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Weingut Manincor

Manincor am Kalterer See steht für biodynamischen Weinbau, historische Kontinuität und einen kompromisslosen Qualitätsanspruch. Das Gut mit Wurzeln seit 1608 produziert seit 1996 eigene Weine und arbeitet seit 2006 vollständig biodynamisch. Lagenvielfalt, schonende Kellerarbeit und ein unterirdischer Keller unter den Weinbergen prägen Stil und Identität.

 

Weingut Manincor

Das Weingut im Überblick

  • Lage: Kaltern am See, Südtirol
  • Besitz der Grafen Enzenberg: seit 1978
  • Übernahme durch Michael Graf Goëss-Enzenberg: 1991
  • Erste eigene Weinproduktion: 1996
  • Erster vollständig biodynamischer Jahrgang: 2006
  • Bedeutende Rebsorten: Chardonnay, Weißburgunder, Merlot, Lagrein, Vernatsch und weitere


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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut

Manincor steht für biodynamisch erzeugte Südtiroler Weine mit präziser Herkunft, feiner Struktur und großer Eleganz. Besonders empfehlenswert für Liebhaber charaktervoller, terroirgeprägter Weine mit ruhiger, klarer Handschrift.


Die Geschichte von Manincor und der Familie Enzenberg

Die historischen Gebäude von Manincor gehen auf das Jahr 1608 zurück. Erbauer war Hieronymus Manincor, der für seine Verdienste um Österreich Grundstücke am Kalterer See und einen Adelstitel erhielt. Aus seinem erweiterten Familienwappen „Man-in-cor“, sinngemäß „Hand aufs Herz“, entwickelte sich die bis heute sichtbare Identität des Guts.

Über die Heirat seiner Enkelin mit einem Vorfahren der Grafen Enzenberg im Jahr 1662 entstand die Verbindung zur Familie, die in Südtirol seit etwa 1500 nachweisbar ist und sich bereits Ende des 17. Jahrhunderts mit Weinbau beschäftigte. 1978 ging das Gut in den Besitz der Grafen Enzenberg über. 1991 übernahm Michael Graf Goëss-Enzenberg Manincor von seinem Onkel. Zu diesem Zeitpunkt lieferte der Betrieb noch Trauben an Genossenschaften. Mit Ausbildung, klarer Vision und dem Anspruch, Weine mit eigener Handschrift zu erzeugen, begann er den grundlegenden Neuaufbau des Weinguts.


Biodynamische Philosophie und gelebte Kreislaufwirtschaft bei Manincor

Manincor versteht Wein als sinnlichen Ausdruck landwirtschaftlicher Kultur. Der Betrieb arbeitet mit großem Respekt vor Mensch, Tier und Pflanze ganzheitlich, nachhaltig und zukunftsorientiert. Obst, Wein, Wald und Wiesen werden als Einheit gedacht und sowohl nach EU-Biorichtlinien als auch biodynamisch bewirtschaftet. Der Entschluss zur Biodynamie entstand aus der Sorge um die Vitalität der Weinberge. Die Diagnose lautete: zu wenig Leben im Boden.

2006 war der erste vollständig biodynamische Jahrgang, 2009 waren alle Weine zertifiziert. 2007 gründete Manincor gemeinsam mit anderen Winzern die Gruppe „respekt-BIODYN“. Gelebte Biodiversität zeigt sich in Hecken, Baumgruppen, gemischten Saaten in jeder zweiten Rebzeile sowie in Schafen, Bienen und nistenden Vögeln in den Weinbergen. Ziel ist die Wiederherstellung natürlicher Kreisläufe. Dazu gehört auch die Nutzung von Biomasse aus eigenem Wald sowie aus Apfel- und Rebholz. Biodynamie ist hier kein Zusatz, sondern das Fundament des gesamten Betriebs.


Die Lagen und das Terroir rund um Kaltern

Die Bedeutung der Lagen steht bei Manincor im Zentrum. Das Gut betont ausdrücklich, dass Ausrichtung und Beschaffenheit der Weinberge nicht unterschätzt werden dürfen. Mehrere unterschiedliche Herkünfte prägen das Profil des Hauses. Warme Lagen sind bei Manincor für große Rotweine prädestiniert. Die Lage Lieben Aich bildet die Grundlage für die großen Sauvignons. Rund um Schloss Campan in Kaltern liegt die herrschaftliche Lage Campan.

Mazzon und Leiten bieten beste Bedingungen für Pinot Noir und Moscato. Hinzu kommen Panholzer und Keil als historische Lagen mit Seeblick. Diese Vielfalt an Mikroklimata und Standorten ermöglicht es, individuelle Weinstile zu erzeugen, die dennoch eine gemeinsame Handschrift tragen. Alle Weine verbindet Eleganz und Finesse. Die Herkunft bleibt dabei stets erkennbar. Manincor versteht seine Lagen nicht als abstrakten Besitz, sondern als lebendige Grundlage für unverwechselbare Weine mit Struktur, Spannung und Tiefe.


Kellerarchitektur und schonende Vinifikation als Teil der Qualitätsidee

Ein prägender Schritt in der Entwicklung des Weinguts war der Bau des neuen Kellers, der 2004 eröffnet wurde. Gemeinsam mit den Architekten Walter Angonese und Rainer Köberl entstand ein vollständig unterirdischer „Keller im Weinberg“, der Funktionalität, Schonung des Kulturgrunds und architektonische Einbindung verbindet. Auf rund 3.000 Quadratmetern und drei Geschossen finden große Holzfässer, Barriques, Gärbehälter, Edelstahltanks, Pressen, Abfüllanlage und Flaschenlager Platz.

Ein intelligentes Belüftungssystem reguliert auf natürliche Weise das Kellerklima. Wärmetauschpumpen, die über 80 Meter mit dem Boden verbunden sind, nutzen Erdwärme für den Temperaturausgleich. Die Vinifikation folgt dem Prinzip größtmöglicher Schonung. Nach händischer Lese und strenger Selektion bewegen sich Trauben, Maische, Most und Wein allein durch Schwerkraft über drei Ebenen, wodurch mechanische Belastungen vermieden werden.

Die Weine vergären spontan mit natürlichen Hefen aus dem Weinberg, die Rotweine entstehen in offenen Gärständern, Weißweine gären und reifen in ovalen Eichenfässern. Auch Abstiche und Füllungen orientieren sich an den rhythmischen Zyklen des Mondes.


Die Weine von Manincor und ihre stilistische Gliederung

Die eigene Weinproduktion begann 1996 mit sechs Weinen: Kalterersee, Moscato Giallo, Weißburgunder, Sophie, Mason und Cassiano. Heute umfasst das Sortiment verschiedene Linien, die stilistisch klar gegliedert sind. Unter dem Zeichen der Hand entstehen unkomplizierte, klassische, klare und zugängliche Weine.

Das Zeichen Herz steht für Weine aus dem Herzstück der Lagen, die kräftig und elegant das Potenzial der Herkunft zeigen. Unter der Krone werden Weine aus alten Rebanlagen zusammengefasst, sorgfältig selektiert und in kompromissloser Qualität erzeugt. Trotz dieser Vielfalt verbindet alle Manincor-Weine ein klares stilistisches Ziel: natürliche Qualität, Eleganz, Finesse und ein tragendes Gerüst aus Struktur. Jeder Wein spricht eine eigene Sprache, bleibt aber Teil einer erkennbaren Familienhandschrift.