Guten wein erkennen

Wie erkenne ich guten Wein?

Natürlich in erster Linie daran, dass er schmeckt! Sie allein entscheiden, was für Sie guter Wein ist. Darüber hinaus gibt es aber noch einige – objektive – Kriterien, mit denen Kenner guten von schlechtem Wein unterscheiden.

Wodurch sich gute Weine auszeichnen

Das Urteil fällt, wie oben bereits gesagt, jeder Genießer ganz individuell. Aber es gibt doch einige Kriterien, die ein guter Wein erfüllen sollte:

  • Ist der Wein sauber und klar in der Farbe? Achtung: ungefilterter Rotwein kann manchmal opak sein…
  • Harmonie! Stehen Süße, Säure, Alkohol und Tannine in einem ausgeglichenen Verhältnis (schmeckt er also lebendig frisch, charaktervoll und doch rund)?
  • Ist er komplex, hat also vielschichtige und nicht nur schnell verflogene, oberflächliche oder eindimensionale Aromen?
  • Ist er intensiv und wohlschmeckend am Gaumen – und bleibt auch im Nachklang noch lange präsent?
  • Ist er typisch für seine Herkunft? Manchmal kann natürlich auch ein Winzer bewusst alles anders machen als seine Nachbarn und gerade so einen exzellenten Wein machen…
Bei der Betrachtung des Weinglases können schon erste Rückschlüsse auf die Weinqualität gewonnen werden.

Wenn die Antwort in den meisten dieser Fälle „ja“ lautet, genießen Sie guten Wein!

Und woran erkennt man schlechte Weine?

Gleich vorweg: Einen schlechten, also fehlerhaften Wein werden Sie nur sehr selten antreffen. Das Qualitätsmanagement der Erzeuger, aber auch von uns Weinhändlern ist so fortgeschritten, dass fast keine fehlerhaften Weine verkauft werden. Das war vor 15 Jahren noch anders, als billige Weine deutlich häufiger mängelbehaftet waren als heutzutage. Dennoch, um sicher zu gehen, finden Sie hier eine Liste mit Weinfehlern und woran Sie sie erkennen.

  • Böckser: Manchmal merkt man gerade jungen Weinen die Hefeaktivität noch an: sie riechen nach Kohl, Eiern, Knoblauch oder verbranntem Gummi. Der Fehler entsteht durch schwefelhaltige Verbindungen, die von der Hefe während der Gärung gebildet werden. Diese Aromen sind reduktiv, das heißt, dass sie im Zuge der Oxidation während der Reifung verschwinden können. Bei jungen Weinen lässt sich der Geschmack durch eine ausreichende Luftzufuhr korrigieren.
  • Brettanomyces: Der Wein riecht dumpf und schweißig. Der Fehlgeruch entsteht durch eine Verunreinigung mit Brettanomyces Sporen. Oft weisen säurearme Weine diesen Fehler auf, der auch als „Mäuseln“ bezeichnet wird.
  • Essigstich: Der Wein ist braunstichig und riecht und schmeckt säuerlich nach Essig oder Lösungsmitteln. Ausgelöst durch Essigsäure-Bakterien, die sich schon im Weinberg auf beschädigten Trauben bilden können.
  • Kork: Der Wein schmeckt muffig wie ein nasser Lappen. Verursacht werden der unangenehme Geruch und Geschmack durch einen schadhaften, von Pilz befallenen Korken.
  • Oxidation: Wenn ein Wein bei der Erzeugung zu viel oder unkontrollierten Sauerstoffkontakt hat, werden die Aromastoffe angegriffen. Er wird braun, verliert Geschmack und erinnert im günstigsten Fall leicht an einen Sherry, mit Pech ist er ganz ungenießbar..
  • Überschwefelung: Der Wein riecht schwefelig („Ballerplättchen“), schmeckt scharf oder sauer. Entstehen kann der Fehler durch übermäßige Schwefelung zum Konservieren oder durch nach der der Reinigung schlecht gespülte Fässer.
Einer der häufigsten Weinfehler: Kork-Geruch und Geschmack

Was vielleicht häufiger vorkommt, ist das Ihnen ein Wein nicht im Idealzustand präsentiert wird: Er kann falsch temperiert zu Tisch kommen oder das Glas kann einen Fehlgeruch mitbringen. Das kommt vor, wenn es noch feucht in Pappkartons gelagert wurde oder mit der Öffnung nach unten im Schrank stand. Auch böse ist, wenn ein Wein überlagert ist, was bei zu warmer Lagerung unangenehm schnell passieren kann. Das merken Sie an oxidativen Aromen, fehlender Frucht, einem hohlen Mundgefühl und einem Geschmack, der durch erdige Aromen geprägt ist.