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Weingut Georg Müller Stiftung

Das Weingut Georg Müller Stiftung in Hattenheim wurde 1882 gegründet und zählt zu den traditionsreichen Rheingauer Weingütern. Peter Winter führt den Betrieb, Tim Lilienström verantwortet Weinbau und Keller. 20 Hektar, Spitzenlagen, Handarbeit, niedrige Erträge und ein schonender Ausbau prägen Riesling und Burgunder. Kunst ist fester Teil der Identität.

 

Weingut Georg Müller Stiftung

Das VDP-Weingut in Hattenheim im Überblick

  • Standort: Hattenheim im Rheingau
  • Gründung: 1882 durch Georg Müller
  • Seit 1910 Gründungsmitglied des VDP
  • Inhaber: Peter Winter
  • Betriebsleiter und Kellermeister: Tim Lilienström
  • Rebfläche: 20 Hektar
  • Schwerpunkt: Riesling sowie Früh- und Spätburgunder
  • Weitere Rebsorten u. a.: Auxerrois, Sauvignon Blanc, Scheurebe, Müller-Thurgau, Roter Riesling, Viognier
  • Wichtige Lagen: Nussbrunnen, Wisselbrunnen, Hassel, Hallgartener Jungfer, Engelmannsberg, Schützenhaus, Klosterberg
  • Zertifizierung: Fair Choice


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Hawesko-Expertenmeinung zum Weingut

Rheingauer Spitzenlagen, präzise Handarbeit und geduldiger Ausbau formen klare, komplexe Weine. Empfehlenswert für Liebhaber charaktervoller Rieslinge und Burgunder, die Herkunft, Eleganz und kulturelle Eigenständigkeit schätzen.


Vom Weingut zur Stiftung

Die Geschichte des Weinguts beginnt 1882, als Georg Müller, Miteigentümer der Eltviller Sektkellerei Matheus Müller, das Gut in Hattenheim gründete. 1910 gehörte es zu den Gründungsmitgliedern des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter. Drei Jahre später stiftete Georg Müller das Weingut seiner Heimatgemeinde Hattenheim, wodurch der Name Georg Müller Stiftung entstand.

Nach der Eingemeindung Hattenheims in die Stadt Eltville wurde der Betrieb über Jahrzehnte als städtisches Weingut geführt. 2003 übernahm Peter Winter das Haus und investierte umfassend in Weinberge, Keller und Gebäude. Nach einer langen Karriere im internationalen Weinhandel verwirklichte er damit den Wunsch nach einem eigenen, kleinen Qualitätsweingut. 2013 kam  Kellermeister Tim Lilienström hinzu,

Die qualitative Entwicklung des Weinguts wurde seit dem Einstieg von Tim Lilienström durch nationale und internationale Auszeichnungen bestätigt. Besonders hervorgehoben wird der 2020er Hattenheimer Engelmannsberg Pinot Noir VDP.ERSTE LAGE®, der auf der ProWein 2024 von Mundus Vini als bester Pinot Noir Deutschlands ausgezeichnet wurde. Diese Anerkennung unterstreicht die Kompetenz des Hauses nicht nur beim Riesling, sondern auch bei den Burgundersorten.


Begleiten statt formen – die Philosophie 

Die Philosophie des Weinguts basiert auf dem Grundsatz, die Reben und Weine eher zu begleiten als zu formen. Hochwertige Trauben entstehen nach diesem Verständnis nur durch intensive, durchdachte Weinbergsarbeit, lebendige Böden, Artenvielfalt und eine natürliche Balance. Die Reben werden weitgehend von Hand gepflegt, Erträge durch grüne Lese reduziert und Trauben erst vollreif gelesen. Im Keller wird nur eingegriffen, wenn es notwendig ist.

Moderne und invasive önologische Produkte sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Peter Winter formuliert den Anspruch knapp: Herz und Leidenschaft für beste Qualitäten. Tim Lilienström übersetzt diesen Gedanken in einen Stil, der Feinheit, Klarheit, Komplexität und Biss verbindet. Besonders Riesling und Spätburgunder gelten als Kernkompetenz des Hauses. Zeit wird dabei als wichtiger Qualitätsfaktor verstanden, denn sie lässt Weine auf natürliche Weise an Ausdruck und Tiefe gewinnen.

Die Weine reifen je nach Stil in Edelstahltanks, französischen Barriques oder traditionellen Eichenholzfässern mit 1.200 Litern Fassungsvermögen. Ausgewählte Partien bleiben zehn bis 18 Monate im Holz. Teilweise kommt Bâtonnage zum Einsatz. Ziel ist stets ein Wein, der seine Herkunft bewahrt, zugleich aber genügend Struktur und Ruhe erhält, um sich vollständig zu entwickeln.


Rheingauer Spitzenlagen: Lösslehm, Quarzit und differenzierte Herkunft

Die Weinberge der Georg Müller Stiftung liegen in einigen der bekanntesten Lagen des Rheingaus. Zu den VDP.GROSSEN LAGEN® gehören Hattenheimer Nussbrunnen, Wisselbrunnen und Hassel, die Hallgartener Jungfer sowie das Oestrich-Winkeler Lenchen. Ergänzt werden sie durch VDP.ERSTE LAGEN® wie Hattenheimer Engelmannsberg und Schützenhaus, Oestricher Klosterberg und Assmannshäuser Frankenthal.

Die Böden bestehen vor allem aus Löss und Lehm, ergänzt durch Quarzit, weitere Gesteinsarten und anteilig Schwemmland. Diese Unterschiede prägen Weine mit jeweils eigenem Herkunftsprofil. Riesling nimmt den größten Teil der Rebfläche ein, während Früh- und Spätburgunder vor allem auf geeigneten, wärmeren und strukturreichen Standorten wachsen. Das Ziel ist, die Eigenart jeder Lage deutlich zu zeigen und Weine zu erzeugen, die nicht nur aromatisch klar, sondern auch mineralisch, komplex und langlebig sind.


Weine und Sortiment der Georg Müller Stiftung

  • Riesling – die wichtigste Rebsorte des Hauses. Je nach vorliegender Angabe liegt ihr Anteil zwischen rund 72 und 80 Prozent. Die Weine reichen von klaren Guts- und Ortsweinen bis zu komplexen Großen Gewächsen.
  • Früh- und Spätburgunder – zusammen etwa 15 Prozent der Rebfläche. Sie bilden neben Riesling die zweite Kernkompetenz des Weinguts.
  • Weitere Rebsorten – Auxerrois, Sauvignon Blanc, Scheurebe, Müller-Thurgau, Roter Riesling, Ehrenfelser, Viognier, Chardonnay, Merlot und Cabernet Franc ergänzen das Sortiment.
  • VDP.ERSTE LAGE® – Besonders empfohlen wird der trockene Riesling aus dem Hattenheimer Schützenhaus.
  • VDP.GROSSE LAGE® – Weine aus Nussbrunnen, Wisselbrunnen, Hassel, Jungfer und Lenchen stehen für die Spitze der Herkunftspyramide.
  • VDP.SEKT – Das Weingut erzeugt auch Sekt im Rahmen der VDP-Klassifikation.


Wein und Kunst: die besondere Identität der Georg Müller Stiftung

Ein Alleinstellungsmerkmal des Weinguts ist die enge Verbindung von Wein und moderner Kunst. Im historischen Gewölbekeller befindet sich eine Dauerausstellung, ergänzt durch wechselnde Präsentationen international bekannter Künstler im Veranstaltungsraum. Bei Weinproben werden Kunstwerke und Weine bewusst aufeinander abgestimmt, sodass visuelle und geschmackliche Eindrücke miteinander in Beziehung treten.

Peter Winter versteht diese Verbindung als Symbiose zweier Ausdrucksformen auf hohem Niveau. Die Kunst ist damit nicht nur ein dekoratives Element, sondern Teil der Identität des Hauses. Sie erweitert den Zugang zu den Weinen und macht das Weingut zu einem Ort, an dem sich Kultur, Geschichte und Genuss begegnen. Besonders Katharina Winter bringt dabei ihre kunsthistorische Ausbildung und ihre Kenntnisse der internationalen Weinwirtschaft in die Weiterentwicklung des Betriebs ein.