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Weingut Rinke

Seit 2006 belebt das Weingut Rinke in Mertesdorf bei Trier vergessene Grand-Cru-Lagen an Obermosel und Saar. Biologischer Anbau auf Muschelkalk und Schiefer sowie ein minimalistischer Ausbau kennzeichnen Weine mit Spannung, Finesse und Reifeanspruch.

 

Weingut Rinke

Das Weingut im Überblick

  • Gründung: 2006
  • Lagen: Langsurer Brüderberg „Im Galgenberg“, Saar (Oberemmeler Altenberg, Wiltinger Klosterberg, Wiltinger Braunfels)
  • Bewirtschaftung: biologisch nach Bioland, zertifiziert seit 2024
  • Fokus: vergessene Grand-Cru-Lagen
  • Rebsorten: Chardonnay, Riesling, Burgundersorten, Sauvignon Blanc und weitere
  • Geologie: Muschelkalk (Obermosel) und Schiefer (Saar)
  • Bewertungen: Eichelmann 2026 – 4 Sterne; Falstaff 2026 – 2 Sterne
  • Wichtiger Hinweis: Rinke-Weine brauchen Zeit – sollten mehrere Jahrgänge verfügbar sein, raten wir dazu, den älteren auszuwählen


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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut

Weine vom Weingut Rinke verbinden biologische Präzision mit geologischer Vielfalt. Sie eignen sich für Genießer, die charakterstarke Mosel- und Saarweine mit Reifeanspruch, Spannung und eigenständigem Profil suchen.


Die Geschichte des Weinguts Rinke – Neuanfang im Galgenberg

2006 übernahmen Marion und Alexander Rinke als Quereinsteiger eine nahezu vergessene Lage im Langsurer Brüderberg: „Im Galgenberg“, ein 2,5 Hektar großes, steiles und teils terrassiertes Areal zwischen Igel und Wasserbillig. Das brachgefallene Kleinod auf Muschelkalk war zuvor mit Elbling bepflanzt. Die Rinkes rodeten vollständig und setzten neu auf Chardonnay, überwiegend alter burgundischer Genetik, ergänzt durch Weiß- und Grauburgunder, Muskateller und Gewürztraminer.

Seit 2015 bewirtschaften sie zusätzlich große Steillagen an der Saar: Oberemmeler Altenberg, Wiltinger Klosterberg und Wiltinger Braunfels. Die dortigen Reben sind überwiegend 55 bis 60 Jahre alt. Geringe Erträge und genetische Vielfalt bilden die Basis für Weine mit typischer Saar-Stilistik.


Philosophie – weniger ist mehr

Die Rinkes verfolgen einen eigenen, qualitätsorientierten Weg. Ohne jahrhundertealte Tradition arbeiten Marion und Alexander Rinke mit frischen Ideen und einem klaren Fokus auf vergessene Grand-Cru-Lagen. Die Weinberge werden nach biologischen Grundsätzen gemäß den strengen Kriterien von Bioland bewirtschaftet. Die Bio-Zertifizierung erfolgte nach dreijähriger Umstellungszeit im September 2024.

Auch im Keller gilt ein minimalistischer Ansatz. Kellertechnische Eingriffe und Zusatzstoffe werden möglichst vermieden. Alle Weine sind auf natürliche Weise vegan. Die Weine sind bewusst keine „Instant-Weine“, sondern benötigen nach der Füllung Zeit zur Reife auf der Flasche. Ältere Jahrgänge gelten bei Verfügbarkeit als empfehlenswert.


Terroir – zwei Welten an der Mosel

Das Rinke-Weingut gehört zu den wenigen Betrieben an der Mosel, die sowohl Muschelkalk- als auch Schieferlagen bewirtschaften. An der Obermosel prägt der Muschelkalk die Weine des Langsurer Brüderbergs. Hier entstehen unter anderem Chardonnay-basierte „Gemischte Sätze“ mit langem Hefelager und Ausbau im großen Holz oder in gebrauchten Barriques.

An der Saar bestimmen Schiefersteillagen wie Wiltinger Klosterberg und Oberemmeler Altenberg das Profil. Rieslinge alter Reben zeigen hier feine Kräuterwürze, mineralische Tiefe und Finesse. Der Wiltinger Klosterberg Riesling Alte Reben Limited Edition 1963 stammt von 1963 gepflanzten Reben und wird unfiltriert abgefüllt.


Weine, Rebsorten und Stilistik

Das Rebsortenspektrum der Rinke-Weine umfasst Chardonnay, Pinot Blanc, Pinot Gris, Pinot Noir, Pinot Noir Précoce, Riesling, Sauvignon Blanc und Dornfelder.

  • Die Gutsweine stehen für Eleganz, Frische und Präzision. Pinot Blanc und Pinot Gris erhalten ihre Cremigkeit durch langes Hefelager. Der Rosé-Muschelkalk wird im gebrauchten Barrique oder im großen Holz vergoren und ausgebaut.
  • Die Saar-Cuvée „Wild auf Schiefer®“ vereint Parzellen aus Wiltinger Klosterberg und Oberemmeler Altenberg und steht für minimalistische Arbeit im Einklang mit der Natur.
  • Orange-Weine wie Orange Contrapunct (Chardonnay) vom Muschelkalk oder Orange Riesling Contrapunct von der Saar werden auf der Maische vergoren, im gebrauchten Barrique ausgebaut, grob filtriert und mit wenig Schwefel gefüllt.
  • Die Rotweine – Pinot Noir, Pinot Noir Précoce und Dornfelder („Rebellution“) – werden unfiltriert abgefüllt, mit wenig Schwefel versehen und lehnen sich in ihrer Machart an burgundische Vorbilder an.
  • Schaumweine wie Jour par Jour Riesling Sekt, Blanc des Blancs oder PassionSaar® Riesling Sekt entstehen in klassischer Flaschengärung mit ungewöhnlich langem Hefelager.