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Domaine Servin
Das Weingut im Überblick
- Familienweingut seit 1654, aktuell in 7. Generation unter François Servin
- 37 Hektar Rebfläche ausschließlich mit Chardonnay
- Alle Weinberge liegen auf Kimmeridgien-Böden
- Besitz in vier Grand Cru-Lagen: Les Clos, Les Preuses, Bougros, Blanchot und Sechs Premier Cru-Lagen, darunter Montée de Tonnerre und Vaillons
- Reben aus Sélection Massale, im Schnitt 40 Jahre alt
- Weltweite Präsenz in Spitzengastronomie
- Regelmäßig ausgezeichnet von Kritikern wie Neal Martin, Allen Meadows und William Kelley
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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut
Ein Chablis der Domaine Servin ist mehr als ein Wein – die Kombination aus uralten Reben, ikonischen Lagen und präzisem Ausbau schafft Weine mit Tiefe, salziger Mineralität und Eleganz. Wer Chablis versteht, entdeckt hier seine Quintessenz.
Ein Familienbetrieb mit sieben Generationen Weinbaugeschichte
Bereits 1654 wird die Familie Servin als Winzer in Chablis urkundlich erwähnt – eine bemerkenswerte Kontinuität über mehr als 350 Jahre. Der heutige Leiter der Domaine, François Servin, ist eine zentrale Figur des modernen Chablis. Früh durch seinen Großvater an die sensorische Vielfalt der Lagen herangeführt, entwickelte er ein ausgeprägtes Gespür für Herkunft, Jahrgangsausdruck und Ausbauform.
Seine önologische Handschrift verbindet ein tiefes Traditionsbewusstsein mit einem feinen Gespür für technische Innovation. In den 1980er Jahren experimentierte Servin gezielt mit dem Einsatz neuer Holzfässer – in einer Zeit, in der viele Produzenten auf Edelstahl setzten – und erarbeitete so ein fein abgestuftes System zur Lagen-bezogenen Vinifikation. Heute profitiert die Domaine von dieser kontinuierlichen Weiterentwicklung: Sie erzeugt Chablis-Weine mit bemerkenswerter Lagentiefe, denen es gelingt, das historische Erbe der Region in zeitgemäßer Form erfahrbar zu machen.
Der Servin-Stil
Die Reben, deren Durchschnittsalter bei etwa 40 Jahren liegt, stammen aus Sélection Massale, also nicht geklonten Rebstöcken, die bereits vor drei Generationen gepflanzt wurden. Gelesen wird ausschließlich von Hand – eine bewusste Entscheidung, die dem präzisen Arbeiten mit der Frucht und der Parzellen-selektiven Vinifikation dient.
Die Weine reifen langsam und werden erst nach ausgiebiger Entwicklung gefüllt. Entscheidendes Qualitätsmerkmal ist der differenzierte Ausbau: Je nach Charakter der Lage erfolgt die Vinifikation entweder im Edelstahltank, um Frische und Linearität zu betonen, oder im Holzfass, um Struktur und Tiefe zu fördern.
Diese methodische Klarheit verbindet sich bei der Domaine mit einem tiefen Respekt für das Terroir – der Stil bleibt stets dem Ausdruck des Ursprungs verpflichtet. François Servin verfolgt dabei konsequent das Ziel, Weine mit Reifepotenzial zu erzeugen, die sich in der Jugend präzise und kühl-mineralisch zeigen, ihre volle aromatische Komplexität aber erst mit den Jahren entfalten.
Kimmeridgien in Reinkultur
Im geografischen Schnittpunkt zwischen Burgund und dem Pariser Becken gelegen, ist Chablis geologisch wie klimatisch eine Sonderzone. Die Böden der besten Weinberge bestehen hier aus einer 150 Millionen Jahre alten Gesteinsformation – dem Kimmeridgien – bestehend aus Kalkstein, Ton und Mergel, durchzogen von fossilen Ablagerungen, insbesondere der charakteristischen Exogyra Virgula, einer kommaförmigen Ur-Auster. Dieser Untergrund verleiht den Chardonnays der Domaine Servin ihre straffe Mineralität, salzige Präzision und bemerkenswerte Tiefe. Die Rebflächen der Familie befinden sich ausschließlich auf diesen Kimmeridgien-Böden – ein Alleinstellungsmerkmal, das wesentlich zur Qualität beiträgt.
Die Parzellen verteilen sich auf das gesamte Appellationsspektrum: vom frischen Petit Chablis bis zu den komplexen Grand Crus. Besonders hervorzuheben sind die Lagen Montée de Tonnerre, Les Forêts und Vaillons im Chablis Premier-Cru-Bereich sowie Blanchots, Les Clos, Les Preuses und Bougros als Grand Crus. Die klimatischen Bedingungen – geprägt von kühlen Frühjahren, langen Vegetationsperioden und herbstlichen Nebellagen – fördern eine langsame Reife der Trauben, was den Weinen Balance und Langlebigkeit verleiht.
Lagenvielfalt mit Profil
Mit ihren 37 Hektar Rebfläche zählt die Domaine Servin zu den größten Besitzer-geführten Betrieben in Chablis. Die Weinpalette umfasst alle Qualitätsstufen der Appellation. Unter den Grand Crus ragt insbesondere Les Preuses hervor, ein Wein von großer aromatischer Tiefe, dem oft ein Hauch Feuerstein und geröstete Haselnuss eigen ist.
Auch Blanchot, Les Clos und Bougros sind fester Bestandteil des Portfolios – jede Lage mit eigenem Charakter, jede in sich abgeschlossen und präzise vinifiziert. Im Premier-Cru-Segment stechen Montée de Tonnerre, Mont de Milieu, Vaucoupin, Vaillons, Forêts und Butteaux hervor. Die Weine werden hier mit besonderer Akribie auf die jeweiligen Boden- und Mikroklimastrukturen abgestimmt vinifiziert.
Der Chablis Vieilles Vignes stammt aus alten Rebanlagen der Sélection Massale und vereint Komplexität mit Frische. Ergänzt wird das Sortiment durch klassische Chablis und Petit Chablis, die einen unmittelbaren Zugang zum Stil des Hauses ermöglichen. Auffällig bleibt dabei die präzise Hierarchisierung innerhalb der Kollektion: Jeder Wein besitzt eine klar erkennbare Identität, die durch den selektiven Ausbau unterstrichen wird.