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Clos Colombu
Das Weingut im Überblick
- Gründung: 1973
- Region: Corse-Calvi, Korsika
- Rebfläche: 64 Hektar
- Gesamtfläche des Guts: ca. 140 Hektar
- Bewirtschaftung: biologisch, in Umstellung auf Biodynamie
- Inhaber: Die vierte Generationen der Familie Suzzoni
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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut
Weine von Clos Culombu stehen für korsische Identität, geologische Tiefe und familiäre Kontinuität. Sie richten sich an Genießer, die Authentizität, Vielfalt autochthoner Rebsorten und eine sensible Interpretation von Terroir schätzen.
Eine Familie und ihr Land
Die Geschichte von Clos Culombu beginnt 1973, als Paul Suzzoni gemeinsam mit seinem Vater Antoine die ersten Niellucciu-Reben in Lumiu und Montegrosso pflanzte. Was als kleines Familienprojekt begann, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem der prägenden Güter der Region.
1986 trat Pauls Bruder Étienne in den Betrieb ein und widmete sich fortan vollständig dem Ausbau des Weinguts. Mit Geduld und Konsequenz erweiterte er die Rebflächen, führte neue Rebsorten ein und schuf ein landwirtschaftliches Ökosystem, das heute Reben, Olivenbäume und frei weidende Rinder umfasst. Seit 2016 wird das Weingut von der nächsten Generation mitgetragen. Étiennes Sohn Paul-Antoine verantwortet den Keller, unterstützt von seiner Frau Lola und seinem Bruder Florian.
Ein lebendiges Gefüge
Für Clos Culombu ist Terroir kein statischer Begriff. Es wird als lebendige Komposition verstanden, die nur durch das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Zeit ihre Stimme findet. Geologie, Böden, Klima und Biodiversität stehen in ständigem Austausch.
Durch Entscheidungen im Weinberg und im Keller entsteht eine individuelle Lesart dieses Landes, die sich mit Erfahrung und Intuition weiterentwickelt. Ziel ist nicht Absolutheit, sondern Harmonie. Die Weine sollen eine möglichst ehrliche und unverfälschte Interpretation ihres Ursprungs sein, getragen von Präzision ebenso wie von Gespür.
Granit als Fundament
Die Weinberge von Clos Culombu liegen zwischen Meer und Bergen auf einem der ältesten granitischen Plateaus Korsikas, das rund 350 Millionen Jahre alt ist. Die monzogranitischen Böden bestehen aus kristallinem Gestein mit hohem Siliziumanteil und sind reich an Kalium, Magnesium und Mangan.
Durch die langsame Verwitterung entstanden über Jahrtausende sandige Lehmböden mit stark variierender Textur. In den Ausläufern der Berge dominieren sehr sandige Böden, während in den Ebenen lehmige bis tonhaltige Strukturen vorherrschen. Hinzu kommen alte alluviale Ton-Lehm-Böden aus den Hängen des Montegrossu.
Korsisches Erbe und mediterrane Akzente
Clos Culombu umfasst heute 64 Hektar, unterteilt in 27 eigenständige Produktionszonen. Rund 60 Prozent sind mit roten, 40 Prozent mit weißen Rebsorten bestockt. Das Rückgrat bilden die korsischen Sorten Vermentinu, Niellucciu und Sciaccarellu, die gemeinsam etwa zwei Drittel der Fläche ausmachen.
Ergänzt werden sie durch mediterrane Rebsorten innerhalb der Culombu-Linie. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Wiederbelebung alter, fast vergessener korsischer Rebsorten, die mithilfe von Neupflanzungen und Umveredelungen erhalten werden. Mehr als ein Viertel der Rebfläche ist heute diesen autochthonen Sorten gewidmet.
Arbeit im Weinberg
Die Weinberge liegen zwischen 50 und 150 Metern Höhe und erstrecken sich vom Ufer des Fiume Seccu bis zu den Hängen des Capu Bracaghju. Die Parzellen sind eingebettet in Olivenhaine, Macchia und Eichenwälder. Die Familie hinterfragt kontinuierlich die eingesetzten Methoden der Bodenbearbeitung und passt sie an Parzelle, Boden und Jahrgang an.
Die biologische Bewirtschaftung und die Umstellung auf biodynamische Praktiken zielen darauf ab, Qualität mit dem Respekt vor natürlichen Rhythmen zu verbinden. Klimatische und ökologische Herausforderungen werden als Anlass verstanden, Techniken weiterzuentwickeln.
Präzision, Gravitation und Vielfalt
Mit dem Bau eines neuen Kellers im Jahr 2010 begann für Clos Culombu eine neue Phase. Die Architektur ist schlicht, die Arbeitsweise präzise. 2018 folgte eine Erweiterung über drei Ebenen, die vollständig auf Schwerkraft setzt. Ziel ist es, die Weine sanft zu begleiten, ohne sie zu forcieren.
Beton, Edelstahl, Holz, Steinzeug und Glas stehen gleichberechtigt nebeneinander. Jedes Material dient dem Rhythmus des jeweiligen Weins. Jede Entscheidung folgt dem Anspruch, Authentizität und Terroir in den Vordergrund zu stellen.
Tierkraft und Handwerk – Arbeit mit Respekt
Ein besonderer Aspekt der Arbeit bei Clos Culombu ist der Einsatz von tierischer Zugkraft. Auf acht Hektar Weinbergen werden die Reben mit Hilfe der Maultierstute Bianca bewirtschaftet. Diese traditionelle Methode reduziert Bodenverdichtung und erhält das Bodenleben. Die Arbeit mit Tierkraft verbindet überliefertes Wissen mit einem zeitgemäßen Verständnis von Nachhaltigkeit und ist Ausdruck des Respekts gegenüber dem Boden und seiner langfristigen Fruchtbarkeit.