Das Lebenswerk des Baron Philippe Rothschild
Der Mouton und seine Wurzeln
Le vin de la victoire – der Wein des Sieges
Die Rothschilds und Château Mouton
Für Bordelaiser Verhältnisse ist die Geschichte von Château Mouton-Rothschild kurz. Lafite-Rothschild genoss schon im 19. Jahrhundert Weltruhm. Château Margaux war bereits zu Zeiten von Thomas Jefferson im 18. Jahrhundert ein Spitzenweingut. Dennoch ist sowohl die Geschichte der Rothschilds als auch die des Château Mouton lang. Nur eben nicht gemeinsam. Die Geschichte der Ländereien auf dem Boden des heutigen Weingutes geht bis ins 14. Jahrhundert zurück.
Im Lauf der Jahrhunderte kam es zu zahlreichen Besitzerwechseln. Zwischendurch fiel es sogar der englischen Krone zu. Die ersten Rebflächen wurden auf Château Brane-Mouton, wie es damals hieß, 1670 angelegt. 1853 fiel das Weingut in die Hände eines britischen Zweigs der Familie Rothschild. Die Rothschilds waren eine der einflussreichsten Bankiersdynastien in Europa, der aufkommenden internationalen Finanzgeschäfte.
1855 wurden anlässlich der Pariser Weltausstellung die besten Châteaux klassifiziert. Der Einzug in die höchsten Weihen der Premiers Grands Crus wurde Mouton damals nicht gewährt, da der Wein anderer Güter teurer gehandelt wurde (sie hatten ja auch einen zeitlichen Vorsprung …). Und auch den Einfluss des britischen Großbürgertums sah man in der jungen Französischen Republik nicht gerne. Zu einem Spitzenweingut machte es erst Philippe Rothschild ab 1922. Bis zu seinem Tod 1988 lenkte der Baron die Geschicke des Weingutes. Später gemeinsam mit seiner Tochter Philippine. Heute steht mit Philippines Sohn erneut ein Philippe an der Spitze von Château Mouton-Rothschild.
Der Pioniergeist der Rothschilds
Philippine de Rothschild entschied sich zunächst gegen den Wein und für ein Schauspielstudium. Vielleicht nicht der schlechteste Ansatz, dreht sich das Luxuswein-Segment doch viel um Inszenierung und die große Bühne. Doch unter ihrer Ägide hat das Château seine Stellung unter den vorderen Rängen im Weinolymp verteidigt und ausgebaut. Ein Paukenschlag in der Weinwelt war die Ankündigung von Opus One 1978. Frei vom ökologischen Hegemonialanspruch der Grand Nation gründeten die Rothschilds ein Premiumweingut in Kalifornien.
Das Joint Venture Rothschild-Mondavi wollte den besten Rotwein der Neuen Welt produzieren. Nach Bordelaiser Vorbild mit amerikanischem Ehrgeiz. Heute umfasst Opus One über 100 ha mit Flaschenpreisen über 300 €. Der zweite Satellit jenseits des Atlantiks wurde in Chile platziert. Der Ansatz, den Baronesse Philippine 1997 verfolgte, war ähnlich dem kalifornischen Projekt ihres Vaters. Eine Kooperation mit einem ansässigen Mega-Weingut, hier Concha y Toro, und nur allerhöchste Qualitätsansprüche. Der Almaviva gilt heute als einer der Top-Weine Chiles. Die Cuvée besteht aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot und dem typisch chilenischen Carménère.
Lés Cépages – Die Rebsortenweine aus Südfrankreich
Escudo Rojo – Rotschild auf chilenisch
Escudo Rojo ist die spanische Übersetzung der Worte „Roter Schild“ – gleichermaßen stehen die Weine der Linie für eine Übertragung der aus dem Bordeaux bekannten Weine von Baron Philippe de Rothschild nach Chile. 1999 erstmals vinifiziert und ausschließlich aus den französischen Rebsorten Carménère, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Syrah, Sauvignon Blanc und Chardonnay gewonnen, stehen die Weine aus der Andenrepublik heute Seite an Seite mit den legendären Rothschild-Weinen aus dem Bordeaux.
Insbesondere die Escudo Rojo Cuvée ist inzwischen eine Ikone und wird regelmäßig von Weinkritikern auf der ganzen Welt hoch bewertet und ausgezeichnet. Die Weine stammen aus verschiedenen Anbauregionen, die jeweils am besten dazu geeignet sind, die Trauben zur bestmöglichen Qualität gedeihen zu lassen: Der Carménère aus dem Rapel Valley, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Syrah aus dem Maipo Valley, im Casablanca Valley wachsen der Chardonnay und der Sauvignon Blanc. Durch den Anbau in den unterschiedlichen Regionen ist gewährleistet, dass die Stärken jeder Rebsorte voll zur Geltung kommen.
Chilenisches Terroir mit bordelaiser Handschrift
Das Wort „Anderra“ ist eine Kombination aus den Anden, der Gebirgskette, die das Land Chile maßgeblich prägt, und dem Wort Tierra“, was übersetzt „Boden“ bedeutet. Die Weinberge, von denen die Trauben für diese Linie stammen, liegen am Fuße der Anden und vereinen das dortige Terroir mit der Expertise von Baron Philippe de Rothschild. Drei rebsortenreine Weine existieren unter dem Anderra-Banner: Ein saftiger Sauvignon Blanc, dessen Trauben auf 100 – 400 Höhenmetern gelesen werden, ein intensiver Carménère aus Trauben, die in einer Höhe von 200 – 400 Metern reifen, und ein kräftiger Cabernet Sauvignon, dessen Reben auf einer Höhe von 500 – 1.000 Metern wachsen.
Was der Name verspricht, nämlich mit der Handschrift von Baron Philippe de Rothschild das volle Terroir des Weinbaus im Schatten der Anden zum Ausdruck zu bringen, ist auf beeindruckende Art und Weise geglückt! Längst sind die Andera-Weine weltweit in den Regalen der Weinhändler und auf den Weinkarten der Gastronomen fest etabliert!