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Guerrieri Rizzardi

Guerrieri Rizzardi vereint zwei traditionsreiche Familienlinien aus Venetien, deren Wurzeln bis ins 15. Jahrhundert reichen. Heute bewirtschaftet das Weingut Lagen in Lugana, Bardolino, Valpolicella und Soave und steht für kontrollierte Eigenproduktion, nachhaltige Bewirtschaftung und präzise Lagenweine, die national wie international Anerkennung finden.

 

Guerrieri Rizzardi

Das Weingut im Überblick

  • Gründung: 1913 durch die Vereinigung der Familien Guerrieri und Rizzardi
  • Standorte: Bardolino, Valpolicella und Soave
  • Rebsorten: Regionale und internationale Sorten wie Corvina, Barbera, Sangiovese, Merlot, Chardonnay, Ancellotta
  • Weinphilosophie: „Estate produced and bottled“ – komplette Kontrolle über die gesamte Produktionskette
  • Nachhaltigkeit: Energieautarke Kellerei in Bardolino (seit 2011), Einsatz von Solarenergie, Gründüngung, mechanische Unkrautbekämpfung


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Hawesko Expertenmeinung

Die Weine von Guerrieri Rizzardi verbinden jahrhundertealte Familienexpertise mit moderner Präzision. Sie sind ideal für Weinliebhaber, die Charakter, Herkunft und handwerkliche Tiefe suchen. Besonders spannend für Kenner, die Wert auf Lagentypizität, elegante Struktur und nachhaltige Produktion legen – ein Weingut mit Substanz und Stil. Besonders empfehlenswert ist der Guerrieri Rizzardi Amarone.


Tradition und Kontinuität

Während die Familie Guerrieri bereits im frühen 17. Jahrhundert in Verona ansässig war und sich zunächst durch akademische Berufe auszeichnete, begannen sie bald, in Landbesitz zu investieren – insbesondere in der Valdadige und rund um den Gardasee. Die Verbindung zur Landwirtschaft und zum Weinbau wurde mit der Heirat von Vincenzo Guerrieri und Teresa Rambaldi im Jahr 1791 intensiviert. Letztere brachte Besitzungen im Hinterland von Bardolino ein, auf denen fortan Weinreben und Olivenbäume kultiviert wurden.

Parallel dazu entwickelte sich die Familie Rizzardi aus dem lombardischen Maderno und dem Stadtviertel San Marco in Verona. Ihre wirtschaftliche Tätigkeit umfasste neben dem Weinbau auch Ackerwirtschaft, Obstbau und Forstwirtschaft in Negrar – einem Kerngebiet der Valpolicella. Die entscheidende Zäsur folgte 1913 mit der Vereinigung beider Familien durch die Heirat von Giuseppina Guerrieri und Carlo Rizzardi – ein Zusammenschluss zweier über Jahrhunderte gewachsener landwirtschaftlicher Traditionen.


Von Antonio bis Maria Cristina Rizzardi

Der Übergang ins 20. Jahrhundert brachte einen grundlegenden Wandel in der Betriebsstruktur mit sich. Ab den 1950er-Jahren lenkte Ingenieur Antonio Rizzardi die Geschicke des Hauses. Er verabschiedete sich von der traditionellen Polykultur und konzentrierte sich zunehmend auf einen differenzierten, qualitätsorientierten Weinbau. Als Mitbegründer des Bardolino-Konsortiums im Jahr 1969 und langjähriger Vorsitzender war er maßgeblich an der strukturellen Modernisierung der Region beteiligt.

Nach seinem Tod 1983 übernahm seine Frau, Contessa Maria Cristina Loredan Rizzardi, die Leitung des Unternehmens. Sie setzte Akzente in der Internationalisierung des Weinabsatzes, förderte die Einführung von Einzellagenweinen nach dem „Cru“-Prinzip und erweiterte kontinuierlich die Rebflächen. 1984 übernahm sie zudem das Amt der Präsidentin des Garda Oil Protection Consortium und wurde 2010 als erste Frau der Region mit dem Titel Cavaliere del Lavoro ausgezeichnet – eine Anerkennung für ihre unternehmerische Leistung im landwirtschaftlichen Sektor.


Bardolino, Soave und Valpolicella - Vielfalt vom Gardasee

Das Weingut arbeitet heute auf drei geographisch wie klimatisch distinkten Standorten: Bardolino, Negrar di Valpolicella und Soave. Diese Differenzierung ermöglicht es Guerrieri Rizzardi, ein breites Spektrum regionaler und internationaler Rebsorten in optimalen Bedingungen zu kultivieren. Die Weingärten sind vollständig im Familienbesitz und werden eigenverantwortlich bewirtschaftet – ein Aspekt, der dem Unternehmen erlaubt, den gesamten Produktionsprozess unter vollständiger Kontrolle zu halten.

Die konsequente Orientierung an den jeweiligen Bodeneigenschaften spiegelt sich auch in der Rebsortenauswahl wider: Während traditionelle Sorten wie Barbera und Sangiovese weiterhin eine Rolle spielen, wurden in den 1990er-Jahren internationale Varietäten wie Chardonnay, Merlot und Ancellotta eingeführt, um die Komplexität und Tiefgründigkeit der Weine zu steigern. Im Mittelpunkt steht stets die Balance zwischen Authentizität und zeitgemäßer Interpretation des jeweiligen Terroirs.


Die wichtigsten Weine und Lagen der Guerrieri Rizzardi Winery

Einer der herausragendsten Weine des Hauses ist zweifellos der Amarone Calcarole, der 2014 als erster Wein der Region von Gambero Rosso mit dem Titel „Red Wine of the Year“ ausgezeichnet wurde. Dieser Amarone stammt aus einer streng selektierten Einzellage und steht stellvertretend für die Philosophie des Hauses: präzise Lagenarbeit, reduzierte Erträge, intensive händische Selektion.

Auch andere Weine aus dem Portfolio sind geprägt von akribischer Arbeit im Weinberg: Die Reberziehung erfolgt überwiegend im einfachen Guyot-System, wobei nur ein Fruchtrutentrieb pro Pflanze belassen wird. Jede Parzelle wird individuell gepflegt, die Erträge gezielt gesteuert. Drei erfahrene Teams arbeiten in den Kellereien in Bardolino, Negrar und Soave – jeweils so nahe wie möglich an den Rebflächen, um Transportwege zu minimieren und die Frische der Trauben zu bewahren.


Nachhaltigkeit mit Substanz

Im Jahr 2011 wurde in Bardolino eine neue, energieautarke Kellerei errichtet, die auf ökologische Effizienz ausgerichtet ist. Die 2000 m² großen Solarpaneele liefern mehr Energie als im Betrieb verbraucht wird. Fermentationstanks unter freiem Himmel nutzen die natürliche Sonnenwärme, ein Schwerkraftsystem ersetzt Pumpen bei der Mostbewegung, und Wasser wird aus einem eigenen Brunnen bezogen – Maßnahmen, die deutlich über symbolische Nachhaltigkeit hinausgehen.

Auch im Weinberg verfolgt Guerrieri Rizzardi eine ressourcenschonende Strategie: An den Rändern der Rebflächen wurden gezielt Sträucher gepflanzt, die nützliche Insekten anlocken, um natürliche Schädlingsbekämpfung zu ermöglichen. Zwischen den Rebreihen eingesäte Leguminosen wie Klee und Wicke dienen als Gründüngung, während in manchen Lagen mechanische Unkrautbekämpfung bevorzugt wird. Die Übernahme eines vier Hektar großen, biologisch zertifizierten Weinbergs an der Rocca del Garda im Jahr 2016 unterstreicht diesen Anspruch.