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Weingut zur Schwane
Das fränkische VDP-Weingut im Überblick
- Ort: Volkach an der Mainschleife
- Anbaugebiet Franken
- Historischer Ursprung: erste urkundliche Erwähnung 1404
- Inhaber: Eva Pfaff-Düker und Ralph Düker
- Betriebsleiter: Christian Kallisch, seit 2014
- Kellermeister: Stefan Ott, seit 1990 im Weingut
- VDP-Mitglied: seit 1993
- Rebfläche: 32,20 Hektar
- Rebsorten: 50 % Silvaner, 20 % Riesling, 20 % Burgunder, 10 % sonstige Rebsorten
- Geologie: Muschelkalk
- Wichtige Lagen: Volkacher Ratsherr, Am Lumpen 1655, Escherndorfer Lump und Escherndorfer Fürstenberg
- Zertifizierung: Fair Choice
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Hawesko-Expertenmeinung zum Weingut in Volkach
Schwane-Weine richten sich besonders an Liebhaber trockener Frankenweine, die Silvaner, mineralisch geprägte Muschelkalkherkünfte, klar definierte Lagen und einen zurückhaltenden, präzisen Ausbau mit eigenständigem Herkunftscharakter schätzen.
Von der Wirtsstube des Jahres 1404 zum VDP-Betrieb
Der historische Ursprung des Betriebes reicht bis in das Jahr 1404 zurück, als Weingut und Wirtsstube erstmals urkundlich erwähnt wurden, wobei der Name des Hauses auf die Familie Schwan zurückgeht. Eine entscheidende Wendung nahm die Geschichte in den 1930er-Jahren, als Winzer Josef Pfaff das damals heruntergewirtschaftete Anwesen neu aufbaute und damit die Grundlage für die weitere Entwicklung des Familienbetriebs legte.
1973 übernahmen Michael und Petra Pfaff Verantwortung und führten Haus, Gastronomie und Weinbau bis 1997 weiter, bevor mit Eva Pfaff-Düker und Ralph Düker die dritte Generation den Betrieb übernahm. Bereits vier Jahre zuvor, 1993, war die Schwane in den VDP aufgenommen worden.
Seit 2014 leitet Christian Kallisch das Weingut, nachdem ihn Studium sowie Lehr- und Wanderjahre im In- und Ausland fachlich geprägt hatten. Besonders Erfahrungen im Burgund beeinflussten seinen Blick auf Herkunft, Rebsortenprofil und Ausbau. Kellermeister Stefan Ott ergänzt diese Kontinuität seit 1990 und verantwortet die Arbeit im Keller von der Verarbeitung des Leseguts bis zur Abfüllung.
Qualität im Weinberg und präziser Ausbau im historischen Gewölbekeller
Die Philosophie des Weinguts folgt der Überzeugung, dass die wesentlichen Voraussetzungen für Qualität bereits im Weinberg geschaffen werden, weshalb sich das Team auf wenige charakterstarke Lagen und eine möglichst präzise Verarbeitung des Leseguts konzentriert.
Die Weißweintrauben werden schonend gepresst und nach einer Sedimentation über Nacht weiterverarbeitet, bevor der Ausbau abhängig von Rebsorte, Herkunft und gewünschter Stilistik in Edelstahltanks oder verschiedenen Holzgebinden erfolgt. Zum Einsatz kommen Stück- und Doppelstückfässer aus Spessarteiche ebenso wie Barriques und Tonneaux, wodurch sich der Ausbau gezielt an Struktur und Herkunft des jeweiligen Weins anpassen lässt.
Rotweine vergären auf der Maische in Holzgärständern und reifen anschließend teilweise mindestens 18 Monate im Barrique. Eine besondere Rolle spielt dabei der historische Gewölbekeller unterhalb des Hotels, der bereits seit Jahrhunderten zur Weinbereitung genutzt wird und teilweise früher als Zehntkeller der Stadt Volkach diente.
Der Betrieb ist zudem nach Fair Choice zertifiziert, wobei unter anderem Bodenpflege, Begrünung, Artenvielfalt, Ressourceneinsatz und betriebliche Abläufe berücksichtigt werden.
Muschelkalk und Steillagen: Das Terroir an der fränkischen Mainschleife
Die Weinberge der Schwane liegen rund um Volkach und Escherndorf im fränkischen Maindreieck, wo Muschelkalk die geologische Grundlage vieler Parzellen bildet und insbesondere Silvaner und Riesling ein klar erkennbares Herkunftsprofil ermöglicht. Der Volkacher Ratsherr liegt auf rund 200 Metern Höhe und ist mit einer Hangneigung von bis zu 65 Prozent nach Süden exponiert, während seine Lage in einem schmalen, flussnahen Tal für ein warmes und geschütztes Kleinklima sorgt.
Der skelettreiche Muschelkalkboden wird dort von einer sandigen Lehmauflage ergänzt, wodurch die Reben unter vergleichsweise trockenen Bedingungen wachsen. Noch ausgeprägter zeigt sich die Topografie rund um den Escherndorfer Lump, dessen nach Süden geöffneter Bergrücken Sonnenwärme bündelt und die Reben zugleich vor kalten Nord- und Ostwinden schützt. Mit Steigungen von bis zu 70 Prozent zählt dieser Bereich zu den markantesten Steillagen Frankens.
Der Escherndorfer Fürstenberg erreicht ebenfalls bis zu 60 Prozent Hangneigung und ist überwiegend nach Südosten ausgerichtet, sodass auch hier Exposition, Muschelkalk und ein begünstigtes Kleinklima die Stilistik der Weine bestimmen.
Silvaner, Riesling und Burgunder
Silvaner-Wein steht im Zentrum des Sortiments und bildet zugleich den wichtigsten Bezugspunkt für die Herkunftsphilosophie des Hauses, wobei die Rebsorte vom Ortswein bis zu den Spitzenlagen in unterschiedlichen Facetten ausgebaut wird. Als charakteristischen Einstieg in die Stilistik des Weinguts nennt Christian Kallisch den Volkach Silvaner VDP.ORTSWEIN, während der Volkach Urtyp Sylvaner mit längerem Hefelager und Ausbau in Spessarteiche eine eigenständige Interpretation der Rebsorte darstellt.
Im oberen Segment stehen Große Gewächse aus dem Volkacher Ratsherr und aus Am Lumpen 1655, die sowohl mit Silvaner als auch mit Riesling besetzt sind. Hinzu kommen Weine aus dem Escherndorfer Lump und dem Escherndorfer Fürstenberg, wobei neben Silvaner und Riesling auch Burgundersorten eine wichtige Rolle spielen.
Besonders der Volkach Weißburgunder VDP.ORTSWEIN zeigt diese zweite stilistische Achse des Hauses, da er im Holz ausgebaut wird und durch längeren Hefekontakt zusätzliche Struktur erhält. Das Sortiment reicht damit von klar herkunftsbezogenen Ortsweinen bis zu komplexeren Lagenweinen mit entsprechendem Reifepotenzial.