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Domaine Berthet-Bondet

Domaine Berthet-Bondet besteht seit 1984 in Château-Chalon im Jura. 15 Hektar Rebfläche, biologische Bewirtschaftung seit 2010 und eine historische Hofanlage aus dem 16. Jahrhundert prägen das Weingut. Seit 2018 leitet Hélène Berthet-Bondet den Familienbetrieb.

 

Domaine Berthet-Bondet

Das Weingut im Überblick

  • Gründung: 1984, erste Lese 1985
  • Lage: Château-Chalon, Jura
  • Rebfläche: 15 ha (4,5 ha Château-Chalon, 10,5 ha Côtes du Jura)
  • Bio-Umstellung: 2010
  • Leitung: Hélène Berthet-Bondet seit 2018
  • Historisches Wohnhaus mit Ursprung im 16. Jahrhundert


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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut

Weine vom Domaine Berthet-Bondet verbinden jurassische Tradition, biologische Bewirtschaftung und präzise Handarbeit in steilen Lagen. Besonders geeignet für Kenner charaktervoller, terroirgeprägter AOC-Weine aus Château-Chalon und Côtes du Jura.


Geschichte und Generationenwechsel 

Chantal und Jean Berthet-Bondet ließen sich 1984 in Château-Chalon nieder. Beide entstammen keiner alten Winzerfamilie, auch wenn es Vorfahren im Languedoc und einen Urgroßvater im Clos Vougeot gab. Jean studierte Agronomie in Montpellier, arbeitete als Forschungskoordinator in Nepal und entschied sich schließlich bewusst für den Weinbau. 1985 erfolgte die erste Lese. Chantal war parallel als Lehrerin für Phytotechnik und später als Agraringenieurin tätig.

Tochter Hélène lebte zunächst in Brüssel und arbeitete als Übersetzerin. 2013 begann sie eine Ausbildung im Weinbau, erwarb 2015 ihr Diplom und übernahm 2018 die Leitung des Gutes. Der Generationenwechsel erfolgte schrittweise, begleitet von der Weitergabe des handwerklichen Wissens durch Jean.


Historisches Anwesen und bauliche Entwicklung

Das Herzstück des Weinguts ist ein Gebäudeensemble, dessen zentraler Teil mit Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert stammt. Maßwerkfenster, eine Tür mit Kielbogen und Wappenschildern sowie ein Treppenturm zeugen von der Geschichte des Hauses. Die Nähe zu einem Turm aus dem 13. Jahrhundert deutet auf eine noch ältere Nutzung hin. Im 18. Jahrhundert gehörte das Anwesen dem Marquis Martin de Barjon. Während der Revolution wurde es als Nationalgut verkauft.

Mit der Übernahme durch die Familie Berthet-Bondet wurde die Infrastruktur modernisiert: 1986 entstand eine neue Cuverie in der ehemaligen Scheune, 1987 eine 400 m² große Reifekelleranlage, 1997 ein Lager- und Etikettierkeller.


Terroir und Weinbau im Jura

Das Gut bewirtschaftet 15 Hektar Rebfläche in den Appellationen Château-Chalon und Côtes du Jura. Die Weinberge sind häufig steil und verlangen intensive Handarbeit, da Mechanisierung nur eingeschränkt möglich ist. Die Mehrzahl der Reben wurde in den 1980er-Jahren gepflanzt, ergänzt durch jüngere Pflanzungen in den 1990er- und 2000er-Jahren.

Der Jura umfasst insgesamt rund 1.850 Hektar Rebfläche und zeichnet sich durch große geologische Vielfalt aus. Das Zusammenspiel von Klima, Untergrund und Rebsorten prägt die Weine maßgeblich. Die Region erhielt 1936 ihre erste AOC, nachdem der Wiederaufbau des Weinbaus nach der Reblauskrise gelungen war.


Biologischer Anbau und önologisches Selbstverständnis

Seit 2010 wird das Domaine Berthet-Bondet biologisch bewirtschaftet. Diese Umstellung erfordert erhöhte Aufmerksamkeit im Weinberg und einen intensiven Arbeitseinsatz. Ziel ist es, das Terroir präzise abzubilden und traditionelle jurassische Praktiken zu bewahren.

Im Jura spielt das Know-how des Winzers eine zentrale Rolle bei der Entscheidung über Vinifikation und Ausbau. Die Region ist geprägt von fünf Rebsorten und sechs AOC, darunter Château-Chalon und Côtes du Jura. Neben Stillweinen gehören auch Crémant du Jura, Vin de Paille und andere Spezialitäten zum regionalen Spektrum. Charakter, Vielfalt und Typizität definieren das Selbstverständnis der jurassischen Weinkultur.