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Coata di Bussia
Das Weingut im Überblick
- Gegründet 1874 von Luigi Arnulfo, einem Wegbereiter des Barolo-Exports
- Lage: Monforte d’Alba, im renommierten „Cru“ Bussia
- Reine Eigenbewirtschaftung: 11 Hektar Rebfläche
- Terroir: mineralreiche Tonböden, Hanglage, manuelle Bewirtschaftung
- Rebsorten: Nebbiolo, Barbera, Dolcetto, Chardonnay
- Ausbau: traditionelle Vinifikation, lange Fassreifung, Flaschenlagerung
- Leitung durch Önologen Marco Marsili, Sergio Elia und Agronom Carlo Arnulfo
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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut
Costa di Bussia steht für klassisch vinifizierte Barolo-Weine mit Herkunftstreue und historischer Tiefe. Ideal für Kenner, die Authentizität, Reifepotenzial und ein unverfälschtes Terroir-Erlebnis suchen. Besonders geeignet für Sammler, Liebhaber traditioneller Stilistik und alle, die Barolo mit Geschichte und Struktur schätzen.
Luigi Arnulfo und die Gründung der Tenuta Arnulfo im Jahr 1874
Dass Luigi Arnulfo einmal zu den bedeutendsten Figuren der piemontesischen Weingeschichte zählen würde, war keineswegs vorgezeichnet. Geboren 1852 im nahegelegenen Cherasco, sollte er eigentlich die Apotheke seines Vaters Carlo übernehmen. Doch bereits mit 22 Jahren entschied sich Arnulfo für einen radikalen Kurswechsel: Statt Pharmazie widmete er sich dem Weinbau – mit bemerkenswerter Zielstrebigkeit.
Am 24. Februar 1874 unterzeichnete er gemeinsam mit seinem Vater den Kaufvertrag für die Cascina Bertoroni in der Region Costa di Bussia, einem Teil von Monforte d’Alba, der schon damals für die Qualität seiner Reblagen bekannt war. Damit begründete er die Tenuta Arnulfo, die er nicht nur besaß, sondern auch persönlich leitete – ein ungewöhnlicher Schritt für einen Gutsbesitzer seiner Zeit. Bereits wenige Jahre später exportierte er seinen Barolo über den Atlantik, unter anderem nach Kalifornien.
Zwei historische Flaschen aus den Jahrgängen 1874 und 1883, die in den 1980er-Jahren auf dem Gut wiederentdeckt wurden, belegen diesen frühen internationalen Weinaustausch. Arnulfos Vermächtnis lebt heute nicht nur in den Weinen, sondern auch im Museum fort, das sich auf dem Weingut befindet und sein Leben sowie seine visionären Ideen dokumentiert.
Costa di Bussia – Zwischen Tradition, Technik und Terroir
Die Weinberge rund um das Gut – eingebettet in die sanften, UNESCO-geschützten Hügel der Langhe – werden ausschließlich manuell bewirtschaftet. Auf dem anspruchsvoll zu bearbeitenden Terrain der Bussia-Hänge ist Maschinenarbeit kaum möglich, was intensive Handarbeit erforderlich macht.
Doch genau darin liegt ein zentraler Qualitätsfaktor: Die Nähe zum Rebstock, das präzise Lesen der Reifeentwicklung und der Respekt vor den Eigenheiten jeder Parzelle ermöglichen eine differenzierte und auf den Punkt gebrachte Vinifikation. Dass die Trauben ausschließlich aus eigenem Anbau stammen, verleiht jedem Wein eine klare Identität. In der Kellerei spiegeln sich die gleichen Prinzipien wider: Langsame, temperaturkontrollierte Gärprozesse, sorgfältige Mazeration und eine differenzierte Reifung – je nach Rebsorte und Stilistik – bilden das Fundament der Arbeit.
Hier trifft handwerkliche Strenge auf technisches Feingefühl. Besonders eindrucksvoll ist das Bestreben, in jedem Produktionsschritt die Charakteristik des Bodens und der Jahreswitterung spürbar zu erhalten.
Die Bussia – Ein Terroir mit Ausdruckskraft
Costa di Bussia liegt in einem der bekanntesten „cru“ des Barolo-Gebiets: der Bussia. Dieses Terroir, das sich zwischen Barolo und Monforte d’Alba erstreckt, ist geprägt von tonhaltigen, mineralreichen Böden, die den Weinen Struktur und Langlebigkeit verleihen. Die Hanglage, kombiniert mit optimaler Sonneneinstrahlung und einer ausgeglichenen Höhenlage, sorgt für ein ausgewogenes Mikroklima, das besonders der Nebbiolo-Rebe zugutekommt.
Die elf Hektar umfassenden Weinberge des Gutes sind in verschiedene Parzellen unterteilt, die jeweils spezifische geo-klimatische Eigenschaften aufweisen. Diese Vielfalt wird nicht nur im Weinberg berücksichtigt, sondern auch im Keller: Lesezeitpunkte, Mazerationsdauer und Fassausbau werden individuell angepasst, um die Eigenheiten jeder Lage zu bewahren. Eine Besonderheit ist der Verzicht auf Zukauf: Sämtliche Weine stammen ausschließlich aus dem Rebgut der Tenuta Arnulfo – ein Garant für Rückverfolgbarkeit und Terroirtreue.
Barolo, Barbera und mehr – Die Weine der Tenuta Arnulfo
Die Produktpalette von Costa di Bussia umfasst klassische Vertreter der Langhe, darunter Dolcetto d’Alba, Barbera d’Alba, Langhe Nebbiolo, Barolo sowie Langhe Chardonnay. Besonders hervorzuheben sind dabei die Lagenweine wie der Barbera d’Alba Campo del Gatto und die verschiedenen Barolo-Selektionen.
Der Campo del Gatto zeichnet sich durch seine Reifung in 500-Liter-Fässern aus französischer Eiche aus, die ihm Dichte und Struktur verleihen. Die Barolo-Weine wiederum erfahren eine bis zu 36-monatige Reifung in großen, 5.000-Liter-Fässern aus slawonischer Eiche – ein klassischer Ausbau, der dem Nebbiolo Raum zur Entfaltung gibt, ohne ihn zu überdecken.
Ergänzt wird das Sortiment durch den Langhe Chardonnay, dessen Ausbau auf der Feinhefe für etwa sechs Monate erfolgt und der somit eine elegante Frische mit subtilen Exotiknoten verbindet. Jeder Wein durchläuft nach der Vinifikation eine kontrollierte Flaschenreifung bei konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit, was der Komplexität und Lagerfähigkeit zugutekommt.