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Grenache Mourvedre Roussanne Syrah
Château de Beaucastel Domaine Brunely E. Guigal Famille Perrin JM Cazes Sélection
2021 2020 2019 2018 2017
4 Sterne und besser
Nein Ja
rot weiß
FR-BIO-01
fein & aromatisch fruchtig & weich kräftig & würzig samtig & üppig üppig & voluminös
Fruchtig Würzig
Magnum (1,5l) Standard Flasche (0,75l)
Naturkorken unbekannt
bald verfügbar verfügbar
Berliner Wein Trophy Decanter Jeb Dunnuck

Südliche Rhône

Struktur, Würze und Finesse der Rhône-Weine

Opulenz und Fülle sind die Leitthemen an der Südrhône. Überbordende Aromen von süßen und vollreifen Früchten, typisch für Grenache noir, prägen das Bild der Rotweine. Mourvèdre und Syrah tragen Struktur und Farbe bei, Cinsault Finesse, weitere Rebsorten, beispielsweise Carignan, zusätzlich Säure oder Frische. Im Ergebnis entstehen so körperreiche und legendär alterungsfähige Weine. Sie kleiden mit ihrer Fülle und dem kräftigem Alkohol den Gaumen vollständig aus. Gebändigt und im Zaum gehalten werden sie vom ebenfalls kräftigen Tannin. Typisch sind auch deutliche Gewürznoten wie Zimt, Nelke und schwarze Schokolade. Die gleiche Opulenz kennzeichnet auch die Weißweine. Auch sie sind in aller Regel intensiv sowie alkoholreich und von bemerkenswerter Lagerfähigkeit.

Südliche Rhône

Tradition und Geschichte des Weinbaus an der Südrhône

Der Weinbau an der südlichen Rhône zwischen Montélimar und Arles reicht zurück bis zur Gründung der Stadt Marseille im 4. Jahrhundert vor Christus durch die Phoker. Dieser griechische Stamm soll damals auch Weinreben in das Rhônetal gebracht haben. Zahlreiche archäologische Funde belegen jedenfalls den späteren römischen Weinbau.

Immerhin bis in die Zeit des päpstlichen Exils bzw. der Gegenpäpste in Avignon im 14. und frühen 15. Jahrhundert reicht die Weingeschichte des Châteauneuf-du-Pape zurück. Dessen neuzeitliche Renaissance mit der Anerkennung als Appellation – als eine der ersten überhaupt – beginnt im Jahre 1935. Durch die Entdeckung der gesamten Region von der internationalen Weinkritik in den 1970er- und 1980er-Jahren erhielt sie noch einen weiteren Aufschwung.

Der Unterschied zwischen nördlicher und südlicher Rhône

Nur durch rund 50 weinbaulose Kilometer sind die südliche und die nördliche Rhône voneinander getrennt – und doch ändert sich kurz hinter Montélimar fast alles. Das zuvor enge Flusstal ist erheblich weiter und deutet so die Camargue, sein Mündungsdelta südlich von Arles, schon einmal vorsichtig an. Bei den Böden weichen Granit und Schiefer sandigen und lehmigen Strukturen.

Vor allem aber wird es hier jetzt spürbar wärmer. Kontinentale Einflüsse spielen kaum noch eine Rolle, vielmehr dominiert der Mittelmeerraum das Klima. Einzig der Mistral bläst auch hier wie im Norden regelmäßig eiskalt und stürmisch, zuweilen als Abkühlung von der sommerlichen Hitze hochwillkommen, in kritischen Phasen wie beispielsweise während der Blüte unter den ängstlichen Blicken der Winzer durchaus auch gefürchtet.

Wie die nördliche ist auch die südliche Rhône vor allem Rotweinland, und mit Klima und Böden wechseln auch die vorherrschenden Rebsorten. Der im Norden alles beherrschende Syrah ist zwar ab und an noch zu finden, tritt aber zugunsten der an die klimatischen Gegebenheiten besser angepassten Grenache, Mourvèdre, Carignan und Cinsault zurück. Die Weine, die aus diesen Rebsorten entstehen, sind geprägt von der Kraft der Sonne – würzig und wuchtig, alkoholreich und mit einem üppigen Bouquet von reifen schwarzen Früchten.

Côtes du Rhône und Châteauneuf-du-Pape

Das qualitative Spektrum der an der südlichen Rhône produzierten Weine ist bemerkenswert breit. Eher einfache, dafür aber auch günstige Qualitäten wachsen hier ebenso wie Weine, die mit zu den besten und am höchsten gehandelten Weinen weltweit zählen. Das spiegelt sich auch in den Appellationen wider.

An der Spitze der gesamten Region findet sich die AOC Châteauneuf-du-Pape mit ihrer Jahrhunderte alten Weinbautradition. Auf ihren Böden wachsen Weine, die von der amerikanischen Weinkritiker-Legende Robert Parker regelmäßig mit der maximalen Wertung von 100 bei 100 möglichen Punkten bedacht werden und dementsprechend zu den gefragtesten und bestbezahlten Weinen weltweit gehören.

Am anderen Ende der Qualitätsspanne liegt die AOC Côtes du Rhône, die sich über 200 Kilometer bei rund 42.000 ha erstreckt. Vor allem Rotweine (90 %) und Rosés (8 %) werden erzeugt, Weißweine spielen hier so gut wie keine Rolle. Viele der Weine werden für einen schnellen Genuss vinifiziert. Die sonst vor allem aus dem Beaujolais bekannte Kohlensäuremaischung Macération carbonique ist weit verbreitet. Sie liefert sehr fruchtbetonte, aber eher einfache und nicht besonders alterungsfähige Weine. Doch mit dem Aufschwung, den der Weinbau an der Rhône in die letzten drei bis vier Jahrzehnten insgesamt genommen hat – nicht zuletzt auch durch die Entdeckung der Gebietsspitzen durch Robert Parker –, entstehen auch an den Côtes du Rhône Weine von beachtlicher Qualität. Im Portfolio der besseren Produzenten findet sich unter diesem Label manch ein Wein mit einem höchst erfreulichem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die wichtigsten Produzenten der südlichen Rhône

Die 1989er Hommage à Jacques Perrin des Château Beaucastel war der erste Wein der Region, der sich mit einer 100-Parker-Punkte-Wertung schmücken konnte. Jeweils zwei weitere Höchstwertungen folgten für das Gut in den 1990er- und 2000er-Jahren, bemerkenswerterweise darunter 2009 mit dem Vieilles Vignes Blanc auch eine für einen Weißwein. Auch die Domaine de la Vieilles Julienne mit drei und die Domaine du Pégau mit zwei Höchstbewertungen bis 2010 dürfen sich zu den absoluten Spitzenproduzenten zählen.

Beachtung verdient auch die Domaine de la Janasse, die auf ingesamt rund 40 ha aus bis zu 100 Jahre alten Reben Weine produziert. Diese Côtes-du-Rhône-Weine sind gewiss ebenso erfreulich wie der mit Wertungen in den hohen 90ern bedachte Châteauneuf-du-Pape Vieilles Vignes. Auch die Weißweine der Domaine sind von hoher Qualität. Auf rund 70 ha baut seit 1891 die Familie Brunier auf der Domaine du Vieux Télégraphe Weine an, darunter drei verschiedene rote und zwei weiße Châteauneuf.

Ein in anderer Hinsicht interessant breites Portfolio an Weinen hat die Domaine de la Mordorée. Einerseits wird hier mit der La Reine Des Bois ein vielfach hochgelobter Châteauneuf vinifiziert, andererseits umfasst das Angebot auch sage und schreibe vier unterschiedliche Rosés. Bei näherer Betrachtung nicht weiter verwunderlich, hat die Domaine doch ihren Sitz in der Rosé-Appellation Tavel.

Die Appellationen der südlichen Rhône

Tavel ist eine besondere AOC, nämlich die einzige Appellation mit Cru-Status in Frankreich, in der ausschließlich Rosés produziert werden. Die Gewächse von dort sind insbesondere für ihre Alterungsfähigkeit berühmt, für Rosés außergewöhnliche Reifehorizonte von bis zu zehn Jahren sind keine Seltenheit. Ein typischer Tavel ist allerdings in aller Regel auch recht alkoholstark. Mit 13 oder zuweilen gar 14 Volumenprozent wirken die Weine fast wie Antithesen zum heute modernen Rosé-Stil, der auf mehr Leichtigkeit und Betonung der Frucht setzt.

An der Spitze des AOC-Reigens steht, wie schon erwähnt, Châteauneuf-du-Pape. Mit ihrer langen Tradition und mit Weinen von absoluter Weltspitze verdient diese Appellation eine eigene nähere Betrachtung [ggf. intern verlinken]. Aber auch in den anderen Appellationen an der Südrhône mit Cru-Status entstehen in höchstem Maße beachtliche Weine, nicht weit entfernt vom Niveau der Gewächse von C9dP – wie Verehrer der Weine Châteauneuf-du-Pape gerne abkürzen – sind die Spitzengewächse aus Gigondas und Vacqueyras. Auch dort entstehen ungemein üppige und opulente Tropfen von fast überbordender Kraft. Lirac, Beaumes-de-Venice und Vinsobres sind weitere Crus an der Südrhône.

Etwas abseits und nicht mehr direkt am Lauf der Rhône gelegen, aber dennoch zur Region südliche Rhône gehörig, liegen die Côtes du Ventoux und die Côtes du Luberon. Ebenfalls einen außergewöhnlichen Status haben die Costières de Nîmes. Weinrechtlich gehören sie dort zwar zur Südrhône – geographisch aber schon zum Languedoc. Das nördliche Ende der Region markieren die Coteaux du Tricastin. 

Côtes du Rhône Villages

Die Village-Appellationen liegen qualitativ zwischen den Crus und den Côtes du Rhône. Im Gegensatz zu den Côtes du Rhône herrschen auf rund 7.900 ha strengere Vorgaben zur Weinbereitung, wie beispielsweise eine Ertragsbeschränkung auf nur 45 hl/ha, ein Mindestalkoholgehalt von 12 % oder genauere Einschränkungen und Regelungen bezüglich der zugelassenen Rebsorten.

Zusätzlich zur Bezeichnung Appellation Côtes du Rhône Villages Controlée haben eine Reihe von Gemeinden das Recht, die Etiketten der dort wachsenden Weine zusätzlich mit dem Ortsnamen zu versehen. Im Einzelnen sind das Cairanne, Chusclan, Laudun, Massif d’Uchaux, Plan de Dieu, Puyméras, Roaix, Rochegude, Rousset les Vignes, Sablet, Saint Gervais, Saint-Maurice, Saint-Pantaléon-les-Vignes, Séguret, Signargues, Valréas und Visan. Eine Reihe der dort produzierten Weine braucht den Vergleich zu den Crus an der Südrhône nicht zu scheuen. Der Gemeinde Brézème schließlich ist es erlaubt, die Bezeichnung Brézème-Côtes-du-Rhône zu verwenden.