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Pizzolato Prosecco

Die Cantina Pizzolato liegt in Villorba bei Treviso und ist seit 1991 bio-zertifiziert. Settimo Pizzolato machte den ökologischen Anbau zum Kern des Betriebs. Heute stehen Vegan-Zertifizierung, PIWI-Weine, Equalitas, Benefit-Society-Status, Photovoltaik, Recyclingverpackungen und die moderne Kellerei von 2016 für den umweltfreundlichen Kurs.

 

Cantina Pizzolato

Die Cantina Pizzolato im Überblick

  • Standort: Villorba bei Treviso, Veneto
  • Prägende Person: Settimo Pizzolato
  • Einstieg in den Familienbetrieb: 1981 an der Seite von Vater Gino
  • Bio-Zertifizierung: 1991
  • Vegan-Zertifizierung: 2012
  • Neue Cantina: eröffnet 2016
  • PIWI-Weine: ab 2019 
  • Benefit Society: seit 2022
  • Equalitas-Zertifizierung: seit 2023


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Von der Familienlandwirtschaft zur Bio-Kellerei

Die Wurzeln der Cantina Pizzolato liegen in einem Familienbetrieb, der zunächst auf Viehzucht sowie Obstbau und -ernte ausgerichtet war. Wein und Trauben ergänzten das Angebot. 1981 trat Settimo Pizzolato an die Seite seines Vaters Gino.

In dieser Zeit begann er, mit biologischem Anbau und Alternativen zur Chemie zu experimentieren. Dazu gehörten integrierte und gelenkte Methoden des Pflanzenschutzes. Settimo Pizzolato beschreibt seine Motivation mit der Erinnerung an seinen Großvater, der sein Land bearbeitete und gesund lebte. 1987 kam die erste Abfülllinie hinzu. 1991 erhielt der Betrieb die Bio-Zertifizierung für alle Produkte. Die Rebfläche wuchs damals von 2,5 auf 7,5 Hektar. Damit wurde ökologischer Weinbau offiziell zum unverzichtbaren und prägenden Element der Kellerei.


Bio als Lebensentscheidung: die Philosophie der Cantina Pizzolato

Für die Cantina Pizzolato ist Bio keine reine Produktkategorie, sondern eine Lebensentscheidung. Der Begriff steht im Selbstverständnis des Betriebs für Respekt, Wissen, Wohlbefinden und Zusammenarbeit. Ein biologischer Wein soll die Umwelt respektieren, aus der er stammt, und zugleich achtsam gegenüber den Konsumenten sein.

Die Kellerei beschreibt den Bio-Weg als fortlaufendes Lernen: Jeder Jahrgang ist anders, jede Ernte verlangt neue Aufmerksamkeit, und nur ein tiefes Verständnis der Pflanze ermöglicht ihren Schutz. Diese Haltung prägt auch das Ziel, Bio-Weine erschwinglich und zugänglich zu machen. Settimo Pizzolato versteht sich dabei ausdrücklich als Landwirt, der Tradition bewahren und zugleich weiterentwickeln will. Die Kellerei arbeitet dynamisch und richtet ihre Entwicklung auf eine grüne Zukunft aus. Bio ist damit täglicher Anspruch und Maßstab für jede Entscheidung.


Weinberg, Keller, Verpackung und soziale Verantwortung

Im Weinberg werden alle Flächen nach den Prinzipien des biologischen Anbaus bewirtschaftet. Moderne Rückgewinnungssprühgeräte und Maschinen sollen bodenschonend arbeiten. Die Forschung spielt eine wichtige Rolle: Das Projekt „MI.DI.FEN.DO.“ widmet sich den natürlichen Abwehrkräften der Rebe. PIWI-Rebsorten sollen den Umwelteinfluss im Anbau um bis zu 90 % reduzieren.

Im Keller setzt Pizzolato auf 570 Solarpaneele, PEFC-zertifiziertes Buchenholz aus kontrollierten Cansiglio-Wäldern und spezialisierte Kontrollen in Vinifikation und Labor. Das Projekt Cycle4Green ermöglicht das Recycling von Silikonpapier aus dem Etikettierprozess. Verpackungen folgen derselben Logik: Etiketten aus Trester und Recyclingpapier, Flaschen mit 94 % Recyclingglas, Kork-Wiederverwendung über das ETICO-Projekt und Kartons aus 100% Recyclingmaterial.


Piave-Böden, Dolomitenblick und ein lebendiger Weinberg

Die Cantina liegt in Villorba, wenige Schritte vom historischen Zentrum Trevisos entfernt und nur wenige Kilometer von Venedig. Die Weinberge werden als „grüne Lunge“ des Betriebs beschrieben. Alle Flächen folgen den Grundsätzen des biologischen Anbaus. Biodiversität gilt als Schlüsselbegriff: Libellen, Marienkäfer, Wildkräuter und andere Insekten stehen für eine saubere, lebendige Umgebung ohne chemische Belastung.

Die Reben wurzeln in warmen Böden, die reich an mineralischen Elementen sind. Diese Steine wurden im Lauf der Zeit vom historischen Fluss Piave herangetragen. Von den Rebflächen reicht der Blick bis zu den Dolomiten, aus denen diese geologische Prägung stammt. In dieser Umgebung sollen die Pflanzen ausgewogene Früchte hervorbringen, die ihr Gebiet ausdrücken und zugleich die biologische Arbeitsweise sichtbar machen.


Schaumwein, PIWI und Bio-Linien mit klarer Entwicklung

Die Cantina Pizzolato entwickelte sich von Fasswein zu vollständig abgefüllter Produktion. Die ersten Etiketten trugen die charakteristischen Bögen der Familienvilla, die bis heute im Logo erscheinen. Frühe Weine waren Verduzzo, Merlot und Cabernet. 1994 entstanden die Schaumweine Frederik und Stefany: Frederik aus Chardonnay, Stefany aus Prosecco.  1999 überschritt der Betrieb die Marke von einer Million Flaschen jährlich.

2016 wurden bereits mehr als vier Millionen Flaschen produziert, darunter zwei Millionen Schaumwein, insbesondere Prosecco. 2019 begann mit PIWI-Weinen eine neue Phase: Nach Forschung im Weinberg und Versuchen im Keller wurde der erste Wein aus resistenten Reben vorgestellt, der Novello 2019. Im selben Jahr entstand die Linie „M-Use“ mit zwei Schaumweinen: Rosé Extra Dry und Pinot Grigio Extra Dry. 2021 lag die Produktion bei über neun Millionen Flaschen, alle bio-zertifiziert.


Die neue Cantina Pizzolato als grüne Kellerei bei Treviso

Die neue Cantina Pizzolato wurde im Mai 2016 eröffnet. Sie befindet sich in Villorba und verbindet Produktion, Büros, Verkostungsraum und Direktverkauf. Der Bau nimmt Bezug auf die historische Villa der Familie Pizzolato, deren drei Bögen im Unternehmenswappen weiterleben. Diese Villa steht für Gastfreundschaft und familiären Zusammenhalt.

Die Architektur verbindet Vergangenheit und Zukunft: Ein gläserner Gang schafft eine Sichtachse zwischen der historischen Villa und den neu entstehenden Weinbergen. Für den Bau wurden Berater, Lieferanten und Materialien aus der Region gewählt. Die Fassade besitzt eine „Haut“ aus vertikal gesetzten Holzplanken, die an Weinberge erinnert. Das Holz stammt aus PEFC-zertifizierter Cansiglio-Buche aus kontrollierten Wäldern. Es kommt aus lokaler Herkunft und steht im Einklang mit dem Anspruch der Kellerei, Wissen, Respekt und Wohlbefinden auch baulich sichtbar zu machen.