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Weingut Leitz

Das Weingut Leitz in Rüdesheim zählt zu den führenden Riesling-Erzeugern Deutschlands. Auf 90 Hektar, darunter 18 Hektar Steillagen, entstehen Weine mit klarem Terroirausdruck. Besonders die großen Lagen des Rüdesheimer Berges prägen die Handschrift des Hauses.

 

Weingut Leitz

Das Weingut Johannes Leitz im Überblick

  • Lage: Rüdesheim, Rheingau
  • Gründung: 1957 (Wiederaufbau), Übernahme durch Johannes Leitz 1985
  • Rebfläche: ca. 111 ha, davon 18 ha in Steillagen
  • Rebsorten: ca. 99 % Riesling, 1 % Spätburgunder
  • Zertifizierung: Fair’n Green Mitglied im VDP seit 1996


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Hawesko-Expertenmeinung zum VDP-Weingut in Rüdesheim am Rhein

Leitz' Weine verbinden Tradition, Umweltbewusstsein und Präzision zu international anerkannten Rieslingen, die das Terroir des Rheingaus in seiner ganzen Tiefe und Eleganz widerspiegeln.


Die Geschichte des Weinguts Leitz

Die Geschichte des Weinguts ist eng mit der Familie und mit Rüdesheim verbunden. Johannes Leitz wurde 1964 geboren. Sein Großvater Josef hatte das Weingut nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wieder aufgebaut. Nach dessen Tod führte Johannes’ Vater den Betrieb nur kurz, bevor er starb, als Johannes noch nicht einmal zwei Jahre alt war.

Seine Mutter hielt das Weingut daraufhin im Nebenerwerb am Leben und bewahrte so die Grundlage für die nächste Generation. Als Johannes 1985 nach seiner Ausbildung zum Winzermeister den Betrieb mit nur 2,9 Hektar übernahm, begann der konsequente Aufbau eines der heute führenden Weingüter des Rheingaus. Inzwischen sind die Weine in mehr als 30 Ländern gefragt. Mit Antonius Leitz arbeitet seit einigen Jahren auch die nächste Generation im Betrieb mit und bringt neue Ideen ein, ohne den gewachsenen Charakter des Hauses aus dem Blick zu verlieren.


Johannes Leitz' Weine sind klar von Herkunft und Rebsorte geprägt und zeigen eine Stilistik, die auf Authentizität, Frische und Mineralität setzt. Gerade die trockenen Rieslinge aus den Spitzenlagen des Rüdesheimer Berges gehören heute zur absoluten Spitze ihrer Kategorie. Sie verbinden Tiefgang, Energie und ein hohes Reifepotenzial mit einer präzisen, niemals überladenen Handschrift. Dass das Weingut international so stark wahrgenommen wird, hängt nicht nur mit der Qualität der Weine zusammen, sondern auch mit der Konsequenz, mit der Johannes Leitz den Riesling als große Rebsorte der Welt versteht und auf internationalen Märkten positioniert.


Philosophie: Terroir und Natur im Fokus

Die Familie verbindet Qualitätsanspruch mit einem klaren Bekenntnis zum Arbeiten im Einklang mit der Natur. Die Philosophie lässt sich mit einem Satz von Johannes Leitz verdichten: So wenig wie möglich eingreifen, damit sich der Wein in seinem eigenen Charakter entwickeln kann. Dieses Hands-off-Prinzip gilt im Keller ebenso wie im Weinberg.

Die Bewirtschaftung orientiert sich an einem respektvollen Umgang mit Natur, Böden und Landschaft. Begrünungen schützen vor Erosion, unnötige Befahrungen werden vermieden, und durch die Herstellung von eigenem Kompost aus Trester werden natürliche Kreisläufe gestärkt. Ziel ist es, gesunde Weinberge zu erhalten, die langfristig vital bleiben und ausdrucksstarke Trauben hervorbringen.

Die Fair’n-Green-Zertifizierung unterstreicht diesen Anspruch. Auch technisch setzt das Gut auf umweltschonende Lösungen: Eine Photovoltaikanlage deckt an sonnigen Tagen den gesamten Strombedarf des Betriebs. Nachhaltigkeit bleibt hier kein Zusatz, sondern ist Teil des täglichen Arbeitens vom Rebschnitt bis zur Füllung.


Kellerarbeit zwischen Präzision und Reife

Seit dem Neubau im Jahr 2012 verbindet das Weingut moderne Kellertechnik mit gewachsener Handwerkstradition. Edelstahltanks und Holzfässer ermöglichen eine differenzierte Vinifikation, die auf Präzision und Herkunftstreue zielt. Im historischen Teil des Guts kommen bis zu 60 Jahre alte Holzfässer zum Einsatz, in denen die wertvollsten Weine reifen und zusätzliche Tiefe entwickeln.

Auf unnötige Eingriffe wird bewusst verzichtet. Johannes Leitz beschreibt seine Rolle deshalb nicht als Weinmacher, sondern als begleitenden Mentor des werdenden Weins. Die kontrollierte Gärung dient nicht der Vereinheitlichung, sondern der behutsamen Unterstützung eines natürlichen Entwicklungsprozesses. So entstehen Weine, die präzise, klar und gleichzeitig tief verwurzelt in ihrer Herkunft bleiben.


Rebsorten und Sortimentsstruktur

Der Riesling ist die unangefochtene Leitrebsorte des Hauses und nimmt mit 99 Prozent fast die gesamte Rebfläche ein. Entsprechend konsequent ist die stilistische Ausrichtung des Sortiments auf die Differenzierung von Herkunft, Lage und Ausbau.

  • Gutsweine: Der Einstieg in die Stilistik des Hauses; saftig, animierend und klar auf Trinkfluss ausgerichtet, mit typischem Rheingau-Profil und präziser Säurestruktur.
  • Orts- und Lagenselektion: Weine, die den Charakter einzelner Herkünfte besonders deutlich zeigen und das unterschiedliche Profil der Weinberge im Rheingau herausarbeiten.
  • VDP.GROSSE LAGEN®: Die Spitze des Sortiments mit Herkunft aus Berg Schlossberg, Berg Rottland, Berg Roseneck, Berg Kaisersteinfels und Rosengarten; komplexe, langlebige Rieslinge mit intensiver Mineralität, Tiefe und großem Entwicklungspotenzial.
  • Signaturweine: Dazu zählt insbesondere der „Eins Zwei Dry“, den Johannes Leitz selbst als flüssige Visitenkarte des Weinguts bezeichnet; ein trockener Rheingau-Riesling mit saftiger Frucht, harmonischer Säure und zugänglichem Stil.
  • Zero: Neben den klassischen Weinen bietet das Weingut eine stetig wachsende Zahl alkoholfreier Weine, Sparklings und Aperitifs. Dazu zählen fertig gemixte Spritz-Varianten, die in Kooperation mit Dr. Jaglas entstehen.


Die großen Lagen im Rüdesheimer Berg

Das Herzstück des Weinguts sind die steilen und geologisch markanten Lagen des Rüdesheimer Berges. Hier entstehen jene Rieslinge, mit denen das Gut weltweit in Verbindung gebracht wird.

  • Rosengarten: Monopollage im Herzen von Rüdesheim rund um die historische Brömserburg; geprägt von Schwemmland, kalkhaltigem Löss und leichtem Quarziteintrag, was Weine mit feiner Frucht und nachhaltigem Volumen hervorbringt.
  • Berg Rottland: Südexponierte Lage mit rund 33 Prozent Hangneigung und Böden aus verwittertem Hunsrückschiefer, Löss und mineralstoffreicher Feinerde; bekannt für früh reifende Trauben und ausdrucksstarke, substanzreiche Weine.
  • Berg Roseneck: Steile, teils im Seilzug bewirtschaftete Lage mit Schiefer-Quarzit-Böden und Lösslehmeinschlüssen; ergibt rassige, langlebige Rieslinge mit ausgereifter Säure und klarer Struktur.
  • Berg Schlossberg: Eine der eindrucksvollsten Steillagen des Rheingaus mit bis zu 65 Prozent Neigung; geprägt von Taunusquarzit und Phyllitschiefer, die hochmineralische, tiefgründige und besonders strahlkräftige Weine hervorbringen.
  • Berg Kaisersteinfels: Hoch gelegene, teils terrassierte Lage mit kargen, steinigen Quarzitschieferböden und roten Schiefereinlagerungen; steht für Rieslinge von intensiver Mineralität, Tiefgang und markanter Strahlkraft.