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Die Lagerung von Wein füllt so ziemlich in jedem Weinbuch ein eigenes Kapitel. Das hat seinen Sinn, denn es lohnt sich, einige Grundregeln zu beachten. Dabei steht man vor allem bei jenen Weinen vor einer Herausforderung, die nach Erwerb noch weitere Jahre im eigenen Keller gelagert werden wollen. Crus aus dem Burgund und Bordeaux, Große Gewächse aus Deutschland, Châteauneuf-du-Pape oder Barolo sind nur einige Namen von Weinen, die viele Jahre benötigen, bis sie wirklich trinkreif sind. Diese Weine bevorzugen einen dunklen, kühlen (8 bis 14°C) Raum mit hoher Luftfeuchte (70 bis 80 %) der vor allem eines haben sollte: Konstanz. Ist die Lagerung zu warm, also meist über 20°C oder unkontrolliert, gibt es also hohe Feuchte- und Temperaturschwankungen, setzt eine vorzeitige Alterung ein. Was Weine ebenso wenig mögen sind permanente Gerüche, die der Korken aufnehmen könnte. Ein Heizungskeller mit Ölheizung ist also gänzlich ungeeignet. Das Gleiche gilt für den Waschkeller wo neben den Gerüchen erschwerend hinzukommt, dass die Rotation der Waschtrommel für Unruhe im Weinregal sorgen kann.

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Perfekte Lagerbedingungen finden sich nur noch selten. Es sei denn, man lagert die Weine in den Kellern eines Weinguts, wie hier bei Robert Weil. Foto © Christoph Raffelt

Doch wer besitzt heute noch einen Keller, der diese Voraussetzungen erfüllt? Im Zweifel muss da die Technik ran. Verfügt man über eine umfangreiche Sammlung hochwertiger Weine, lohnt es sich, in Klimatechnik zu investieren. Sind es kleinere Mengen, die gelagert werden sollen, reicht auch ein Klimakühlschrank, der meist auch in einer Etagenwohnung noch seinen Platz findet.

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Sammelt man Weine in Originalkisten und Einzelflaschen, bietet sich ein System an, bei dem die Kisten auf Auszügen liegen und optimal erreicht werden können. Klimaschränke gibt es für jeden Geldbeutel. In unterschiedlichen Klimazonen reifen sowohl Weiß- als auch Rotweine. Foto © Christoph Raffelt

Mit Naturkork verschlossene Weine werden bis heute grundsätzlich liegend gelagert, wenn sie einer längeren Lagerung bedürfen. Man geht davon aus, dass der Korken nicht austrocknen sondern immer mit Flüssigkeit in Kontakt sein sollte. Wein mit Schraubverschluss, der heute für hochwertige Weine genutzt wird, kann ebenso stehend gelagert werden wie jede Form von Schaumwein und von aufgespritetem Wein. Beim Schaumwein kann die Kohlensäure aggressiv auf den Korken wirken, beim aufgespriteten Wein der hohe Alkohol.

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Weinregale sind manchmal rein praktikabel, dürfen aber gerne auch repräsentativ sein. So wie dieses System von regalraum.

Weine, die für den schnellen Genuss gedacht sind, müssen nicht gesondert gelagert werden. Da reicht das Flaschenregal, das möglicherweise in der Küche integriert ist oder repräsentativ im Esszimmer seinen Platz findet. Weiß man heute schon, dass man morgen oder in den kommenden Tagen einen Wein aus dem Weinkeller trinken möchte, bietet es sich an, diesen rechtzeitig aus dem Keller zu holen. Gerade hochwertige Rotweine werden oft unfiltriert abgefüllt. Die Weine stellt man dann besser früh genug in eine aufrechte Position, damit der Bodensatz später nicht stört.

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