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rosé rot unbekannt weiß
AR-BIO-154
halbtrocken trocken
aromatisch & frisch ausdrucksstark & fein fein & aromatisch fruchtig & aromatisch fruchtig & weich
Fruchtig
Magnum (1,5l) Standard Flasche (0,75l)
DIAM Drehverschluss Naturkorken Presskorken unbekannt
ausverkauft bald verfügbar verfügbar
James Suckling Mundus Vini Robert Parker Stephen Tanzer Tim Atkin
ja

Mendoza

Heimat des Malbec

Schon mit der Gründung der Stadt Mendoza unterhalb der Anden wurden 1561 die ersten Rebstöcke in der Region gepflanzt. Als 1885 Mendoza durch eine Eisenbahnstrecke mit der Hauptstadt Buenos Aires verbunden war, boomte die Weinbauregion. Und sie tut es bis heute. Allerdings hat sie sich in der Zwischenzeit vollständig verändert. Wo zu Beginn lediglich einfache Weine fürs Volk erzeugt wurden, entstehen heute große Weine und Exportschlager. Dank Mendoza und Weingütern wie Catena Zapata und Kaiken oder Galionsfiguren wie Dieter Meier ist Argentinien zu einem der führenden Weinländer aufgestiegen. Eine Rebsorte hat dabei besondere Dienste geleistet: der Malbec, Argentiniens Exportschlager.

Mendoza

Mendoza – das Herz Argentiniens

In Mendoza schlägt das Herz des argentinischen Weinbaus, und das seit mehr als 450 Jahren. Damals wurde die Stadt gegründet, und der Begründer des argentinischen Weinbaus, der Jesuitenpater Juan Cidrón, pflanzte dort wenig später die ersten Stöcke Criolla grande.

Diese Sorte, die in Chile País und in Kalifornien Mission genannt wird, war die am meisten verbreitete Rebe der Missionare. Sie stammt aus Spanien und hat den Weinbau über Jahrhunderte hinweg bestimmt. Als Juan Cidrón das neu gegründete Mendoza erreichte, fand er dort bereits das ausgeklügelte Bewässerungssystem der Inka vor, die schon über Jahrhunderte das Schmelzwasser der Anden in die trockene Gegend geleitet hatten.

Das war die Grundlage für den Weinbau in Mendoza, dessen Weine schnell ins ganze Land transportiert wurden. Der eigentliche Boom setzte dann im 19. Jahrhundert ein und hatte zwei Ursachen. Die erste war die Eröffnung der 1.000 Kilometer langen Eisenbahnstrecke von Mendoza in die Hauptstadt Buenos Aires. Sie erleichterte den Warenverkehr erheblich und gab dem Weinanbau einen enormen Schub. Außerdem kamen mit einer immer größer werdenden Zahl neuer europäischer Siedler auch neue Rebsorten ins Land.

Eine davon war der Malbec und eine der Siedlerfamilien hieß Catena. Diese Familie stammte aus den italienischen Marken und sollte den künftigen Weinbau Argentiniens beeinflussen wie keine andere. Es waren Pioniere wie Catena oder Trapiche, die Mendoza zum wichtigsten Anbaugebiet Argentiniens gemacht haben. Jahrzehntelang wurde dort der Wein vor allem für das Inland produziert. Doch seit den 1990er Jahren hat auch die internationale Weinwelt Notiz vom argentinischen Wein genommen. Argentinische Weine, allen voran der Malbec, Malbec Reserva und der Shiraz, sind heute Exportschlager und weltweit begehrt.

Weinbau in Mendoza

Wein in Mendoza bedeutet Weinbau in der Fläche und in der Höhe. Vergleicht man ihn mit dem deutschen Weinbau, so unterscheidet er sich so gut wie in allem, und das fundamental. Allein in Mendoza und den Unterregionen Norte Mendocino, Río Mendoza, Alta del Río Mendoza, Este Mendocino, Sur Mendocino und Valle de Uco ist die Hektar-Zahl mehr als anderthalbfach so groß wie in ganz Deutschland. Dabei beginnt der Weinbau auf rund 700 Metern Höhe – also da, wo er in Deutschland eher aufhört – und reicht bis auf 1.400 Meter. In diesen Höhen wird Cool-Climate-Weinbau betrieben. Zwar sind die Tage vom Frühjahr bis zum Herbst sehr warm, teilweise heiß, doch kühlen die Winde, die von Anden kommen, ebenso wie die Nachttemperaturen. Die hohen Amplituden zwischen Tageshitze und nächtlicher Kälte sorgen für das Heranreifen einer sehr ausgeprägten Frucht und der Bewahrung von Frische und Säure. Darüber hinaus bilden die Trauben durch die deutlich höhere UV-Einstrahlung besonders dicke Schalen aus, die für viele Gerbstoffe und Phenole sorgen. Fragt man Dieter Meier, den Gründer des Weinguts PURO und Verfechter eines biologischen Anbaus, dann hat Mendoza noch einen weiteren großen Vorteil gegenüber Europa. Die Weine reifen immer über eine lange und trockene Vegetationszeit aus. Man hat keine Probleme mit Feuchtigkeit und Pilzdruck. Und das erleichtert dem Bio-Winzer die Arbeit deutlich. Was Meier als Geschenk dieser außergewöhnlichen Landschaft sieht, versucht er und versuchen viele andere Winzer zurückzugeben. Nachhaltigkeit, ein Begriff, der allzu oft inflationär verwendet wird, ist hier angemessen. Neben dem biologischen Anbau wird auf alternative Energien gesetzt. Den Arbeiterfamilien wird der Schulbesuch in eigenen Schulen ebenso ermöglicht wie medizinische Versorgung und Weiterbildung. Weinbau in Mendoza ist heute in vielen Weingütern so etwas wie ein ganzheitliches Projekt.

Aus Mendoza hinaus in die Welt

Bis in die 1990er Jahre hinein kannte man Argentinien in der Welt des Weins so gut wie gar nicht.

Das Weinland hat lange, sehr lange ausschließlich für den heimischen Markt produziert, und es wurden so gut wie ausschließlich einfachste Massenweine in Flaschen gefüllt. Alteingesessene Häuser wie Trapiche oder Catena hatten zwar einen guten Ruf im Land, wurden jedoch außerhalb nicht wahrgenommen, und das zu Recht. Dies änderte sich vor allem mit dem Qualitäts-Pionier Nicolás Catena. Der war zwar Erbe der Catena-Weindynastie in Mendoza und führte das Weingut auch ab Beginn der 1960er Jahre.

Doch die schwierigen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die 1982 in den Falkland-Krieg mit England mündeten, frustrierten ihn zutiefst. Ihn interessierten viel mehr die Wirtschaftswissenschaften, deretwegen er Anfang der 1980er Jahre an die University of California in Berkeley berufen wurde.

Kalifornien war damals die Wein-Boomregion schlechthin. Weine aus Napa Valley und Sonoma Coast waren in aller Welt begehrt, und auch Nicolás Catena verfiel ihrem Charme. Er machte sich auf, die Gründe für diesen Wein-Boom zu erfassen und lernte einige der wichtigsten Weinmacher der USA kennen. Sie waren wie er Nachkommen von italienischen Immigranten aus den Marken. Ihre Namen, Gallo und Mondavi, stehen längst als Synonym für den Erfolg des kalifornischen Weinbaus. Catena musste einsehen, dass der dortige Weinbau sehr viel fortschrittlicher war als der heimische. Zudem wurde ihm klar, dass die seiner Meinung nach besten Weine aus den Höhenlagen in Sonoma jenseits der 1.000-Meter-Grenze stammten.

Mit dieser Erkenntnis entsagte er der Universitätskarriere und ging zurück nach Mendoza. Über fünfzehn Jahre hinweg legte er die Grundlagen für einen neuen Qualitätsweinanbau in Mendoza. Die Hauptrolle spielte bei ihm von Anfang an der Malbec. Mit Akribie und Pioniergeist haben Weinmacher wie Nicolás Catena und seine Tochter Laura, Achával Ferrer, Flichman, Trapiche, Zuccardi oder die Bodegas Weinert aus dem Massenanbau einen Premium-Weinbau geformt. Malbec, jene französische Sorte, die in den Höhenlagen Argentiniens einen ganz eigenen Charakter bekommt, wurde zunehmend zum USP Argentiniens. Malbec als USP, im Marketing als unique selling proposition bekannt, ist zum Alleinstellungsmerkmal des Weinbaus geworden.

Während die Weine zunächst vor allem in Bezug auf das Preis-Genuss-Verhältnis attraktiv waren, wurde vor allem Weinkritikern zunehmend  bewusst, dass die besten Weine Mendozas seit einigen Jahren auch in der höchsten Liga der Grand Crus mitspielen können. Was viel Mut und viele Experimente erfordert hatte – Malbec zu begreifen und mit ihm Weine von hohem Niveau zu erzeugen, hat viele Jahre gedauert –, zahlt sich mittlerweile aus.

Bei Cabernet Sauvignon und Chardonnay war es etwas einfacher. Doch man kann gar nicht tief genug den Hut vor so viel Pioniergeist ziehen. Denn die besten Weine des Gebiets gehören heute zu den Top-Weinen. Die Liste jener Weine, die 97, 98 oder gar 99 Punkte beim wichtigsten Kritiker der Branche, Robert M. Parker jun., erhalten haben, kann sich sehen lassen. Aber vor allem auch der Mittelbau mit Weinen, die erschwinglich und gleichzeitig markant und extrem gelungen sind, ist heut sehr beachtlich.

Mendoza ist mehr als Malbec

Der Erfolg der alteingesessenen, führenden Bodegas hat seit den 1990ern viele ausländische Weinmacher und Investoren auf den Plan gerufen – zum Glück für die Region.

Denn wo Geld investiert wird, entstehen Arbeitsplätze, und das ist in diesem Gebiet äußerst wichtig. Neben Aurelio Montes, der sich von Chile aus mit den Bodegas Kaiken eingebracht hat, sind im Laufe der Zeit Concha y Toro, gleichfalls aus Chile, Sogrape aus Portugal und Bacardi aus Italien nach Mendoza gekommen. Aus Frankreich kamen Moët & Chandon, ferner Lurton und auch die Rothschilds von Lafite mit den Bodegas CARO. Diese Weingüter brachten ebenso internationale Erfahrungen mit wie neue Ansätze und auch Rebsorten. Außerdem ist das Puro Projekt von Dieter Meier erwähnenswert. 

Neben den Platzhirschen Malbec, Cabernet und Chardonnay finden immer mehr andere Rebsorten Aufmerksamkeit, so zum Beispiel die aus dem Piemont stammende Bonarda, dazu in letzter Zeit der Pinot noir, der Sauvignon blanc und vor allem auch der Tempranillo. Besonders eigenständig zeigt sich der Torrontés, ein würziger, blumiger Wein aus der Muskat-Familie, der frisch und trocken ausgebaut wird.

Nicolás Catena hat Mendoza groß gemacht

Wenn man sich heute die Entwicklung der Weinwelt der letzten 50 Jahre anschaut, dann wird man immer wieder auf eine kleine Zahl von Visionären stoßen, welche die Branche in außerordentlicher Art und Weise geprägt haben.

Robert Mondavi gehört zu diesen Personen, ferner Eric de Rothschild, Piero Antinori und eben auch Nicolás Catena. Keinem dieser Weinmacher war das Visionäre in die Wiege gelegt. Es waren Zufälle, Glück und vor allem die notwendigen Schlussfolgerungen aus einer genau durchdachten Erkenntnis, die diese Menschen zu Pionieren haben werden lassen.

Bei Nicolás Catena war es sein Aufenthalt in Kalifornien, der ihm die Augen geöffnet hat und ihn zum Handeln bewegte. Immerhin hatte er damals schon zwanzig Jahre lang das Familienunternehmen geführt. Die Inspiration kam recht spät, jedoch nicht zu spät. So begann er trotz aller wirtschaftlichen und politischen Hindernisse seines Heimatlandes zu investieren – zunächst in die pyramidenähnliche Bodega, die längst zum Wahrzeichen des Weinbaus von Mendoza geworden ist.

Danach setzte er sich mit den Weinbergen auseinander. Er suchte höhere Lagen und griff zurück auf die alten Rebstöcke, die noch sein Großvater ab 1902 gepflanzt hatte und die von hervorragender Qualität waren. All das hat den Weinbau in Mendoza entscheidend geprägt, und zwar nicht zuletzt dadurch, dass Weine seines Namens ab den 1990ern weltweit Berühmtheit erlangten und mit ihnen auch das Anbaugebiet Mendoza.