Die Geschichte des Weinguts Robert Weil, das Wilhelm Weil heute leitet, reicht weit zurück. Während der Gründer des Weinguts um 1875 herum damit begann, hochqualitative Weine anzubauen, die beim europäischen Adel und auch international bald in aller Munde waren, baute er Stück für Stück sein Wein-Imperium auf. Heute wird es schon in der vierten Generation von Wilhelm Weil, benannt nach seinem Großvater, geführt. Er schaffte den mühelosen Übergang in die Moderne des Weinbaus, ohne dabei jemals die Tradition des Weinguts Robert Weil zu vernachlässigen.

Was ist Ihre erste mit Wein verbundene Erinnerung?

Wenn man in einem Weingut und mit den Abläufen im Weinberg und Keller aufwächst, gibt es natürlich vielfältige Erinnerungen, die mit Wein verbunden sind. Bei meiner ersten bewussten Wein-Erinnerung spielt eine 1971er Gräfenberg Riesling Spätlese die Hauptrolle. Es war im Sommer des Jahres 1973. Ich war zehn Jahre alt und durchaus sehr neugierig, als ich eine geöffnete Flasche dieser Spätlese im Probenkühlschrank des Weingutes fand. Die Neugierde lohnte sich, das Geschmackserlebnis war für mich so erhellend und bleibend, dass die Nachprobe in kleinen Schlucken über einen langen Sommer notwendig war. Diese 1971er Spätlese weckte mit ihrer eleganten Süße schon damals mein kindliches Interesse am Riesling und damit später dann am Winzerhandwerk.

Was ist Ihre Philosophie als Winzer?

100% Riesling, 100% Erzeugerabfüllung, strenge qualitätsorientierte und nachhaltige Arbeit im Weinberg und ein äußerst schonender Weinausbau im Keller als Garanten für die Erzeugung eigenständiger, großer Weine!

Was macht Ihnen an der Arbeit mit Wein die größte Freude?

Es ist der sehr selbstbestimmte Charakter der Arbeit eines Winzers -vom Weinberg und Keller über die Präsentation und Vermarktung bis hin zu Visionen und deren Umsetzung zur Weiterentwicklung des Unternehmens.

Wilhelm Weil in den Weinbergen, in den schon Robert Weil unterwegs war

Was war bis jetzt Ihr größtes Erfolgserlebnis als Winzer?

Es ist der Rückblick auf jetzt mehr als 30 Jahre Arbeit als Winzer, in denen man zusammen mit einem Kreis von Kollegen und Freunden erfolgreich an der Renaissance der Reputation des Rieslings und des deutschen Spitzenweins national und international arbeiten konnte!

Womit sollen Weintrinker den Namen Robert Weil verbinden?

… mit einem Riesling von hoher Mineralität, feiner Säure und Komplexität bei gleichzeitiger Finesse und Eleganz, wie ihn die perfekten Standortbedingungen unserer Höhenlagen an den Ausläufern des Taunus ermöglichen.

Wilhelm Weil in der Verkostung mit HAWESKO Weineinkäufer Moritz Nagel

Gibt es eine Anekdote aus Ihrem Winzerleben, die sie gerne erzählen?

… der erste Schwips, in Dreier-Runde mit dem heutigen Pfarrer und dem heutigen Bürgermeister Kiedrichs, damals als Zehn- und Elf-Jährige, abseits des Abfüll-Geschehens auf Weingut Robert Weil … früh übt sich, wer ein Meister werden will!  

Gibt es einen Robert Weil Wein der Ihnen besonders am Herzen liegt?

Eigentlich sollte ich ja nicht einen einzelnen unserer Rieslinge besonders herausstellen und damit alle anderen zurückstellen. Da aber sicher eine Antwort erwartet wird, so entscheide ich mich für unsere Berglage „Kiedrich Turmberg“ und ihre Rieslinge, weil sie uns als Lagenname vor 15 Jahren wiedergeschenkt wurde. Diese Weilsche Monopollage mit 3,8 ha fiel 1971 der Reduzierung von Weinlagennamen zum Opfer und wurde mit dem Jahrgang 2005 als abgegrenzte Weinbergslage wieder in die Weinbergsrolle eingetragen.

Die blauen Etiketten sind das unverkennbare Markenzeichen des Weingutes Robert Weil

Gibt es einen anderen Winzer den Sie besonders schätzen?

Es ist jener, namentlich leider nicht bekannte Kellermeister, der den ersten urkundlich bekannten „Grevenberg“-Riesling 1258 ausgebaut hat. Nein, ernsthaft jetzt. In der Neuzeit gibt es viele Kollegen, deren Arbeit ich sehr schätze und deren Weine ich vor allem auch in meinem privaten Keller habe.

Haben Sie für das Weingut Robert Weil eine Vision für die kommenden Jahre?

Riesling ist ein Wein, der auf allen Ebenen „Kernkompetenz“ erfordert. Das betrifft den Weinberg, den Keller, die Präsentation und die Vermarktung. Und es betrifft den Konsumenten, der den Riesling schätzt. Diese Kernkompetenz wird es beim Winzer und beim Weintrinker auch in 10 Jahren und noch darüber hinaus geben. Deshalb habe ich die deutliche Vision, dass sich die Geschichte des Rieslings und des Weinguts Robert Weil, die 1401 mit der ersten urkundlichen Erwähnung des Rieslings in unserer Region und 1875 mit der Gründung des Weinguts begann, in eine gute Zukunft fortsetzen werden.

Wilhelm Weil mit HAWESKO Weineinkäufer Moritz Nagel

Gibt es einen Traum, den Sie als Winzer noch verwirklichen möchten?

Diese Frage steht im Zusammenhang mit der vorangegangenen Frage nach einer Vision. Und so gibt es keinen eigentlichen Traum, aber den Wunsch, die Leitung des Weinguts Robert Weil dann, wenn es ansteht [… hat aber noch viel Zeit!] in die Hände einer nächsten Generation zu legen, die es nach der Maxime eines klugen und innovativen Konservatismus, nämlich „Zukunft braucht Herkunft“, erfolgreich erhalten und weiterführen kann.

Entdecken Sie hier alle Weine von Wilheim Weil und vom Weingut Robert Weil

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*