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Château Lafon-Rochet
Das Weingut im Überblick
- Appellation: Saint-Estèphe, Médoc
- Klassifikation: Quatrième Grand Cru Classé (1855)
- Rebfläche: 45 ha
- Rebsorten: 48 % Cabernet Sauvignon, 45 % Merlot, je 3,5 % Petit Verdot & Cabernet Franc
- Bio-Umstellung: Beginn 2020
- Eigentümer seit 2021: Familie Lorenzetti (Vignobles Cruse-Lorenzetti)
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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut
Château Lafon-Rochet verbindet klassifiziertes Saint-Estèphe-Terroir, biodiverse Bewirtschaftung und präzise Kellerarbeit. Besonders geeignet für Liebhaber strukturierter, langlebiger Médoc-Weine mit Tiefe und Eleganz.
Historische Wurzeln
Die Ursprünge reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Ursprünglich als „Domaine de Rochet“ bekannt, erhielt das Gut 1650 nach der Heirat von Antoinette de Guillemotes mit Étienne de Lafon seinen heutigen Namen. Über zwei Jahrhunderte entwickelte sich das Weingut kontinuierlich weiter und wurde 1855 als Quatrième Grand Cru Classé anerkannt.
1960 erwarb Guy Tesseron das Anwesen und leitete eine umfassende Restrukturierung ein. Nach einem Brand wurde ein neues Château errichtet. Sein Sohn Michel übernahm 1999 und modernisierte Keller und Gebäude. 2000 erhielt das Château seine markante goldgelbe Fassade, die zum visuellen Erkennungszeichen wurde. 2007 trat Basile Tesseron die Nachfolge an und ergänzte die Infrastruktur um Edelstahltanks und Betonkeller. Ende 2021 ging das Gut an die Familie Lorenzetti über.
Terroir zwischen Kies und blauem Ton
Die 45 Hektar Rebfläche verteilen sich auf zwei Anhöhen in Saint-Estèphe. Kiesböden sorgen für eine hervorragende Drainage und begünstigen Cabernet Sauvignon. Blaue Tonanteile regulieren die Wasserspeicherung und schaffen ausgeglichene Bedingungen für Merlot.
Die Reben sind im Durchschnitt 38 Jahre alt, einzelne Parzellen wurden vor über 80 Jahren gepflanzt. Das Terroir ist geprägt von der Kombination aus durchlässigem Kies und wasserhaltendem Ton – ein Spannungsfeld, das Struktur, Kraft und Eleganz vereint.
Biodiversität und agroökologisches Engagement
2019 startete Château Lafon-Rochet ein umfassendes Agroökologie-Programm als Reaktion auf klimatische Herausforderungen und Bodenerosion. Ziel ist die Schaffung ökologischer Korridore zur Stärkung des Bodenmikrobioms und zur Förderung der Biodiversität.
Zwischen den Rebzeilen sorgt gezielte Begrünung für Erosionsschutz und Bodenfruchtbarkeit. Unterschiedliche Grasarten werden je nach Bodentyp eingesetzt. Seit 2020 wurden über 4 Kilometer Hecken mit rund 4.500 Pflanzen angelegt, darunter Feldahorn, Schlehe, Weißdorn, Eiche, Esche und Weide. Eine drei Hektar große Naturreserve ergänzt das Konzept. 2020 begann offiziell die Umstellung auf biologischen Weinbau.
Stilistik und Qualitätsanspruch
Die Weine streben nach Kraft und Präzision bei gleichzeitiger Eleganz. Cabernet Sauvignon verleiht Struktur und Tiefe, Merlot ergänzt Fülle und Balance, Petit Verdot und Cabernet Franc sorgen für Komplexität.
Mit der Ernennung von Christophe Congé zum Managing Director im Jahr 2022 intensivierte das Gut seine Qualitätsstrategie. Die Kombination aus detailliertem Terroirverständnis, moderner Kellertechnik und langfristiger Umweltstrategie prägt den Stil der Weine, die für ihre Ausdruckskraft und ihr Temperament bekannt sind.