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Graham's Port
Port im Spiegel zweier Familien
Die Entstehung von Graham’s Port ist eng mit einem Zufall verbunden, der sich 1820 im Handelshaus von William und John Graham ereignete. Als Ausgleich für eine offene Schuld erhielten sie 27 Fässer Portwein – ein Ereignis, das ihre geschäftliche Zukunft grundlegend veränderte. Inspiriert vom Potenzial dieses Weins, entschieden sich die Brüder, ihre textile Tätigkeit aufzugeben und sich ganz dem Portwein zu widmen. Damit legten sie den Grundstein für eine der heute renommiertesten Portweinmarken.
Die Verbindung zur Familie Symington geht auf das Jahr 1882 zurück, als Andrew James Symington aus Schottland nach Porto kam, um für die Graham-Familie zu arbeiten. Die Übernahme des Hauses durch dessen Enkel im Jahr 1970 markiert den Beginn einer neuen Ära. Die Einführung des Vintage Port von 1970 unter der neuen Eigentümerschaft zählt heute zu den bedeutendsten Jahrgangsabfüllungen des 20. Jahrhunderts. Mit dieser Übernahme blieb Graham’s nicht nur in britischer Hand, sondern wurde Teil einer einzigartigen Familienstruktur, zu der auch Häuser wie Cockburn’s, Dow’s und Warre’s gehören – allesamt im Besitz der Symingtons und damit die letzten britischen Portweinhäuser in Familienbesitz.
Vision und Verantwortung
Das heutige Selbstverständnis von Graham’s Port ist untrennbar mit einem klaren Bekenntnis zur Nachhaltigkeit verbunden. Die Herausforderungen des Klimawandels und die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen stehen im Zentrum der Unternehmensstrategie, die in der Mission 2025 konkrete Ziele formuliert. Diese umfassen CO₂-Reduktion, die Nutzung erneuerbarer Energien, energieeffiziente Gebäude, Förderung der Biodiversität und den Schutz lokaler Ökosysteme.
Dabei versteht sich Graham’s als aktiver Treiber von Innovationen im Bereich nachhaltiger Weinbaupraktiken. Dazu zählen ressourcenschonende Verpackungskonzepte, elektrische Mobilitätslösungen und Maßnahmen zur Wiederaufforstung. Auch soziale Nachhaltigkeit ist ein zentrales Anliegen: Das Unternehmen schafft qualifizierte Arbeitsplätze mit fairen Bedingungen und unterstützt gezielt die wirtschaftliche Stabilität der umliegenden Gemeinden. Die B-Corp-Zertifizierung, die nur nach umfassender Prüfung sozialer und ökologischer Standards verliehen wird, bestätigt diesen ganzheitlichen Ansatz.
Teeroir-Vielfalt zwischen Douro Superior und Cima Corgo
Mit dem Erwerb der Quinta dos Malvedos im Jahr 1890 betrat Graham’s Neuland – als eines der ersten Portweinhäuser, das eigene Rebflächen im Oberen Douro erwarb. Diese Lage zwischen Cima Corgo und Douro Superior bietet optimale Bedingungen: heiße Sommer, milde Winter und eine gut ausgewogene Niederschlagsverteilung. Malvedos ist bis heute die wichtigste Quinta des Hauses und bildet die Basis vieler Vintage Ports.
Weitere Quintas ergänzen das Portfolio um wertvolle Terroir-Nuancen. Die Quinta do Tua, mit Trockenmauern aus dem 18. Jahrhundert, ist nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch qualitativ: Die gemischten Rebanlagen sind über 50 Jahre alt und spiegeln die vitikulturelle Vielfalt wider.
Die nahegelegene Quinta da Vila Velha liegt an der Südböschung des Douro und grenzt über drei Kilometer direkt an den Fluss. Mediterrane Vegetation und ein vielfältiges Ökosystem machen sie besonders ökologisch wertvoll.
Im abgelegenen Douro Superior liegt die Quinta do Vale de Malhadas. Diese traditionsreiche Quinta mit Blick auf den Fluss produziert hochwertige Trauben und trägt wesentlich zur Komplexität der Weine bei.
Präzision und Handwerk
In der Kellerei auf Quinta dos Malvedos, deren Ursprung ins Jahr 1890 zurückreicht, wird Weinbereitung als Handwerk verstanden. Die drei modernen Lagares, installiert im Jahr 2000, sind darauf ausgelegt, das traditionelle Stampfen der Trauben mit den Füßen auf moderne Weise zu reproduzieren.
Die Trauben werden von Hand selektiert, schonend entrappt und gelangen dann in die Lagares, wo die kontrollierte Gärung beginnt. Die anschließende Fortifikation bewahrt die Frucht und ermöglicht die Lagerfähigkeit des Ports.
Ein entscheidender Schritt liegt in der Selektion und Assemblage. Unter der Leitung von Master Blender Charles Symington prüft ein erfahrenes Team die Entwicklung jeder einzelnen Partie über Jahre hinweg. Dabei gibt es keine analytischen Vorgaben – allein sensorische Erfahrung und Intuition leiten den Prozess.
Die fertigen Weine verbringen den Winter zunächst in tonéis, bevor sie zur weiteren Reifung in die Graham’s Lodge nach Gaia gebracht werden. Für Graham’s ist dieser Prozess kein technischer, sondern ein kultureller Akt – der Übergang von Traube zu Portwein ist eine Frage des Wissens, der Geduld und des Vertrauens in die Zeit.
Die Graham’s Lodge – Ein Zentrum der Reifungskunst
Seit 1890 reifen alle Weine von Graham’s in der eigens errichteten Lodge in Vila Nova de Gaia. Der kühlere, atlantisch geprägte Einfluss dieses Ortes sorgt für optimale Bedingungen der Holzreifung – ein essenzieller Aspekt, denn die Stilistik des Ports wird maßgeblich durch den Reifungsprozess bestimmt.
Während Vintage Ports nach rund 18 Monaten in großen Holzfässern abgefüllt werden und ihre Reifung in der Flasche fortsetzen, entwickeln sich Tawny Ports durch langjährigen Kontakt mit Sauerstoff im Fass weiter. Die Farbveränderung vom kräftigen Rubinrot hin zu goldbraunen Tönen und die zunehmende Komplexität der Aromen sind direkte Folgen dieses oxidativen Ausbaus.
Bemerkenswert ist das eigene Team an Küfern, das heute nur noch wenige Portweinhäuser unterhalten. Unter der Leitung von Master Cooper Snr. Alberto pflegt Graham’s rund 3.500 Fässer, von denen viele bereits ein Jahrhundert alt sind. Diese Behältnisse stellen nicht nur ein physisches, sondern ein kulturelles Erbe dar – denn ohne sie wäre die Erhaltung der sensorischen Tiefe der Weine über Jahrzehnte hinweg nicht möglich.
Graham’s – Von klassisch bis kreativ
Die stilistische Bandbreite der Weine von Graham’s Port ist beachtlich und reicht von traditionsreichen Vintage Ports bis zu modernen Interpretationen in der Blend Series. Der Vintage Port markiert dabei stets den Höhepunkt eines Jahrgangs und bringt die besten Lagen und Jahrgangscharakteristika zusammen.
Mit der Single Harvest Tawny Reihe zeigt das Haus, wie jahrzehntelange Reifung und handwerkliche Präzision zu komplexen, nuancierten Weinen führen. Die Aged Tawny Ports hingegen sind das Ergebnis einer kontinuierlichen Weitergabe von Wissen und der Fähigkeit, über Generationen hinweg mit gleichbleibender Qualität zu arbeiten.
Die Reserve Ruby und Late Bottled Vintage Ports bringen Frische und Jugendlichkeit ins Sortiment – beide Linien setzen auf intensives Fruchtprofil und Struktur, wobei sie mehrere Jahre im Holz verbringen.
Die Blend Series schließlich beweist, dass 200 Jahre Geschichte auch als Fundament für moderne, kreative Ansätze dienen können. Ergänzt wird das Portfolio durch die klassischen Fine Ruby, Tawny und White Ports, die das Traditionsbewusstsein des Hauses unterstreichen.
Von der Britischen Krone geadelt
Die Reputation von Graham’s Port ist nicht nur das Ergebnis handwerklicher Qualität, sondern auch Ausdruck internationaler Anerkennung. Ein sichtbares Zeichen dafür ist die Verleihung des Royal Warrants durch König Charles III – eine Ehre, die zuvor bereits Königin Elizabeth II dem Haus zuteilwerden ließ.
Diese Auszeichnung gilt als offizielles Vertrauensvotum des britischen Königshauses und würdigt das kontinuierlich hohe Niveau der Weine wie auch die verantwortungsvolle Unternehmensführung.
Johnny Symington, Vorsitzender der Symington Family Estates, bezeichnete die Ernennung als „ein bedeutendes Zeichen des Vertrauens in unsere Familie, unser Unternehmen und in die Marke Graham’s“. Damit reiht sich das Haus ein in eine exklusive Liste von Produzenten, die nicht nur wegen ihrer Geschichte, sondern auch wegen ihrer aktuellen Relevanz als Maßstab gelten.
Grahams Portwein kaufen bei Hawesko
Graham’s Portwein vereint seit 1820 Tradition, Terroir und Handwerkskunst. Mit Spitzenlagen wie Quinta dos Malvedos, eigener Küferei und dem Know-how der Symington-Familie entstehen charakterstarke Weine. Nachhaltigkeit, stilistische Vielfalt und internationale Anerkennung – darunter der Royal Warrant von König Charles III – unterstreichen die Ausnahmestellung dieses Portwein-Hauses.
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