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Weingut Emmerich Knoll
Das Weingut im Überblick
- Region: Wachau, Unterloiben
- Rebfläche: ca. 19,5 Hektar
- Bewirtschaftung: nachhaltig, organisch
- Hauptsorten: Grüner Veltliner, Riesling
- Jahresproduktion: ca. 150.000 Flaschen
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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut
Knoll Weine stehen für präzise Herkunft, klare Struktur und außergewöhnliche Langlebigkeit. Sie richten sich an Genießer, die Wachauer Weine mit Tiefe, Ruhe und Entwicklungspotenzial schätzen.
Die Wachau und das Weingut Knoll
Die Wachau nimmt unter Österreichs Weinregionen eine Sonderstellung ein. Nirgendwo sonst ist der Weinbau so eng mit einer spektakulären Kulturlandschaft verwoben. Steilterrassen ziehen sich entlang der Donau, deren Nähe das Klima entscheidend prägt. Temperaturunterschiede, Luftströmungen und unterschiedliche Bodenformationen sorgen für ausgeprägte Lagenprofile.
In dieser anspruchsvollen Umgebung bewirtschaftet die Familie Knoll seit Generationen ihre Weingärten. Rund ein Drittel der Flächen besteht aus Terrassenlagen, die ausschließlich in Handarbeit gepflegt werden. Der nachhaltige, organische Weinbau erfolgt ohne Zugehörigkeit zu einer Organisation, getragen von Erfahrung und genauer Beobachtung.
Geschichte und Familie – Sechs Generationen Weinbau
Die Geschichte des Weinguts reicht bis ins Jahr 1825 zurück, als die Vorfahren der Familie Knoll in Unterloiben mit dem Weinbau begannen. Seit 1947 ist die Flaschenfüllung fixer Bestandteil des Betriebs. Emmerich Knoll, geboren 1950, wurde bereits mit 14 Jahren in den elterlichen Betrieb integriert und prägte das Weingut über Jahrzehnte entscheidend.
Früh setzte er auf Ertragsreduktion und konsequente Qualitätsarbeit. Heute wird das Weingut von Emmerich und Monika Knoll gemeinsam mit ihren Söhnen Emmerich junior und August geführt. Emmerich junior ist zudem seit 2012 Obmann der Vinea Wachau. 2014 wurde ein moderner Neubau hinter dem Stammhaus eröffnet, der heute als Empfangs- und Verkostungsbereich dient.
Lagen und Terroir – Große Namen, klare Handschrift
Die Rebflächen des Weinguts Knoll zählen zu den bekanntesten der Wachau. Rieden wie Kellerberg, Loibenberg, Pfaffenberg, Schütt und Kreutles sind fest im kollektiven Gedächtnis ambitionierter Weintrinker verankert.
Grüner Veltliner wächst vor allem in Kreutles, Trum, Loibenberg und Schütt, Riesling in Loibenberg, Kellerberg, Pfaffenberg und Schütt. Die Nähe zur Donau, die steinigen Böden und die unterschiedlichen Expositionen sorgen für Weine mit klarer Mineralik, straffer Struktur und großer Tiefe. Viele dieser Weine zeigen ihr ganzes Potenzial erst nach Jahren oder Jahrzehnten der Reife.
Stilistik und Kategorien – Steinfeder, Federspiel und Smaragd
Die Weine des Hauses Knoll folgen der klassischen Wachauer Kategorisierung. Steinfeder steht für die leichtesten, Federspiel für mittelgewichtige und Smaragd für die gehaltvollsten Weine. Besonders die Smaragde gelten als große Stärke des Weinguts – und zugleich als größte Herausforderung der Region.
Hier gelingt es, Konzentration und Eleganz in Balance zu halten. Knoll-Weine sind stoffig, aber nie schwer, komplex, aber nie laut. Sie gelten als langlebig und entwickeln mit zunehmender Reife zusätzliche Facetten. Smaragde und Prädikatsweine werden bewusst erst ab September ausgeliefert, um den Sommer über im kühlen Keller nachzureifen.
Rebsortenvielfalt und Vinothekfüllungen
Rund 90 Prozent der Rebfläche entfallen auf Grüner Veltliner und Riesling. Ergänzt wird das Sortiment durch Gelben Muskateller, Gelben Traminer, Chardonnay und Blauburgunder. Seit 1988 füllt das Weingut nahezu jährlich eine Vinothekfüllung vom Grünen Veltliner, seit 2000 auch vom Riesling.
Diese Selektionen aus den reifsten Trauben verschiedener Lagen können als trockene Auslesen verstanden werden. In Jahren mit geeigneter Botrytis entstehen zudem edelsüße Weine von der Auslese bis zur Trockenbeerenauslese. Die Weine gären und reifen überwiegend in großen Holzfässern.
Etikett, Kultstatus und Reifepotenzial
Kaum ein Etikett ist in Österreich ikonischer als jenes mit dem barocken Bild des heiligen Urban, das seit 1962 jede Flasche Knoll ziert. Das Motiv nach einem Gemälde von Siegfried Stoitzner wurde bewusst nie verändert und besitzt heute Kultstatus.
Ebenso legendär ist der Raritätenkeller des Weinguts, in dem größere Mengen bedeutender Jahrgänge eingelagert werden. Dadurch ist es möglich, gereifte Knoll-Weine direkt ab Hof zu beziehen – ein seltenes Privileg in dieser Qualität.