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Gianfranco Fino Viticoltore

Gianfranco Fino gründete sein Weingut 2004 nach dem Kauf alter Buschreben in Manduria. Gemeinsam mit Simona Natale konzentriert er sich auf Primitivo und Negroamaro. Kalkhaltige Terra-Rossa-Böden, Meeresbrisen vom Ionischen Meer, Handlese und Barriqueausbau prägen dichte, präzise Kult-Weine wie ES, ES Red und JO.

 

Gianfranco Fino

Das Weingut in Taranto im Überblick

  • Region: Manduria, Apulien
  • Gründung/Start: 2004 mit 1,2 Hektar alter Buschreben
  • Rebfläche: über 21 Hektar
  • Produktion: rund 20.000 Flaschen pro Jahr
  • Rebsorten: ausschließlich Primitivo und Negroamaro
  • Erziehung: traditionelle Buschreben, „Alberello Pugliese“
  • Böden: kalkhaltige, lehmige rote Böden, Terra Rossa


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Hawesko Expertenmeinung zu Gianfranco Fino

Alte Buschreben, Terra Rossa und kompromisslose Handarbeit formen konzentrierte, präzise Primitivo- und Negroamaro-Weine. Empfehlenswert für Liebhaber kraftvoller Süditaliener mit Tiefe, Eleganz und klarer Herkunft.


Vom Olivenlandwirt zum Bewahrer alter Reben

Gianfranco Fino kam nicht über einen klassischen Winzerweg zum Weinbau. Er war zunächst Landwirt mit Schwerpunkt Olivenhaine. 2004 entdeckte er eine nur 1,2 Hektar kleine Rebfläche mit alten Buschreben, die wegen ihrer geringen Erträge ausgerissen werden sollte. Aus dieser Begegnung entstand der Kern des Weinguts. Gemeinsam mit seiner Frau Simona Natale verschrieb er sich der Rettung und Erhaltung alter Weinberge. Kurz darauf kamen elf weitere alte Parzellen hinzu. Viele dieser Reben sind im Durchschnitt über 50 Jahre alt. Später wurden zwar zusätzliche Rebanlagen gepflanzt, doch auch diese werden separat gelesen und ausgebaut. Heute bewirtschaftet das Weingut mehr als 21 Hektar, erzeugt daraus aber nur etwa 20.000 Flaschen. Diese geringe Menge zeigt den Qualitätsanspruch, der in der Region ungewöhnlich ist.


Typizität und Innovation als Philosophie

Die Philosophie des Weinguts beruht auf Typizität und Innovation. Gianfranco Fino verbindet traditionelle Anbautechniken mit modernen Produktionsprozessen. Im Mittelpunkt steht der Respekt vor alten Reben, regionalen Sorten und der apulischen Weinbautradition. Gleichzeitig wird im Keller präzise und technisch sauber gearbeitet.

Alle Arbeiten im Weinberg erfolgen sorgfältig und manuell. Die Produktion konzentriert sich ausschließlich auf Primitivo und Negroamaro aus eigenen Weinbergen. Die Etiketten greifen Gedanken von Freud und Jung auf. Sie stehen für Instinkt, Leidenschaft und Gewissen, die als roter Faden durch das Sortiment beschrieben werden. Besonders der Gedanke ungebändigter Leidenschaft ohne Kompromisse prägt das Selbstverständnis des Hauses. Diese Haltung teilen Gianfranco Fino und Simona Natale als Partner im Leben und im Weinbau.


Terra Rossa, Buschreben und Brisen vom Ionischen Meer

Die Weinberge  liegen in der Region Manduria, nahe Tarent, auf der Innenseite des italienischen Stiefelabsatzes. Dort wachsen die Reben auf kalkhaltigen, lehmigen roten Böden, der sogenannten Terra Rossa. Das Klima ist südlich und warm, wird aber durch stetige Brisen vom Ionischen Meer gemildert. Diese Verbindung aus apulischer Sonne, Meeresnähe und kalkig-lehmigem Untergrund schafft ein geeignetes Mikroklima für mediterrane Rebsorten wie Primitivo und Negroamaro.

Viele Reben sind als kleine Buschreben im traditionellen System des Alberello Pugliese erzogen. Da die Rebabstände teils nur rund 70 Zentimeter betragen, ist maschinelle Arbeit kaum möglich. Die Weinberge verlangen daher intensive Handarbeit. Gerade diese alten, niedrigertragenden Anlagen bilden das Fundament der konzentrierten, herkunftsbezogenen Weine.


Handlese und Barriqueausbau

Die Arbeit im Weinberg und Keller folgt einem klaren Qualitätsverständnis. Die Lese erfolgt in den frühen Morgenstunden, oft noch vor Sonnenaufgang. Nur ausgewählte Trauben werden manuell gelesen und in kleine Kisten gelegt. Anschließend werden sie in Kühlfahrzeugen zum Keller transportiert, um Frische und Qualität zu bewahren.

Das Entrappen beginnt erst am Nachmittag, wenn die Trauben die richtige Temperatur erreicht haben. Nach der Gärung reifen die Weine mindestens neun Monate in 228-Liter-Barriques aus französischer Eiche. Diese Arbeitsweise verbindet große Sorgfalt mit moderner Präzision. Das Ziel sind Weine, die die Kraft apulischer Rebsorten zeigen, aber nicht grob wirken. Die Stilistik wird als dicht, konzentriert und vielschichtig beschrieben, mit Aromen reifer, intensiver Trockenfrüchte und einer harmonischen Balance, die trotz hoher Konzentration keine Schwere entstehen lässt.


ES, ES Red und JO: die wichtigsten Weine

Das Sortiment von Gianfranco Fino besteht aus fünf Rotweinen und einem Rosé-Schaumwein nach traditioneller Methode. Alle Weine entstehen ausschließlich aus Primitivo und Negroamaro aus eigenen Weinbergen. ES gilt als Visitenkarte des Weinguts. Der reinsortige Primitivo stammt von rund 50 Jahre alten Rebanlagen und steht für die außergewöhnliche Konzentration, die dem Weingut eine treue Anhängerschaft eingebracht hat.

ES Red wird als absoluter Primitivo-Höhepunkt beschrieben. Er ist eine Selektion der besten Fässer aus den ältesten Reben des Weinguts und gilt als Aushängeschild.

JO ist der reinsortige Negroamaro, benannt nach dem nahegelegenen Ionischen Meer, Jonio. Die leicht überreifen Trauben werden im Stahltank vergoren und anschließend ungefähr ein Jahr in Barriques ausgebaut.