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Nik Weis - St. Urbans-Hof

Mosel-Riesling mit Herkunft und Haltung

Seit drei Generationen widmet sich das Weingut Nik Weis – St. Urbans-Hof in Leiwen an der Mosel dem Riesling. Die rund 45 Hektar Weinberge an Mosel und Saar spiegeln ein tiefes Verständnis für Terroir, Handwerk und Tradition wider. Mit fünf VDP.GROSSEN LAGEN®, einer eigenen Rebschule und einem kompromisslosen Qualitätsanspruch steht das Familienweingut für Herkunftsweine mit klarer Handschrift – erzeugt durch konsequente Handarbeit und spontane Vergärung mit natürlichen Hefen.

 

Weingut Nik Weis

Familientradition und Forschungsgeist

Der Grundstein für das heutige Weingut wurde 1947 von dem Großvater des heutigen Inhabers gelegt – mit der Gründung sowohl des Weinguts als auch einer der ersten privaten Rebschulen Deutschlands. Diese Doppelfunktion prägt bis heute den Charakter von St. Urbans-Hof. Hermann Weis, Vater von Nik, trieb nicht nur die Ausweitung der Rebflächen an Mosel und Saar voran, sondern forcierte auch die internationale Bedeutung der Rebschule.

Unter seiner Leitung gelang der Export von Rieslingreben bis nach Kanada. Nik Weis selbst trat früh in die Fußstapfen seiner Vorfahren: Mit 16 Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für Wein, die sich seither zu einer wissenschaftlich fundierten Berufung entwickelt hat. Unterstützt von seinem Außenbetriebsleiter Hermann Jostock widmet er sich intensiv der Erforschung und Vermehrung alter Rieslingklone der Mosel. Kellermeister Kai Hausen ergänzt das Team mit handwerklicher Präzision im Ausbau. Heute wird auf rund 50 Hektar nahezu ausschließlich Riesling kultiviert – mit einem klaren Bekenntnis zur Herkunft und einer ebenso tiefen wie respektvollen Verwurzelung in der Region.


Die Philosophie von Nik Weis

Nik Weis beschreibt seine Philosophie mit den Worten: „Fortschritt ohne Technikfeuerwerk“. Dahinter verbirgt sich eine tiefgreifende Überzeugung: Nicht der Einsatz moderner Mittel, sondern die Authentizität der Herkunft und die integrale Arbeit im Weinberg und Keller sind für die Qualität entscheidend.

Handarbeit bleibt das Fundament – von der Einzelpfahlerziehung in den steilen Weinbergen bis zur traditionellen Spontangärung in Moselfuderfässern. Die Weine werden ausschließlich mit natürlichen Hefen vergoren, was eine maximale Terroirausprägung erlaubt. Ergänzt wird dieses Qualitätsverständnis durch eine klare Einteilung der Weinlinien:

 Weine mit weißen Etiketten kennzeichnen trockene bis herbe Ausprägungen, während schwarze Etiketten für fruchtige bis edelsüße Varianten stehen. Ergänzt wird das Sortiment durch ausgewählte Burgundersorten im Gutsweinbereich.

Als VDP.SEKT-Erzeuger produziert das Haus zudem klassische Flaschengärungen mit mindestens 18 Monaten Hefelager. Im Zentrum aller Bemühungen steht jedoch stets die Ausdruckskraft des Rieslings – ein Bekenntnis, das nicht nur in der Stilistik, sondern auch in der wissenschaftlichen Arbeit mit genetischem Rebgut Ausdruck findet.


Die Lagen von Nik Weis – St. Urbans-Hof

Die geologische Vielfalt der Weinberge von Nik Weis erstreckt sich entlang einer 60 Kilometer langen Linie zwischen Mosel und Saar. Insgesamt bewirtschaftet das Weingut fünf VDP.GROSSE LAGEN®, die durch unterschiedliche Schieferformationen, Ausrichtungen und Kleinklimata geprägt sind.

In Ockfen etwa liegt der historische Bockstein – eine konvex geformte Parzelle mit grauem Devonschiefer, hoher Pflanzdichte und Einzelpfahlerziehung. Diese Lage brachte schon im frühen 20. Jahrhundert einige der teuersten Weißweine hervor.

Der Saarfeilser in Schoden ist eine reine Südlage mit rotem Schiefer und Flusskiesel – der nahe Fluss speichert Wärme und reflektiert Licht. In Mehring prägt die steile, terrassierte Südlage Layet mit grau-blauem Schiefer den Wein mit markanter Mineralität.

Die Laurentiuslay in Leiwen kombiniert zerklüftete Steillagen mit trockenem, warmem Klima – hier dominieren Struktur und Kräuterwürze.

Das Goldtröpfchen in Piesport hingegen liegt in der sogenannten Moselloreley – felsige, winddurchwehte Steillagen mit idealer Wasserversorgung und alten, teils wurzelechten Reben.

Ergänzt werden die Lagen durch VDP.Ortsweine wie den Wiltinger Alte Reben aus bis zu 114 Jahre alten Rebstöcken, die von zahlreichen Wasseradern durchzogen sind – ein Mehrgenerationenprojekt, das dem Jahrgang selbst in trockenen Jahren Komplexität verleiht.


Klassifikationen mit Charakter

Die stilistische Vielfalt der Rieslinge aus dem Hause Nik Weis ist bemerkenswert – nicht nur durch die unterschiedlichen Lagen, sondern auch durch die Ausdifferenzierung innerhalb der Qualitätsstufen. Im Segment der VDP.GROSSEN LAGEN® entstehen trockene Große Gewächse wie der Layet GG oder das Laurentiuslay GG, aber auch edelsüße Prädikatsweine wie die Goldtröpfchen Auslese oder die Saarfeilser Spätlese.

Die Klassifikation dient dabei nicht nur der qualitativen Orientierung, sondern spiegelt das Streben nach größtmöglicher Präzision im Ausdruck der Herkunft wider. Ortsweine wie der Ockfener Riesling oder der Wiltinger Alte Reben geben bereits einen tiefen Einblick in die Typizität der jeweiligen Weinbaugemeinden, während Gutsweine wie der Mosel Riesling oder der Schiefer Riesling einen frischen und trinkfreudigen Einstieg in das Portfolio erlauben.

Ergänzt wird das Sortiment durch Sekte mit Jahrgangs- und Lagenbezug, die nach klassischer Methode der Flaschengärung hergestellt werden. Bemerkenswert ist darüber hinaus die sensorische Vielschichtigkeit innerhalb der „schwarzen Ausstattung“, deren Kabinett-, Spät- und Auslesen an Eleganz und Balance kaum zu überbieten sind.


Renommee und Anerkennung

Seit dem Beitritt zum VDP im Jahr 2000 gehört Nik Weis zu jenem exklusiven Kreis deutscher Spitzenweingüter, deren Qualitätsverständnis weit über gesetzliche Anforderungen hinausgeht. Das Haus genießt in Fachkreisen hohes Ansehen – nicht zuletzt durch die Vielschichtigkeit der Rieslinge, die internationale Kritiker immer wieder hervorheben.

Besonders die Große Gewächse wie das 2017er Layet GG oder die Kabinettweine aus dem Bockstein gelten als Paradebeispiele für die Stilistik der Region Saar. Die Tatsache, dass Rieslingklone aus der hauseigenen Rebschule weltweit – bis nach Kanada – exportiert werden, unterstreicht die nachhaltige Bedeutung des Weinguts auch über den reinen Weinbau hinaus.

Die sorgfältige Pflege alter Genetiken, die technologische Zurückhaltung und die konsequente Handarbeit im Weinberg verleihen dem Weingut ein unverwechselbares Profil, das sowohl Kenner als auch Forscher gleichermaßen fasziniert. In einer sensorischen Weinprobe vor Ort lassen sich die Unterschiede zwischen den Lagen eindrucksvoll erleben – mit Blick auf die Laurentiuslay, deren Name exemplarisch für die Herkunftsprägung des Hauses steht.


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