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Celler de Capçanes

Celler de Capçanes gilt als Vorreiter in der Region Montsant. Gegründet 1933 als Kooperative, wandelte sich das Weingut ab den 1990er-Jahren unter der Leitung von Jürgen Wagner zu einer innovativen Kellerei mit internationalem Ansehen. Bekannt ist es insbesondere für ausdrucksstarke, terroirgeprägte Garnachas.

 

Celler de Capçanes

Das Weingut im Überblick

  • Gründung: 1933 als Winzergenossenschaft im Dorf Capçanes (Montsant, Katalonien)
  • Rebfläche: ca. 250 ha, bewirtschaftet von rund 80 Genossenschaftsmitgliedern
  • Höhenlage der Weinberge: 200–550 Meter über dem Meeresspiegel
  • Terroir: Vielfalt an Böden – Schiefer (Llicorella), Kalk, Ton, Granit
  • Rebsorten: Fokus auf Garnacha & Cariñena, ergänzt durch Syrah, Merlot und Cabernet Sauvignon
  • Stilistik: terroirbetonte Weine mit klarer Struktur und mineralischer Tiefe


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Hawesko Expertenmeinung zum Weingut

Das Weingut Celler de Capçanes steht für kompromisslose Qualität aus Montsant. Die Weine sind ideal für Weinliebhaber, die authentische Garnacha, klare Terroir-Profile und Wein abseits des Mainstreams suchen.


Die Gründung und Entwicklung von Celler de Capçanes Montsant

Die Geschichte von Celler de Capçanes beginnt 1933 als klassische Winzergenossenschaft, gegründet von fünf Familien aus dem kleinen Dorf Capçanes in der katalanischen Region Priorat. Über Jahrzehnte hinweg blieb das Weingut ein lokaler Produzent mit traditioneller Ausrichtung.

Erst die 1995 eingeleitete Kooperation mit einem jüdischen Exporteur brachte den entscheidenden Wendepunkt: Um die Anforderungen an koschere Weinbereitung zu erfüllen, investierte man nicht nur in technologische Modernisierung, sondern etablierte auch ein neues Qualitätsverständnis.

Die Verantwortung für diese Neuausrichtung lag maßgeblich bei dem deutschen Önologen Jürgen Wagner, der seither als technischer Direktor agiert. Wettbewerbe wie die „Decanter World Wine Awards“ oder der „Guía Peñín“ bescheinigen dem Weingut aus Spanien Jahr für Jahr hohe Bewertungen und Medaillen, was die konsequente Qualitätsausrichtung eindrucksvoll unterstreicht.


Weinmachen mit Haltung

Die Philosophie des Weinguts lässt sich als ein Spannungsfeld zwischen Respekt vor Tradition und experimenteller Neugier beschreiben. Besonders prägnant zeigt sich dieser Anspruch in der Herstellung koscherer Weine, die nicht nur technische Präzision, sondern auch ein tiefes Verständnis für kulturspezifische Anforderungen erfordern.

Dabei geht es nicht allein um die Einhaltung ritueller Vorschriften – vielmehr diente die Umstellung auf koschere Produktion als Motor für ein übergeordnetes Qualitätsdenken. Die Arbeit im Weinberg erfolgt weitgehend naturnah; auf Herbizide wird verzichtet, und auch der Ertrag wird bewusst niedrig gehalten, um die Konzentration in den Trauben zu maximieren. Jede Parzelle wird individuell behandelt, was dem Mikroklima und der Bodenstruktur Rechnung trägt.

Auch im Keller setzt man auf Präzision: Spontangärung ist ebenso Teil des Konzepts wie der gezielte Einsatz verschiedener Holzarten zur Reifung. Die Philosophie ist weniger dogmatisch als pragmatisch – mit dem Ziel, Weine zu schaffen, die sowohl das Terroir als auch die Handschrift des Hauses klar erkennen lassen.


Garnacha als Charakterwein

Einer der herausragenden Weine des Hauses ist zweifellos der „Cabrida“, ein reinsortiger Garnacha aus alten Rebstöcken, der das Terroir der Llicorella-Böden eindrucksvoll zur Geltung bringt. Er wird ausschließlich aus handverlesenen Trauben vinifiziert und in französischer Eiche ausgebaut – ein Wein von bemerkenswerter Struktur und Tiefe.

Nicht minder bedeutend ist der „Peraj Ha’abib“ (auch als „Flor de Primavera“ bekannt), ein koscherer Spitzenwein, der internationale Anerkennung genießt und das Prestige der koscheren Linie von Celler de Capçanes begründet hat.

Ergänzt wird das Portfolio durch die „La Nit de les Garnatxes“-Serie, die vier verschiedene Garnacha-Weine umfasst – jeder davon vinifiziert auf einem anderen Bodentyp: Schiefer, Ton, Sand und Kalkstein. Diese Linie dient nicht nur der sensorischen Vielfalt, sondern auch der Demonstration terroirspezifischer Unterschiede.

Neben den Rotweinen entstehen auch bemerkenswerte Rosé- und Weißweine, die das Spektrum abrunden und die Vielseitigkeit des Hauses unter Beweis stellen.