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Winzergemeinschaft Franken
Die Winzergenossenschaft im Überblick
- Gründung: 1959 in Würzburg
- Mitglieder: über 900 Winzer
- Rebfläche: über 1.200 Hektar
- Sitz: Kitzingen
- Bedeutende Rebsorten: Silvaner, Bacchus, Scheurebe, Müller-Thurgau, Domina, Spätburgunder
- Verbreitung der Weinberge: von Großostheim bis Zeil am Main sowie von Hammelburg bis ins Taubertal
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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut
Weine der GWF verbinden fränkische Tradition, große Lagenvielfalt und die Erfahrung von über 900 Winzern. Besonders empfehlenswert für Liebhaber charaktervoller, mineralischer Frankenweine mit regionaler Identität.
Die Geschichte der Winzergemeinschaft Franken
Die Entwicklung der GWF beginnt am 3. Februar 1959 mit der Gründung der Zentralkellerei fränkischer Winzergenossenschaften in Würzburg, die wenig später in Gebietswinzergenossenschaft Franken umbenannt wurde und den Grundstein der heutigen Winzergemeinschaft Franken legte. Bereits in den 1960er-Jahren prägten Aufbauarbeit und strukturelle Herausforderungen den Betrieb, während gleichzeitig wichtige Meilensteine erreicht wurden, etwa die Einweihung des bis heute bestehenden Sitzes in Kitzingen im Jahr 1963 sowie das Erreichen von 500 Hektar Rebfläche im Jahr 1969.
In den 1970er-Jahren setzte ein starkes Wachstum ein, das durch steigende Mitgliederzahlen und Zusammenschlüsse mit weiteren Genossenschaften getragen wurde; bereits 1976 überschritt die Rebfläche die Marke von 1.000 Hektar. Auch schwierige klimatische Jahre der 1980er-Jahre konnten die Entwicklung nicht aufhalten. In dieser Zeit setzte die Genossenschaft wichtige Impulse, etwa mit einem frühen Umweltprojekt im Weinbau oder der Produktion des ersten GWF-Ökoweins im Jahr 1985.
Die 1990er-Jahre brachten mit der Einführung von Mengenregulierungen im Weinbau eine neue Struktur und Planungssicherheit. Gleichzeitig investierte die GWF in moderne Technik und Qualitätsmanagement, etwa mit der Einführung eines HACCP-Konzeptes für hygienische Abfüllprozesse sowie einer ISO-Zertifizierung.
Gemeinschaft als Grundlage der Qualität
Im Zentrum der Winzergemeinschaft Franken steht bis heute die Idee der Zusammenarbeit vieler selbstständiger Winzerinnen und Winzer, die ihre Trauben in einer gemeinsamen Struktur vinifizieren lassen und dabei dennoch die Vielfalt der fränkischen Weinlandschaft bewahren. Die Genossenschaft versteht sich als Team, in dem Tradition, Innovation und Qualitätsbewusstsein eng miteinander verbunden sind.
Die Mitglieder der GWF arbeiten in unterschiedlichen Regionen Frankens, deren klimatische Bedingungen und mineralstoffreiche Böden vielfältige Ausdrucksformen der Rebsorten ermöglichen. Gleichzeitig sorgen zentrale Kellertechnik, strenge Qualitätskontrollen und gemeinsame Vermarktung für ein einheitlich hohes Qualitätsniveau. Diese Kombination aus regionaler Vielfalt und gemeinschaftlicher Organisation bildet das Fundament der Genossenschaft und erklärt ihren nachhaltigen Erfolg über mehrere Jahrzehnte hinweg.
Terroir im fränkischen Anbaugebiet
Die Weinberge der GWF erstrecken sich über das gesamte fränkische Weinbaugebiet, das sich von den Regionen rund um den Spessart bis zum Steigerwald sowie vom Saaletal bis nach Tauberfranken erstreckt. In diesen Landschaften prägen unterschiedliche Böden und Mikroklimata den Charakter der Weine. Mineralstoffreiche Untergründe und ein gemäßigtes Klima bieten ideale Voraussetzungen für klassische fränkische Rebsorten.
Besonders prägend ist der Silvaner, der traditionell im charakteristischen Bocksbeutel abgefüllt wird und als Leitrebsorte Frankens gilt. Ergänzt wird das Sortiment durch weitere regionale Klassiker wie Bacchus, Scheurebe und Müller-Thurgau sowie durch rote Sorten wie Domina und Spätburgunder. Jede Region, jede Einzellage und jeder Winzer bringen dabei eigene Nuancen ein, wodurch ein breites Spektrum an Weinstilen entsteht.
Moderne Entwicklung und technologische Innovation
Seit den 2000er-Jahren prägt eine Phase der Modernisierung und Markenentwicklung die Arbeit der Genossenschaft. Neue Weinlinien, Kooperationen mit anderen Anbaugebieten sowie gastronomische Projekte wie das Mainwein-Bistro auf der Alten Mainbrücke in Würzburg erweiterten die Präsenz fränkischer Weine weit über die Region hinaus.
Ein weiterer bedeutender Schritt erfolgte mit dem Bau einer neuen zentralen Kelterstation in Repperndorf, deren Planung 2019 begann und die seit 2021 offiziell in Betrieb ist. Sie ermöglicht eine besonders schonende Verarbeitung der Trauben und trägt damit zur weiteren Qualitätssteigerung bei. 2022 wurde auf dem Dach der Anlage eine 4.800 Quadratmeter große Photovoltaikanlage installiert, die rund 85 Prozent des jährlichen Strombedarfs deckt und damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung des Betriebs leistet.
Gegenwart und Zukunft der Winzergemeinschaft Franken
Die jüngsten Jahre zeigen, wie flexibel sich die Genossenschaft auf neue Herausforderungen einstellt. Während der Corona-Pandemie wurden digitale Formate wie Online-Weinproben entwickelt, um den Kontakt zu Weinliebhabern aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig erweitert die GWF ihr Sortiment kontinuierlich, etwa durch alkoholfreie Produkte, die seit 2023 angeboten werden.
Mit der Abfüllung der 200-millionsten Flasche im Jahr 2024 und der Auszeichnung mit dem Siegel „Geprüfte Qualität – Bayern“ im Jahr 2025 unterstreicht die Genossenschaft ihre Bedeutung für den fränkischen Weinbau. Über sechs Jahrzehnte nach ihrer Gründung bleibt die GWF Kitzingen ein Beispiel dafür, wie gemeinschaftlicher Einsatz, technologische Innovation und regionale Identität zusammenwirken können, um die Zukunft des Weinbaus aktiv zu gestalten.