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Kalifornischer Wein von A - Z

Alles rund um Weinbau im "Golden State"

Veröffentlicht am 16. Juni 2022

Welcome to California! Über 5.900 Winzerinnen und Winzer, über 4.200 Kellereien und rund 250.000 Hektar Anbaufläche begrüßen Sie in Amerikas “Golden State” - und der gleichzeitig viertgrößten Herkunft für Wein weltweit. Die Weinregion Kalifornien kommt mengenmäßig direkt nach Ländern wie Italien, Frankreich und Spanien. Kein Wunder: Flächenmäßig ist der US-amerikanische Bundesstaat größer als die Bundesrepublik Deutschland. Schon alleine diese Dimension bedingt eine große Diversität, die weit über die einer durchschnittlichen Weinbauregion hinausreicht. Ein Chardonnay aus dem Napa Valley ist daher schwer mit einem Chardonnay aus dem Alexander Valley zu vergleichen... Was Kalifornien sonst noch alles zu bieten hat, präsentieren wir in unserem A-Z! Have fun!

A: AVA: AVA steht für American Viticultural Area, und bezeichnet die genaue Herkunft eines US-amerikanischen Weins. Die 244.000 Hektar, auf denen in Kalifornien Wein erzeugt wird, sind unterteilt in 138 AVAs (American Viticultural Areas). 138 unterschiedliche Zonen gibt es also in der Weinbauregion Kalifornien. Da ist Abwechslung und Einzigartigkeit garantiert!

B: Barrel aged: Den Hinweis Barrel aged liest man häufig auf den Etiketten von kalifornischen Weinen. Er bedeutet, dass der Wein eine Weile im Holzfass gereift ist.

C: Chardonnay & Cabernet: Gleich zwei der wichtigsten Rebsorten, die in Kalifornien angebaut werden, beginnen mit dem Buchstaben C. Chardonnay ist die am weitesten verbreitete weiße Rebsorte im Golden State. Stilistisch gibt es hier alles vom fetten Barrel aged Napa Valley Chardonany bis zum schlanken fruchtigen Chardonnay aus Monterey. Der reinsortig ausgebaute Cabernet Sauvignon ist eine Stilistik, die kalifornischen Winzerinnen und Winzer perfektioniert haben – und für die sie auch immer wieder ausgezeichnet werden. Insbesondere das Napa Valley und das Sonoma Valley sind wahre Cabernet Sauvignon-Hochburgen in Kalifornien. 

D: Diversität: Kalifornien wird schnell auf Zinfandel, Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Napa und Sonoma reduziert. Dabei bietet die Region einen riesigen Schatz an Rebsorten, Terroirs, Winzern und Weinstilen, die eigentlich einem ganzen Land entspricht. 

E: Estate: Estate ist ein Ausdruck, der auf vielen Weinflaschen steht. Hinter dem Begriff steckt die Übersetzung Weingut. Der Begriff Estate Bottled drückt darüber hinaus aus, dass der Wein von dem Weingut abgefüllt wurde, der ihn auch erzeugt hat.

F: Faszinierend: Faszinierende Fakten über kalifornischen Wein:

-81% aller in den USA erzeugten Weine stammen aus Kalifornien.
-Kalifornien ist der Menge nach die viertgrößte Herkunft für Wein weltweit (hinter Frankreich, Spanien und Italien).
-975 Hektar Rebfläche liegen in Kalifornien.
-3,4 Millionen Tonnen Trauben wurden 2021 gelesen.
-Über 100 Rebsorten werden in Kalifornien angebaut.
-200 Kellereien gibt es in Kalifornien.
-900 Winzerinnen und Winzer bestellen die Weinberge Kaliforniens.
-Mehr als 80% der kalifornischen Weine werden in als nachhaltig zertifizierten Kellereien erzeugt.
-Der Bundesstaat und damit die Weinregion Kalifornien ist 15% größer als die gesamte Bundesrepublik Deutschland mit ihren 13 Weinbaugebieten.
-Die meistangebaute Rebsorte Kaliforniens ist Chardonnay, gefolgt von Cabernet Sauvignon.

G: Growing Season: Jedes Jahr beginnt der Kreislauf der Growing Seasons von neuem. Los geht es im Frühling. Anfang März erwachen die Trauben langsam aus ihrem Winterschlaf und es ragen die ersten grünen Triebe in die kalifornische Frühjahrssonne. Die sprießenden Rebstöcke werden per Hand in Spalier gebracht und von nun an nicht mehr von den Winzerinnen und Winzern aus den Augen gelassen. Langsam steigen auch die Temperaturen. Morgennebel, die sich oft über die Weinberge legen, werden im Sommer von angenehmer Wärme vertrieben und die Sonne legt sich ordentlich ins Zeug, um die Trauben heranreifen zu lassen. Kühle Nachttemperaturen bewahren hingegen den natürlichen Säuregehalt und sorgen für Weine mit idealer Ausgewogenheit. Um den 1. August herum beginnen die Trauben weich zu werden und eine deutliche Farbe anzunehmen. Ab jetzt wird die Lese vorbereitet, die rund 4-6 Wochen später startet und die den Herbst bestimmt. Die Trauben werden häufig in den frühen Morgenstunden geerntet, so dass sich die Beeren nicht durch die Sonne aufheizen. Wenn alle Trauben geerntet und die Weine in den Tanks und Fässern lagern, kehrt langsam wieder Ruhe in den kalifornischen Weinbergen ein. Die Reben verlieren ihre Blätter, Regen durchfeuchtet die Erde und lässt sie regenerieren. In den Wintermonaten November bis Februar halten die Weinberge Winterschlaf. Bis alles wieder von vorne beginnt...

H: Highway 101: Der Highway 101, auch als Pacific Coast Highway bekannt, durchquert die US-Bundesstaaten Oregon, Washington und Kalifornien. Die Golden Gate Bridge ist eine von vielen Sehenswürdigkeiten, die entlang der an der Pazifikküste gelegenen Route liegt. Wenn man z.B. von San Francisco aus das Napa oder Sonoma Valley besuchen möchte, fährt man einen Teil der Strecke auf dem Pacific Coast Highway.

I: Intensität: Amerika ist bekannt für seine Superlative. Größer, höher, weiter, breiter – nichts scheint unmöglich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Auch die kalifornischen Weine besaßen gerade in Europa einige Zeit den Ruf der fetten, breiten, fruchtbetonten und holzintensiven Chardonnays oder Cabernets. Doch die Zeiten sind lange vorbei – beziehungsweise stimmten eigentlich noch nie für alle Weine gleichermaßen! Natürlich bieten die vielfach angebauten Rebsorten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon oder auch Zinfandel die Möglichkeit sehr intensive und kraftvolle Weine hervorzubringen, doch durch die Nähe zum Pazifik und den hohen Lagen, bekommen die Reben in Kalifornien die nötige Abkühlung, um sehr ausbalancierte Weine zu erzeugen. Intensiv ja, aber immer im Einklang mit dem jeweiligen Terroir und der individuellen Ausrichtung des Weinguts sowie den Möglichkeiten der Rebsorte.

J: Judgement of Paris von 1976: Als Judgement of Paris ist eine am 24. Mai 1976 in Paris organisierte Weinprobe in die (Wein-)Geschichte eingegangen. Bei dieser Probe, organisiert vom Weinhändler Steven Spurrier, verkostete die Jury blind Weine aus Frankreich gegen Weine aus Kalifornien. Damals genossen die französischen Weine einen besonders herausragenden Ruf, während kalifornischer Wein kein gutes Image hatte. Die Probe war nach Rot- und Weißweinen unterteilt und am Ende gewannen in beiden Kategorien Weine aus Kalifornien. Dieses Ergebnis kam einem Erdbeben gleich und hat das Image der Weine aus Kalifornien auf ein neues Level gehoben.

K: Klima Die Weinberge in Kalifornien profitieren von 1.300 Kilometer Felsenküste, die ihnen durch Nebel und Brisen vom Meer wie eine natürliche Klimaanlage dient, um die vielen Sonnenstunden auszubalancieren. In den wärmeren Tal- und Binnenlagen werden die Weinberge von Flüssen, Seen und Flussdeltas gekühlt. Der Mix aus vielen Sonnenstunden und der notwendigen Abkühlung ist optimal für die Reben.

L: Lifestyle. Kalifornien hebt sich von den anderen Bundesstaaten der USA ab. Und das nicht nur wegen ihrer Weinberge, die Region hatte immer schon einen Lifestyle, in dem die Nähe zur Natur stärker verankert ist als anderswo. In Großstädten wie San Francisco und Los Angeles finden sich eine Vielzahl von veganen Restaurants, Trends wie Organic Food und eine gesunde Ernährung aus nachhaltiger Erzeugung waren hier viel früher ein Thema als in anderen amerikanischen Städten. Man spürt in Kalifornien eine große Bereitschaft, sich auf neue Dinge einzulassen und diese auch zu leben.

M: Mondavi Robert Mondavi war Kaliforniens erste Wein-Ikone und der große Pionier des kalifornischen Weinbaus. Er wird in einem Atemzug mit europäischen Größen wie Piero Antinori, Eric de Rothschild oder Miguel Torres genannt. Für weltweites Aufsehen sorgte Mondavi mit dem im Napa Valley erstmals mit dem Jahrgang 1979 erzeugten Opus One, der zum wohl legendärsten Wein Kaliforniens wurde – und zu einem großen Teil zu dem weltweiten Erfolg der Weinregion ab den 1970er Jahren beigetragen hat.  

N: Napa Valley: Das Napa Valley ist die berühmteste Weinbauregion Kaliforniens, der USA und vielleicht der gesamten “neuen Welt”. Beim legendären Judgement of Paris von 1976 waren es zwei Weine aus dem Napa Valley, die die hochgeschätzte französische Konkurrenz hinter sich ließen und damit weltweit die Reputation der kalifornischen Weine für immer veränderte. Das Klima im Napa ist mediterran geprägt, so dass Rebsorten wie Chardonnay und Cabernet Sauvignon hier beste Voraussetzungen finden, um zu wahrer Größe heranzureifen.

Das Napa Valley ist das bekannteste Weinbaugebiet Kaliforniens

O: Opus One Opus One ist ein Gemeinschaftsprojekt von Robert Mondavi und Baron Philippe Rothschild, das mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde, einen kalifornischen Premiumwein mit einer Bordeaux-Stilistik zu erzeugen. 1979 wurde in der Mondavi Winery im Napa Valley der erste Jahrgang abgefüllt, seit 1991 wird der Wein in der gemeinsam gegründeten Opus One Winery erzeugt. Der Wein ist einer der am höchsten dekorierten und teuersten Weine Kaliforniens und hat Legendenstatus.

P: Pinot Noir: Zinfandel mag vielleicht die bekannteste rote Rebsorte sein, die in Kalifornien angebaut wird, doch die exquisitesten Weine werden aus der Pinot Noir-Traube erzeugt. In den kühleren Regionen Kaliforniens hat diese ursprünglich aus Frankreich stammende Sorte eine neue Heimat gefunden. Und dort entstehen aus ihr Weine, die sich von den französischen Pinot Noirs deutlich unterscheiden. Der Film Sideways aus dem Jahr 2004 hat eine weltweite Euphorie um den kalifornischen Pinot Noir ausgelöst und dafür gesorgt, dass der Wein auch außerhalb der Fachwelt die Aufmerksamkeit erhält, die ihm gebührt.

Q: Qualität Die klimatischen Bedingungen (siehe unter K), das vielseitige Terroir, die nachhaltigen Methoden, das Traditionsbewusstsein der Winzerinnen und Winzer und die moderne Technik bilden in Kombination mit der schier unermesslichen Vielfalt der Weinregion Kalifornien eine Weinqualität auf Höchstniveau.

R: Regionen: Die Weinregion Kalifornien ist unterteilt in die Regionen Far North, North Coast, Central Coast, Inland Valleys, Sierra Foothills, und Southern California. Jede dieser Regionen ist wiederum in verschiedene Anbaugebiete unterteilt, von denen insbesondere das Napa Valley, Sonoma oder Lodi weltweit bekannt sind. Diese Gebiete sind dann in die AVAs aufgeteilt. Die Regionen und Gebiete verteilen sich auf die Fläche, die sonst nicht einem einzigen Anbaugebiet, sondern einem ganzen Land entspricht – entsprechend vielfältig ist das Terroir, auf dem die Reben gedeihen. 

S: Sustainability: Sustainability bedeutet übersetzt Nachhaltigkeit. Die kalifornischen Weingüter sind tatsächlich Vorreiter im nachhaltigen Weinbau. Die California Sustainable Winegrowing Alliance (CSWA) ist die vermutlich größte Initiative für nachhaltigen Weinbau weltweit. Sie setzt sich dafür ein, mit viel Liebe zur Erde und Rücksicht auf die Natur zu arbeiten. Mehr über den nachhaltigen Weinbau in Kalifornen können Sie hier erfahren: (Link ins Wein-Magazin)

T: Terrasse: Manche mögen bei Kalifornien an Sonne satt, Wüste und trockene Hitze denken… Und ja, all das gibt es in Kalifornien auch, doch in den Weingebieten der riesigen Region weht oft eine frische Brise des Pazifiks herüber. Und je höher die Weinberge liegen, desto mehr kühlen die Temperaturen nachts ab. Es gibt daher auch in Kalifornien Lagen bis zu 1000 Meter Höhe, die häufig in Terrassen angelegt sind.   

U: Unoaked: Unoaked lässt sich am besten mit “ungeholzt” übersetzen. Wer einen Wein mit dem Vermerk “unaoked” auf dem Etikett vor sich hat, kann sich sicher sein, dass der Wein nicht im Holzfass ausgebaut wurde.

V: Varietals: Varietal heißt übersetzt Rebsorte, also die Traubensorten, aus denen der Wein erzeugt wurde.  

W: Winestyles: Die enorme Vielfalt Kaliforniens stellt sicher, dass Genießerinnen und Genießer auf ihre Kosten kommen, ganz gleich welchen Stil sie bevorzugen. Lange war Kalifornien vor allem für buttrige und holzbetonte Weißweine und kräftige, ebenfalls im Holz ausgebaute Rotweine bekannt. In den letzten Jahren setzen die Weingüter des Golden State aber auch vermehrt auf einen schlanken und frischen Stil, der ein ganz neues Licht auf die kalifornischen Weine wirft.

X: Desert X Festival: Mitten in der staubigen Wüste Kaliforniens findet alle zwei Jahre das Desert X Kunst-Festival statt. Dort wo die Weinberge der Region Southern California aufhören, verwandeln Künstlerinnen und Künstler die trockene Ödnis zwischen Los Angeles und San Diego, mitten im Coachella Valley, in eine zeitgenössische Kunstausstellung. Oft geht es um sozialkritische Themen, die mit Objekten und Bauten mitten in der Wüste thematisiert werden.

Y: Yosemite: Der Yosemite Nationalpark ist einer der drittältesten Nationalpark der USA (und weltweit) und liegt ca. 300 Kilometer östlich von San Francisco. Vor allem die Mammutbäume haben zur weltweiten Bekanntheit des Parks beigetragen, aber auch die zahlreichen Wasserfälle und die Granitfelsen sind Touristenmagnete. 1984 wurde Yosemite zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Z: Zinfandel: Neben Chardonnay und Cabernet Sauvignon, ist die rote Zinfandel eine sehr bekannte kalifornische Rebsorte. Sie wird häufig als kräftiger, opulenter Wein ausgebaut, der mit geschmacklicher Vielseitigkeit überzeugt: Von fruchtigen Himbeeraromen über die Würze vom schwarzen Pfeffer bis hin zu Nelken- und Süßholzaromen ist alles vertreten. Dabei sind seine Tannine samtig-weich und der Nachhall oft lang und saftig.

Der Zinfandel ist einer der Paradeweine Kaliforniens
Wir hoffen, dass Ihnen unsere kleine Reise durch Kalifornien gefallen hat, und wünschen Ihnen nun viel Spaß beim Entdecken der Weine aus dem "Golden State".

REDAKTIONSTEAM
Das Redaktionsteam des Wein Magazins besteht aus den Mitarbeitern des Hanseatischen Wein & Sekt Kontors, die in den unterschiedlichsten Bereichen tätig sind. Hier schreiben Wein-Einkäufer, Mitarbeiter des Marketings und studierte Oenologen. Aber auch Kolleginnen und Kollegen, die einfach ganz viel Spaß am Wein haben.