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Schloss Gobelsburg
Das Weingut im Überblick
- Gegründet im 12. Jahrhundert – eines der ältesten Weingüter Europas
- Seit 1996 geführt von Eva und Michael Moosbrugger
- Lage im niederösterreichischen Kamptal
- Hauptrebsorten: Grüner Veltliner (50 %), Riesling (25 %)
- Bedeutende Einzellagen: Ried Heiligenstein, Ried Gaisberg, Ried Lamm (alle ÖTW Erste Lage)
- Nachhaltiger Weinbau seit Generationen: Verzicht auf Herbizide, Einsatz organischer Dünger
- Internationale Anerkennung, u. a. durch Stuart Pigott („The legend of Schloss Gobelsburg rises again“)
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Hawesko Expertenmeinung
Weine vom Schloss Gobelsburg Weingut verbinden Herkunft, Handwerk und Historie auf höchstem Niveau. Sie eignen sich besonders für Kenner, die terroirgeprägte, langlebige und präzise vinifizierte Weine schätzen. Ideal für anspruchsvolle Genießer, die authentische österreichische Weinkultur mit Tiefe und Charakter suchen.
Historische Tiefe und kulturelle Kontinuität
Bereits im 12. Jahrhundert wurde hier Wein kultiviert, womit das Gut zu den ältesten kontinuierlich bewirtschafteten Weingütern Europas zählt. Über viele Generationen hinweg lag die Verantwortung in den Händen monastischer Gemeinschaften, die das Fundament für eine tief verwurzelte Weinbauphilosophie legten.
In jüngerer Zeit, seit dem Jahr 1996, wird das Weingut von Eva und Michael Moosbrugger geleitet, deren Ansatz es ist, diese historische Dimension nicht nur zu bewahren, sondern in die Zukunft zu überführen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das im Bau des neuen Weinkellers: Unter Leitung von Gutsdirektor Michael Moosbrugger wurde ein Gewölbekeller errichtet, der sich in seiner Konstruktion an mittelalterlichen Vorbildern orientiert. Ganz ohne moderne Trägerelemente, Stein auf Stein gemauert, ausschließlich in Handarbeit gefertigt – mit dem Anspruch, mindestens ein halbes Jahrtausend zu überdauern.
In der heutigen Betriebsführung trifft jahrhundertealte Erfahrung auf langfristig gedachte Innovation, was dem Betrieb eine in der Region einzigartige kulturelle Tiefe verleiht.
Nachhaltigkeit als gelebtes Prinzip
Längst bevor Begriffe wie „biologisch“ oder „nachhaltig“ Einzug in die moderne Weinvermarktung hielten, war der respektvolle Umgang mit der Natur auf Schloss Gobelsburg gelebte Praxis. Schon in der Zeit von Pater Bertrand, der einst für das Anwesen verantwortlich zeichnete, wurde ein naturnaher Weinbau gepflegt, der heute noch das Fundament der Arbeit in den Weingärten bildet.
Der Verzicht auf Unkrautvernichtungsmittel, die maßvolle Anwendung von Pflanzenschutz und der gezielte Einsatz von organischem Dünger sind keine Innovationen, sondern überlieferte Arbeitsweisen. Dabei geht es nicht um romantisierte Rückbesinnung, sondern um eine präzise, empirisch fundierte Auseinandersetzung mit dem Mikrokosmos Weinberg. Jeder Weingarten wird als eigenständiges Individuum betrachtet – mit jeweils spezifischem Bodenprofil, eigener Mikroklimatik und einer differenzierten Bewirtschaftung.
Diese kleinteilige, auf Beobachtung und Erfahrung gestützte Herangehensweise erlaubt es, das volle Potenzial jeder Parzelle auszuschöpfen. Schloss Gobelsburg verfolgt dabei keinen ideologischen Zugang, sondern einen pragmatischen – mit dem Ziel, Weine entstehen zu lassen, die sowohl Herkunft als auch Jahrgang unmissverständlich zum Ausdruck bringen.
Zwischen Gneis, Löss und Wind vom Manhartsberg
Das Terroir rund um das Schloss ist geprägt von einer bemerkenswerten geologischen und klimatischen Vielfalt, die den gobelsburger Weinen ein vielschichtiges, klar konturiertes Profil verleiht. Zwischen den kargen, steinigen Terrassen am Heiligenstein und Gaisberg einerseits und den tiefgründigeren, lössig-sandigen Böden rund um das Schloss andererseits, ergibt sich eine differenzierte Topographie, die den Charakter der Rebsorten maßgeblich beeinflusst.
Der Riesling gedeiht bevorzugt auf den felsigen Lagen des Heiligenstein und Gaisberg – dort, wo Gneis, Schiefer und Quarzsandstein die Wasserführung regulieren und zugleich für eine feine mineralische Spannung sorgen. Der Grüne Veltliner hingegen findet auf den sanfteren, wärmespeichernden Lössböden seine ideale Entfaltungsbasis.
Doch nicht nur die Geologie, auch das Mikroklima spielt eine zentrale Rolle: Der kühle Wind aus dem Waldviertel, der zunächst über die Eichenwälder des Manhartsbergs zieht, streicht später durch die Weingärten, sorgt für nächtliche Abkühlung und verleiht den Trauben aromatische Frische. Dieses komplexe Zusammenspiel von Natur und handwerklicher Steuerung ist es, das Schloss Gobelsburgs Weine zu präzisen Abbildern ihrer Herkunft macht.
Einzellagen und Rebsorten
Die stilistische Signatur der Schlosskellerei Gobelsburg Weine basiert auf einer klaren Fokussierung: Grüner Veltliner und Riesling dominieren das Rebsortenspektrum, beide in enger Verbindung mit den großen Einzellagen des Kamptals.
Die Riede Lamm, klassifiziert als ÖTW Erste Lage, gilt als Flaggschiff für den Grünen Veltliner – ein Wein von Tiefe und Struktur, der seine Herkunft am Fuß des Heiligensteins klar erkennen lässt.
Ebenso bedeutend sind die Rieslinge aus den Rieden Heiligenstein und Gaisberg, beide ebenfalls als ÖTW Erste Lagen eingestuft. Hier entstehen Weine mit straffer Mineralität, zurückhaltender Frucht und bemerkenswerter Langlebigkeit. Ergänzt wird das weiße Portfolio durch Lagen wie Grub, Renner und Steinsetz, ebenfalls Veltliner-dominiert und mit klar erkennbarem Terroirausdruck.
Im roten Segment stehen Sorten wie Zweigelt, St. Laurent, Blauburgunder und Merlot – insgesamt rund ein Viertel der Rebfläche – für eine differenzierte Ergänzung, jedoch ohne die weiße Fokussierung zu relativieren. Die Lagenweine werden in großen neutralen Holzfässern ausgebaut, um die aromatische Transparenz und Herkunftstreue zu wahren. Jeder Wein fungiert dabei als individuelles Zeugnis eines spezifischen Weinbergs – und nicht als standardisiertes Produkt.
Anerkennung und Reputation auf internationalem Parkett
Die Qualität der Schloss Gobelsburg Weine bleibt international nicht unbeachtet. Kritiker wie Stuart Pigott sprechen offen von einem „Wiederaufstieg einer Legende“, und verweisen auf die stilistische Stringenz, die Authentizität der Lagenweine und deren außergewöhnliche Lagerfähigkeit. Insbesondere die Rieslinge vom Heiligenstein und Gaisberg, ebenso wie der Veltliner aus der Ried Lamm, gelten als exemplarisch für den anspruchsvollen österreichischen Terroir-Ausdruck.