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Melon de Bourgogne
Melon de Bourgogne im Überblick
- Weinart: Weißwein
- Herkunft: Ursprünglich Burgund, heute Loiretal (Frankreich)
- Typischer Stil: Trocken, frisch, mineralisch, oft mit salziger Note
- Ausbau: Klassisch oder „sur lie“ (auf der Feinhefe), oft als Muscadet
- Aromen: Grüner Apfel, Zitrus, Birne, Hefe, Mineralität
- Trinktemperatur: 8–10 °C
- Passt zu: Austern, Fisch, Sushi, Ziegenkäse, asiatischer Küche
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Hawesko Expertenmeinung
Wer klare Linien, salzige Frische und subtile Tiefe im Glas sucht, entdeckt in Melon de Bourgogne einen leisen Star. Ideal für Puristen, Sommeliers und Entdecker, die terroirgeprägte Weißweine jenseits des Gewöhnlichen schätzen. Ein Wein für feinsinnige Genießer mit Liebe zum Detail – und zum Meer.
Vom Burgund an die Loire
Trotz ihres Namens ist Melon de Bourgogne heute nicht mehr in ihrer namensgebenden Ursprungsregion, dem Burgund, heimisch. Dort wurde sie im 18. Jahrhundert aus Gründen der Qualitätspolitik verboten. Ihre eigentliche Geschichte beginnt jedoch erst danach – an der Atlantikküste Frankreichs, im westlichen Loiretal. Besonders rund um die Stadt Nantes, in der Appellation Muscadet, hat die Rebsorte ihre neue Heimat gefunden und sich untrennbar mit der regionalen Weinkultur verbunden.
Der Name Muscadet steht heute synonym für frische, trockene Weißweine aus Melon de Bourgogne, die auch als Muscadet Traube bezeichnet wird. International ist die Rebsorte eher ein Geheimtipp, ihre Anbauflächen konzentrieren sich fast ausschließlich auf Frankreich. Nur vereinzelt findet man kleine Pflanzungen in den USA (vor allem Oregon) oder Kanada, wo experimentierfreudige Winzer ihr Potenzial neu interpretieren.
Aroma und Geschmack typischer Weine aus Melon de Bourgogne
Weine aus Melon de Bourgogne sind nicht laut, sondern subtil – und genau darin liegt ihr Reiz. Sie zeigen sich meist sehr trocken, mit moderatem Alkohol, hoher Frische und einer fast salzigen Mineralität. Die Aromatik ist zurückhaltend und bewegt sich zwischen grünen Äpfeln, Zitrusfrüchten, frischer Birne und gelegentlich floralen oder hefigen Noten – letztere vor allem, wenn der Wein „sur lie“ ausgebaut wurde, also längere Zeit auf der Feinhefe liegt.
In der Nase sind diese Weine mehrheitlich klar und geradlinig, am Gaumen präzise, manchmal kühl, dabei aber durchaus vielschichtig. Besonders beeindruckend sind gereifte Exemplare aus Toplagen oder von biodynamisch arbeitenden Winzern, die mit zunehmender Lagerzeit an Struktur und Tiefe gewinnen und Aromen von Nüssen, Kräutern oder getrockneten Zitrusnoten entwickeln können.
Ein Traumpaar mit Fisch und Meeresfrüchten
Wenig Weine harmonieren so perfekt mit Fisch und Meeresfrüchten wie Melon de Bourgogne. Die berühmteste Liaison: Muscadet zu Austern – ein Klassiker der französischen Küstenküche. Aber auch zu Muscheln, Garnelen, Sushi oder Ceviche ist die Rebsorte eine ausgezeichnete Wahl.
Darüber hinaus überzeugt sie in Kombination mit Ziegenkäse, hellen Fleischgerichten in leichter Sauce, gegrilltem Gemüse oder asiatischer Küche mit Zitronengras und Ingwer. Ihre dezente Aromatik macht sie zum vielseitigen Tischwein, der die Speisen nie überdeckt, sondern begleitet – fein, kühl und präzise.