Das Gut Hermannsberg liegt in Niederhausen, umgeben von den wildromantischen Weinbergen des Nahetals. Anfang des 19. Jahrhunderts begründete das Weingut die Tradition des exklusiven Weißweinanbaus. Über 100 Jahre später hat der Winzer Karsten Peter maßgeblich zum hervorragenden Ruf der sieben Terroirs von Gut Hermannsberg beigetragen. 2009 übernahmen Dr. Christine Dinse und Jens Reidel das Anwesen, das heute neben dem Keller auch über ein eigenes Restaurant und ein Gästehaus verfügt. Das Weingut war Gründungsmitglied des VDP und verfügt über einige der besten Riesling-Lagen Deutschlands. Wir haben Winzer Karsten Peter zum Interview gebeten.

Was ist Ihre Erste mit Wein verbundene Erinnerung?

Schwierige Frage. Eines der wichtigsten Erlebnisse war sicher die Verkostung einer 1991er Kallstadter Saumagen Riesling Auslese, im Weingut Köhler-Ruprecht mit Bernd Philippi noch während meiner Ausbildung. Ein sehr schwieriger Jahrgang in der Pfalz, aber dieser Wein stand nach fast 10 Jahren völlig unbeeindruckt vor mir und öffnete mir die Augen für das, was ich zukünftig machen wollte.

Was ist Ihre Philosophie als Winzer?

Sehen, fühlen, ja zuhören wie jeder einzelne Weinberg unterstützt werden kann, um die maximale Ausprägung seines Charakters hervorzubringen. Im Keller bedeutet dies viel Einfühlungsvermögen und größte Zurückhaltung, um diesen zu erhalten und im besten Sinne zum Strahlen zu bringen.

Das Gut Hermannsberg in Niederhausen bewirtschaftet sieben “Große Lagen”

Was macht Ihnen an der Arbeit mit Wein die größte Freude?

Der sehr direkte Zusammenhang zwischen dem, was wir im Weinberg tun und den Effekten, die dies auf unsere Weine hat. Und weitergehend die Reaktion unserer Kunden, die ebenso wie wir selbst von der riesigen Eigenständigkeit der unterschiedlichen Weinberge begeistert sind. Weil sie es schmecken können.

Was war bis jetzt Ihr größtes Erfolgserlebnis als Winzer?

Die Entwicklung der Weinberge von Gut Hermannsberg. Zu sehen wie sich die Weine, aufgrund der verschiedenen Maßnahmen in der Bearbeitung unserer Weinberge verändert haben, hin zu einem deutlich expressiveren Ausdruck der Eigenheiten jeder einzelnen Parzelle.

Die Parade Disziplin des Weinguts ist der trocken ausgebaute Riesling

Womit sollen Weintrinker den Namen Gut Hermannsberg verbinden?

Natürlich in aller erster Linie mit Riesling. Speziell mit Rieslingen, die eine Geschichte erzählen, und zwar die ihrer Heimat, sprich dem Stückchen Land auf dem sie gewachsen sind. Und natürlich was die Trauben in dem Jahr, in dem sie gewachsen sind, erlebt haben. Sonne, Regen, Wind, all das muss schmeckbar sein und nicht angeglichen oder egalisiert sein. Vertrauen, dass auch wenn in der Jugend noch Ecken und Kanten die Weine nicht so charmant wirken lassen, sie sich mit etwas Reife zu wahrer Größe entwickeln.

Gibt es eine Anekdote aus Ihrem Winzerleben, die sie gerne erzählen?

Als ich zum ersten Mal in das Tal der mittleren Nahe kam, über die schmale Zufahrtsstraße, habe ich ganz irritiert gefragt: „Was ist denn das da oben für ein Gebäude auf dem Berg?“. Die Antwort war: „Das ist die alte Weinbaudomäne.“ Als mir dann noch erklärt wurde, dass die Weinberge um das Weingut herum dazu gehören, war ich vollends verblüfft. Das ist der wahrgewordene Winzertraum dachte ich; ein Weingut mitten in den eigenen Weinbergen und nicht irgendwelche Weinberge, sondern allesamt zählen zum Besten was die die Nahe zu bieten hat. Das war 2004, 5 Jahre später wurde der Winzertraum Realität und ich Winzer auf Gut Hermannsberg.

Ein Blick auf Weingut und Gästehaus in Niederhausen

Gibt es einen Wein vom Gut Hermannsberg, der Ihnen besonders am Herzen liegt?

Nein, das gesamte Spektrum ist wichtig und liegt mir gleichermaßen am Herzen, denn das ist es, was Gut Hermannsberg ausmacht.

Gibt es einen anderen Winzer, den Sie besonders schätzen?

Dazu zählen viele meiner Kollegen, aus den verschiedensten Gründen, einen speziell hervorzuheben, würde der Sache nicht gerecht werden.

Haben Sie für das Gut Hermannsberg eine Vision für die kommenden Jahre?

Eben diesen Weg, den wir derzeit beschreiten konsequent weiter zu verfolgen, Schritt für Schritt.

Gibt es einen Traum, den Sie als Winzer noch verwirklichen möchten?

Diesen Traum lebe ich jeden Tag.

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