrolliert: handgeschriebene Etiketten, manuelle Flaschenetikettierung, ausgesuchte Materialien bis hin zu den Korken. Nachhaltigkeit wird dabei nicht als Marketinginstrument verstanden, sondern als selbstverständliche Konsequenz der handwerklichen Haltung – durch minimale Eingriffe und maximale Geduld.


Valpolicella Classico – Lagen, Rebsorten und das Terroir rund um Negrar

Wer das Weingut Quintarelli besuchen möchte, wird auf verwinkelte Pfade geführt: fernab vom Sichtfeld der Hauptstraßen, eingebettet in die hügelige Landschaft oberhalb von Negrar.

Die elf Hektar umfassenden Weinberge liegen am Monte Ca' Paletta und im östlichen Negrar-Tal. Drei Hektar befinden sich in steilen Hanglagen. Das Terroir – eine Mischung aus Kalkstein und Basalt – sorgt für ausgezeichnete Drainage und eine langsame Reife der Trauben.

Hier wachsen autochthone Sorten wie Corvina, Corvinone, Rondinella und Molinara, ergänzt durch internationale Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Auch weiße Reben finden ihren Platz: Garganega, Trebbiano und Saorin – letzterer eine beinahe vergessene lokale Sorte.

Die Reben werden streng zurückgeschnitten, um geringe Erträge und maximale Konzentration zu erreichen. Gerade in der Appassimento-Methode zeigt sich das Terroir in seiner vollen Ausdruckskraft: In gut belüfteten Räumen trocknen die Trauben über Monate, bevor sie gepresst und vergoren werden – ein Prozess, der eine tiefe Aromenvielfalt ermöglicht.


Amarone, Alzero und Rosso del Bepi

Zentral im Portfolio von Quintarelli steht der Amarone della Valpolicella – ein Monument der italienischen Weinkultur. Er wird ausschließlich in Spitzenjahrgängen produziert - in den Zwischenjahren, in denen kein Amarone abgefüllt wird, kommt der „Rosso del Bepi“ auf den Markt.

Eine absolute Rarität ist der Alzero, ein Wein auf im Stil einer klassischen Bordeaux-Cuée, der jedoch im Stil des Amarone vinifiziert wird. Die Trauben – 40 % Cabernet Sauvignon, 40 % Cabernet Franc, 20 % Merlot – werden einen Monat lang getrocknet und anschließend acht Jahre im Holzfass ausgebaut.

Der Ca’ del Merlo wiederum ist ein Valpolicella Superiore, ergänzt durch einen kleinen Anteil internationaler Sorten, was ihm zusätzliche Komplexität verleiht. Hinzu kommen IGT-Weine wie der Primofiore Rosso, der Bianco Secco oder der süße Amabile del Cerè. Jeder dieser Weine erzählt eine Geschichte – nicht nur über Rebsorten oder Böden, sondern über eine unverwechselbare Handschrift, die sich durch Geduld, Sorgfalt und Konsequenz auszeichnet.


Quintarelli – Eine Legende

Die Weine von Quintarelli genießen international höchstes Ansehen. Fachpresse, Sommeliers und Sammler sprechen vom „Maestro del Veneto“, dessen Weine Lichtjahre entfernt seien von der Massenware anderer Produzenten.

Der Vergleich mit Ikonen wie Barolo oder Sassicaia fällt regelmäßig zugunsten Quintarellis aus. Besonders die Amarone Riserva wird als Referenzwein ihrer Kategorie gehandelt – mit Marktpreisen, die je nach Jahrgang deutlich über 300 Euro liegen.

Dies liegt nicht nur an der Qualität, sondern auch an der extrem limitierten Verfügbarkeit: Von manchen Cuvées existieren nur etwa 1.000 Flaschen pro Jahrgang. Die Nachfrage übersteigt das Angebot regelmäßig um ein Vielfaches. Auch bei Weinjournalisten gilt das Haus als Institution.

Die Kellerei selbst – zwischen 2013 und 2017 neu gebaut – bleibt dabei ein Ort der Stille und Konzentration. Holzfässer mit geschnitzten Familienmotiven, Regale mit historischen Jahrgängen und eine Verkostung im Halbdunkel: Alles verweist auf eine fast klösterliche Haltung zur Weinbereitung. So steht Quintarelli heute nicht nur für einen Stil, sondern für eine Haltung – kompromisslos, integer und beständig.


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