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Castello di Gabbiano

Castello di Gabbiano vereint jahrhundertealte Geschichte mit moderner Önologie und nachhaltiger Weinwirtschaft. Seit dem 11. Jahrhundert in den Hügeln des Chianti Classico verankert, setzt das Gut heute auf zertifizierte Nachhaltigkeit, innovative Kellertechnik und traditionelle Rebsorten wie Sangiovese. Verantwortlich für die Weinqualität sind Önologe Federico Cerelli und Agronom Francesco Caselli, deren enge Zusammenarbeit das Fundament für kontinuierlich hohe Standards bildet. Auf 165 Hektar entstehen Weine mit klarem Terroir-Ausdruck und kontrollierter Präzision.

 

Castello di Gabbiano

Das Weingut im Überblick

  • Lage: Im Chianti Classico, Toskana
  • Geschichte: Erste Erwähnung im 11. Jahrhundert; Weinanbau seit 1124
  • Rebfläche: 165 Hektar insgesamt
  • Rebsorten: 85 % Sangiovese, ergänzt durch Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Syrah, Petit Verdot, Colorino, Malvasia, Vermentino
  • Anbaumethode: Einzelstockerziehung (Guyot), nachhaltiger Weinbau (zertifiziert)
  • Kellertechnik: Historische Gewölbekeller, modernisierte Technik mit computergesteuertem Punching-down-System
  • Winemaker: Federico Cerelli (seit 2011), Önologe mit Ausbildung in Florenz und Bordeaux
  • Agronom: Francesco Caselli (seit 2007), verantwortlich für Weinberg und nachhaltige Bewirtschaftung
  • Nachhaltigkeit: Teilnahme an LIFE Green Grapes, V.I.V.A.-Projekt, SA 8000:2014-Zertifizierung
  • Stilistik der Weine: Klassischer, strukturierter Chianti Classico mit klarem Terroirausdruck


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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut

Die Weine von Castello di Gabbiano eignen sich besonders für Kenner klassischer Toskana-Weine, die Eleganz, Struktur und Terroirtreue schätzen. Wer authentischen Chianti Classico mit Balance zwischen Tradition und moderner Präzision sucht, findet hier charaktervolle, nachhaltig erzeugte Weine mit Tiefgang und Herkunft – ideal für anspruchsvolle Genießer.


Wurzeln im 11. Jahrhundert

Die Ursprünge des Castello di Gabbiano reichen zurück bis ins 11. Jahrhundert, als mit dem Bau des massiven, quadratischen Wehrturms begonnen wurde – ein strategischer Standort zum Schutz der bedeutenden Verbindung zwischen Florenz und Siena. Bereits 1124 begann die Errichtung der Kellerei, deren gewölbte Architektur auf eine frühe Nutzung zur Weinproduktion hinweist.

Eigentümer war zunächst die florentinische Bankiersfamilie Bardi, die im 13. Jahrhundert die Festung um charakteristische Guelfer-Zinnen und Ringmauern erweiterte. Ab dem frühen 15. Jahrhundert übernahm die politisch einflussreiche Familie Soderini das Anwesen. Tommaso Soderini dokumentierte 1464 die Bedeutung von Wein und Olivenöl auf dem Gut. Im Jahr 1505 wurde das Castello mit vier runden Türmen ausgestattet – ein architektonisches Echo französischer Einflüsse.

Nach der Verbannung der Soderini durch die Medici wurde das Anwesen über lange Zeit verlassen, bevor es im 17. Jahrhundert durch Francesco Soderini wiederhergestellt wurde. Die eingemeißelte lateinische Inschrift über dem Eingang zeugt bis heute von dieser Renaissance. In den folgenden Jahrhunderten erfuhr das Schloss diverse Restaurierungen, wobei stets großer Wert auf die Bewahrung der historischen Struktur gelegt wurde. Auch eine kleine Privatkapelle in neoklassizistischem Stil wurde im 19. Jahrhundert unter der Familie Del Turco errichtet.


Weinbau im Einklang mit der Umwelt

Die Weine des Castello di Gabbiano entstehen unter dem Leitmotiv, Tradition mit technischer Innovation zu verbinden. Seit über zwanzig Jahren setzt das Gut verstärkt auf nachhaltige Produktionsmethoden, die sowohl ökologische als auch soziale Verantwortung in den Fokus rücken.

Im Rahmen des europäischen Projekts LIFE Green Grapes wurde 2019 ein System etabliert, das die natürlichen Abwehrkräfte der Reben gegenüber biotischem Stress stärkt, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu minimieren und gleichzeitig die Biodiversität der Böden zu fördern.

Bereits seit 2018 ist das Weingut durch das Programm V.I.V.A. des italienischen Umweltministeriums für seine nachhaltige Gesamtleistung zertifiziert – eine Bewertung, die sich auf vier Indikatoren (Luft, Wasser, Gebiet und Weinberg) stützt.

Darüber hinaus trägt Castello di Gabbiano das Sozialzertifikat SA 8000:2014, das faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung grundlegender Menschenrechte garantiert. Die Nachhaltigkeit ist damit nicht nur ein agronomischer, sondern ein umfassend unternehmerischer Ansatz, der tief im Selbstverständnis des Weingutes verankert ist.


Geologie als Grundlage der Weinqualität

Die Weinberge des Guts erstrecken sich über 165 Hektar, eingebettet in die charakteristischen Hügel des Chianti Classico. Davon sind 109 Hektar der renommierten DOCG Chianti Classico gewidmet, ergänzt durch kleinere Parzellen für Vin Santo, Chianti DOCG und IGT-Weine.

Die geologische Beschaffenheit des Bodens – eine Mischung aus Ton und Kalkgestein – bildet die Grundlage für das differenzierte Aromenspiel der Rebsorten. Das Zusammenspiel von Mikroklima, Ausrichtung der Weinberge und Bodenbeschaffenheit ermöglicht einen präzisen Ausbau der Reben, insbesondere der dominanten Sorte Sangiovese (85 % der Fläche), ergänzt durch internationale Sorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Syrah und Petit Verdot sowie weiße Reben wie Malvasia und Vermentino.

Unter der Leitung von Francesco Caselli wurden die Weinberge in Zusammenarbeit mit der Universität Florenz und dem Konsortium Chianti Classico sukzessive erweitert und optimiert. Eine gezielte Klonenselektion und das Prinzip der nachhaltigen Einzelstockerziehung (Guyot) garantieren ein ausgewogenes Wachstum, das die Qualität der Trauben und damit des Weins auf hohem Niveau hält.


Chianti Classico im Zentrum

Im Mittelpunkt der Produktion steht der Chianti Classico DOCG, dessen Trauben ausschließlich von eigenen Weinbergen stammen. Diese Weine spiegeln das Terroir des Hauses in klassischer Form wider und profitieren von der sorgfältigen Arbeit im Weinberg wie im Keller.

Daneben entstehen auf dem Anwesen auch ein Vin Santo del Chianti Classico DOCG, ein traditioneller Süßwein mit begrenzter Produktionsmenge, sowie IGT-Weine, die aus internationalen Rebsorten komponiert werden.

Der Fokus liegt stets auf einer präzisen Selektion der Trauben, einer kontrollierten Gärung und der differenzierten Reifung in großen Holzfässern und Barriques, die in den historisch restaurierten Kellern untergebracht sind. Jene Keller, deren Ursprünge bis ins 14. Jahrhundert reichen, wurden mit großer Sorgfalt in ihrer ursprünglichen Struktur erhalten.

Ein technologisches Highlight stellt das mechanisierte und digital gesteuerte Punching-down-System dar, das in enger Zusammenarbeit zwischen einem Uhrmacheringenieur und dem Önologen Federico Cerelli entwickelt wurde. Es erlaubt eine hochpräzise Extraktion während der Maischegärung – ein Beleg für die Verbindung aus Handwerk und moderner Technik, die das Weingut auszeichnet.