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Domaine Chanson

Die Domaine Chanson prägt seit 1750 den Stil großer Burgunderweine. Mit 88 Hektar Rebfläche in der Côte de Beaune und der Côte Chalonnaise steht das Haus für nachhaltigen Weinbau, parzellengenaues Arbeiten und handwerkliche Präzision. Im historischen Bastion reifen Weine mit klarer Terroir-Signatur und großem Entwicklungspotenzial.

 

Domaine Chanson

Das Weingut im Überblick

  • Gründung: 1750 durch Simon Verry in Beaune
  • Rebfläche: 88 Hektar, davon 43 ha in der Côte de Beaune, seit 2023 auch 45 ha in der Côte Chalonnaise
  • Rebsorten: Pinot Noir, Chardonnay, Aligoté
  • Lagen: Beaune, Chassagne-Montrachet, Puligny-Montrachet, Corton, Mercurey, Rully u. a.
  • Nachhaltigkeit: HVE-Zertifizierung (2016), seit 2024 erster zertifiziert biologischer Jahrgang
  • Vinifikation: Parzellenweise, minimalinvasiv, mit Fokus auf Terroirausdruck


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Hawesko Expertenmeinung

Weine der Domaine Chanson stammen aus Spitzenlagen mit weltweitem Renommee. Sie sind ideal für Weinliebhaber, die Authentizität, Struktur und Eleganz suchen. Wer feingliedrige, langlebige Burgunder schätzt, findet hier Weine mit Herkunft, Tiefe und großem Potenzial zur Reifung und Entdeckung.


Fast drei Jahrhunderte Burgundertradition

Gegründet wurde das Weingut im Jahr 1750 von Simon Verry, einem Kaufmann, der in Beaune bereits früh die Bedeutung der Lagen in der Côte de Beaune erkannte. Nach seinem Tod übernahm 1794 seine Witwe das bedeutende Gebäude „Le Bastion“, das noch heute das Herzstück der Domaine bildet.

Der Wechsel zur Familie Chanson erfolgte 1847. Unter deren Führung entwickelte sich das Haus zu einem der führenden Weinproduzenten der Region. In den 1970er-Jahren markierte der Bau einer modernen Kellerei einen wichtigen Schritt in Richtung technischer Erneuerung.

1999 wurde Chanson Teil der Bollinger-Gruppe. Diese Verbindung ermöglichte es dem Weingut, seine Qualitätsstrategie weiter zu schärfen und gezielt in Toplagen zu investieren. Maßgebliche Persönlichkeiten der Gegenwart sind Thierry Berger als Geschäftsführer, Vincent Avenel als Direktor des Hauses sowie Lucy Auger und Justine Savoye in den Bereichen Keller und Weinbau. 


Nachhaltigkeit als Fundament

Das Selbstverständnis der Domaine Chanson als Hüterin großer Terroirs spiegelt sich in einem klar definierten Nachhaltigkeitskonzept wider. Bereits 2015 stellte man in den Lagen der Côte de Beaune den Einsatz von Herbiziden ein. Ein Jahr später folgte die Zertifizierung mit dem französischen Umweltstandard „Haute Valeur Environnementale“ (HVE).

Der nächste konsequente Schritt war die Umstellung auf ökologischen Weinbau: 2021 begann die Umstellung, 2024 wurde der erste Jahrgang mit Bio-Zertifizierung vinifiziert. Mit dem Erwerb neuer Rebflächen in der Côte Chalonnaise im Jahr 2023 wird dieses Prinzip nun auch auf die Terroirs von Mercurey und Rully ausgedehnt. Die Biodiversität im Weinberg steht im Zentrum dieser Arbeit: von der Begrünung der Rebzeilen über angepasste Schnittmethoden bis hin zum selektiven Ernteschnitt – alle Maßnahmen zielen auf einen vitalen Boden und gesunde Reben ab. 


Terroir-Vielfalt in der Côte de Beaune und Côte Chalonnaise

Die Lagen der Domaine Chanson erstrecken sich über zwei der bedeutendsten Regionen des Burgund: die Côte de Beaune und – seit 2023 – die Côte Chalonnaise. Insgesamt bewirtschaftet das Weingut 88 Hektar, davon 43 Hektar im historischen Kerngebiet der Appellation Beaune Premier Cru.

Zu den prestigeträchtigen Herkunftsorten zählen unter anderem Chassagne-Montrachet, Puligny-Montrachet, Corton, Santenay und Savigny-lès-Beaune. Die Böden reichen von kalkhaltigen Mergeln bis zu tonigen Sedimenten, mit einer hohen Diversität an Expositionen und Mikroklimata. Durchschnittlich 40 Jahre alte Rebstöcke wurzeln hier tief und bringen Trauben mit hoher Komplexität und Charakter hervor.

Mit der Erweiterung in die Côte Chalonnaise – insbesondere in die Lagen von Mercurey und Rully – öffnet sich das Haus nun verstärkt auch den südlichen Ausdrucksformen des Burgunds. Diese neue Parzellenstruktur wird streng parzellenspezifisch bewirtschaftet: von Rebschnitt über Ertragsregulierung bis hin zu individuellen Erntezeitpunkten, stets orientiert an der Physiologie der Pflanze und den Gegebenheiten des Klimas.

 

Ausdrucksstarke Cuvées mit Identität

Der Rebsortenspiegel der Domaine konzentriert sich auf die drei klassischen weißen und roten Burgundersorten: Zwei Drittel der Rebfläche sind mit Pinot Noir bepflanzt – die Sorte, die wie keine andere das Zusammenspiel aus Boden, Exposition und Klima zum Ausdruck bringt. Der zweite Schwerpunkt liegt auf Chardonnay, aus dem einige der renommiertesten Weißweine des Hauses entstehen. Aligoté ergänzt als drittes Element die Stilistik des Hauses: frisch, zitrusbetont und auf schnelle Trinkfreude ausgelegt.

Besonders hervorzuheben sind die Premier-Cru-Lagen aus Beaune, deren unterschiedliche "Climats" – wie Clos des Mouches oder Les Marconnets – einzeln vinifiziert und ausgebaut werden. Die Weine durchlaufen eine sorgfältige Verarbeitung: Pinot Noir wird nach einer langen Kaltmazeration vergoren, der Ausbau erfolgt über 14 bis 20 Monate in maximal 25 % neuem Holz.

Besonders begehrt sind auch die Domaine Chanson Chablis und Chablis Premier Cru Weine.

Weißweine fermentieren und reifen auf der Hefe über acht bis 18 Monate, wobei der neue Holzanteil bei 15 bis 20 % liegt. Die Philosophie der minimalen Intervention zieht sich durch alle Prozesse – kein Schönung, keine Filtration –, mit dem Ziel, die Authentizität des jeweiligen Terroirs in jedem Glas erfahrbar zu machen.


Das Bastion in Beaune

Mitten in der Altstadt von Beaune erhebt sich ein monumentales Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert: der Bastion de l’Oratoire. Dieser Festungsturm, einst Teil der Stadtbefestigung, wurde 1794 von der Witwe Simon Verrys erworben und ist seither das Herz der Domaine.

Über vier Stockwerke, verbunden durch ein zentrales Treppenhaus, lagern hier unter konstanten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen rund 2.000 Fässer. Die Mauern sind bis zu acht Meter dick und bieten damit eine natürliche Klimatisierung, die dem Reifeprozess der Weine zugutekommt. Rote Burgunder werden auf drei Ebenen nach Jahrgängen getrennt ausgebaut, während das oberste Geschoss den weißen Weinen vorbehalten ist.

Die besondere Architektur erlaubt keinen maschinellen Transport – jede Bewegung der Fässer erfolgt manuell, was handwerkliches Können voraussetzt. Eine Rarität: Von der dritten Etage aus blicken die Kellermeister über die Reblandschaften von Beaune – ein seltenes Zusammenspiel von Historie, Handwerk und Naturbeobachtung, das den Charakter der Chanson-Weine maßgeblich mitprägt.