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Landesweingut Kloster Pforta

Das Landesweingut Kloster Pforta vereint über 850 Jahre Weinbaugeschichte mit moderner Expertise. Auf 50 Hektar Rebfläche in der Saale-Unstrut-Region entstehen Weine aus traditionellen Lagen wie Saalhäuser, Gosecker Dechantenberg und Pfortenser Köppelberg. Neben Burgundersorten und Riesling kultiviert das Weingut auch historische Rebsorten. Nachhaltige Bewirtschaftung im Rahmen des Projekts „Life VineAdapt“ prägt die Arbeit ebenso wie die enge Verbindung von Terroir, Tradition und wissenschaftlich gestütztem Weinbau.

 

Landesweingut Kloster Pforta

Das Weingut Kloster Pforta im Überblick

  • Gründung: 1137 durch Zisterziensermönche nahe Naumburg (Saale)
  • Rebfläche: 50 Hektar, größtes Weingut der Saale-Unstrut-Region
  • Historische Weinbergslagen: Saalhäuser (Muschelkalk), Gosecker Dechantenberg (Buntsandstein), Pfortenser Köppelberg (Flusskiesel, Löss), Naumburger Paradies und Eulauer Heideberg (Lösslehm)
  • Rebsorten: Weißburgunder, Grauburgunder, Riesling, Müller-Thurgau, Blauer Silvaner, Weißer Elbling, Weißer Heunisch, Spätburgunder, Zweigelt, André, Blauer Portugieser, Dornfelder
  • Nachhaltigkeit: Teilnahme am Projekt „Life VineAdapt“ zur Förderung von Biodiversität, Bodengesundheit und Klimaanpassung
  • Historische Bedeutung: Ursprünglich klösterliches Weingut, später staatliche Forschungsstätte zur Bekämpfung der Reblaus und Entwicklung des Pfropfrebenanbaus

 

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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut

Weine, die hier erzeugt werden, verbinden jahrhundertealte Weinbaukultur mit präziser Handwerkskunst. Historische Lagen, autochthone Rebsorten und nachhaltige Bewirtschaftung erzeugen charakterstarke Weine mit klarer Herkunft und feiner Mineralität, die die Saale-Unstrut-Region unverwechselbar widerspiegeln.


Historische Entwicklung

Die Ursprünge des Weinbaus in der Region Saale-Unstrut sind eng mit der Gründung des Klosters im Jahr 1137 verbunden. Unter der Schirmherrschaft des sächsischen Herrscherhauses legten die Zisterzienser den Grundstein für eine Weinbaukultur, die sich von einer rein klösterlichen Selbstversorgung hin zu einem wirtschaftlich bedeutenden Handelszweig entwickelte.

Vor der Reformation umfasste der Besitz des Klosters 167 Weinberge in 62 Orten, die zusammen eine Fläche von rund 260 Hektar abdeckten. Nach der Auflösung des Klosters durch Herzog Moritz von Sachsen im Jahr 1540 wurden die Weinberge in sogenannte Halbberge aufgeteilt: Ein Teil ging in die Bewirtschaftung der ansässigen Bauern über, während der andere Teil weiterhin Erträge für das Herrscherhaus lieferte.

Mit dem Übergang an Preußen im Zuge des Wiener Kongresses begann eine neue Ära. Die Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts führte zur Gründung einer staatlichen Forschungsanstalt, die unter Carl Julius Bernhard Börner maßgeblich zur Einführung des Pfropfrebenanbaus beitrug.

 Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Weingut 1952 in das „Volkseigene Weingut Naumburg“ überführt. Seit der Umwandlung in eine GmbH im Jahr 2008 gehört das Landesweingut Kloster Pforta zum Land Sachsen-Anhalt und pflegt eine jahrhundertealte Weinbau-Tradition mit modernem Anspruch.


Nachhaltige Maßnahmen und das Projekt „Life VineAdapt“

Seit Juni 2020 ist das Weingut Partner des Projektes „Life VineAdapt“, das die Widerstandsfähigkeit der Weinberg-Ökosysteme gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels verbessern soll. Die Maßnahmen umfassen die gezielte Förderung von Wildpflanzen und Insekten, um die Biodiversität zu steigern, sowie die Reduktion von Düngemitteln durch eine verbesserte Nährstoffbindung im Boden.

Ein weiteres Ziel ist die Erhöhung der Regenerationsfähigkeit der Böden nach Dürreperioden. Dies geschieht durch Humusaufbau und die Förderung natürlicher Bodenprozesse, die gleichzeitig eine höhere Kohlenstoffspeicherung ermöglichen. Darüber hinaus wird der Einsatz von Pestiziden durch die Nutzung natürlicher Gegenspieler von Schädlingen reduziert.

Diese Ansätze sind nicht nur ökologisch relevant, sondern tragen auch dazu bei, langfristig die Qualität der Trauben zu sichern. Durch die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Praxispartnern werden die Maßnahmen wissenschaftlich begleitet und kontinuierlich weiterentwickelt.


Terroir mit Geschichte

Die Lagen des Landesweinguts verbinden geologische Vielfalt mit historischer Bedeutung.

Die Saalhäuser, erstmals 1378 erwähnt, zeichnen sich durch Muschelkalkverwitterungsböden aus. Auf den 9,6 Hektar gedeihen Rebsorten wie Blauer Zweigelt, Riesling, Spätburgunder und Weißburgunder. Dieser Standort ist nicht nur Sitz des Weinguts, sondern auch ein Musterbeispiel für das Zusammenspiel von Boden, Lage und Sortenwahl.

Der Gosecker Dechantenberg, dessen Terrassen seit 1080 bewirtschaftet werden, besteht aus Buntsandsteinböden mit südwestlicher Ausrichtung. Auf 3,5 Hektar finden hier Weißer Riesling und Weißer Burgunder ideale Bedingungen vor.

Der Pfortenser Köppelberg schließlich, der erste urkundlich belegte Weinberg der Zisterzienser von 1147, liegt auf Flusskiesel- und Lössböden. Hier werden neben klassischen Sorten wie Riesling und Grauburgunder auch historische Rebsorten wie Blauer Silvaner und Weißer Elbling gepflegt.

Ergänzt werden diese Lagen durch das Naumburger Paradies und den Eulauer Heideberg, die vor allem für ihre Lösslehmböden bekannt sind und Burgundersorten von besonderer Eleganz hervorbringen.


Weine aus Kloster Pforta

Das Sortiment ist geprägt von einer klaren Ausrichtung auf regionale Sorten und deren Terroir. Im Bereich der Weißweine dominieren Burgundersorten wie Weißer und Grauer Burgunder, gefolgt von Riesling und Müller-Thurgau. Hinzu kommen autochthone Spezialitäten wie Blauer Silvaner, Weißer Elbling und Weißer Heunisch, die den historischen Bezug des Weinguts zur Klosterkultur widerspiegeln.

Auch die Rotweine zeichnen sich durch Vielfalt aus. Neben Spätburgunder und Zweigelt werden Sorten wie André, Blauer Portugieser und Dornfelder angebaut. Diese Rebsorten profitieren von den unterschiedlichen Böden der Weinlagen, die von Muschelkalk über Buntsandstein bis zu Lösslehm reichen. Die Weine aus Kloster Pforta sind Ausdruck einer jahrhundertelangen Weinbautradition, die konsequent mit moderner Expertise verbunden wird.