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Grenache Mourvedre Roussanne
Château de Beaucastel Famille Perrin Ogier Paul Jaboulet Aîné Vignobles Diffonty
2021 2020 2019 2017
4 Sterne und besser
Nein Ja
rot weiß
FR-BIO-01
fein & aromatisch kräftig & würzig samtig & üppig üppig & voluminös
Fruchtig Würzig
Magnum (1,5l) Standard Flasche (0,75l)
Naturkorken unbekannt
verfügbar bald verfügbar
Jeb Dunnuck

Châteauneuf-du-Pape AOP

Lange Tradition und eine große Anzahl von Rebsorten

Allein der Name der Appellation Châteauneuf-du-Pape ist so klingend, dass man ihn sich einfach merken muss. Das Örtchen Châteauneuf-du-Pape im Bereich der südlichen Rhône ist die Heimat einiger der großen Rotweine Frankreichs. Gerade einmal 3.287 Hektar umfassen die Ortslagen rund um Châteuneuf, das von Liebhabern übrigens gerne C9dP abgekürzt wird. In diesem kleinen Bereich tummeln sich um die 300 Erzeuger. Viele dieser Winzer pflegen Weinberge an der gesamten südlichen Rhône. Denn unweit von Châteauneuf entfernt liegen weitere, ebenfalls berühmte Ortsappellationen wie Gigondas und Vacqueras mitten im Rebenmeer der Côtes du Rhône, Frankreichs großem südlichen Bereich für Qualitätsweine.

Châteauneuf-du-Pape AOP

Der Wein der Päpste

Es gibt vermutlich kein Weinanbaugebiet in der Welt, dessen Geschichte so sehr mit der katholischen Kirche verknüpft ist wie Châteauneuf-du-Pape. Von 1309 bis 1377 war Avignon an der südlichen Rhône der Sitz von insgesamt sieben Päpsten – und bis zum Jahr 1417 darüber hinaus zweier Gegenpäpste. Auf einen dieser Päpste, genauer gesagt auf Johannes XXII., und seine Wahl des Schlosses Châteauneuf als päpstliche Sommerresidenz geht der Ursprung der Appellation zurück. Er ließ Winzer aus dem Cahors in die Region kommen und rund um seine Residenz Weinberge anlegen. Erst im 19. Jahrhundert etablierte sich dann der Name des Gebiets, der auf das Amt seines Gründers verweist.

Insgesamt 13 verschiedene Rebsorten sind in der 3200 Hektar großen Appellation zugelassen – rouge - rote, blanc - weiße und solche, die es wie die Grenache sowohl in einer roten (Grenache Noir) als auch in einer weißen (Grenache Blanc) Variante gibt. Zu rund 95 % werden aus den Trauben Rotweine produziert – auch weiße Rebsorten finden sich in der komplexen Cuvée eines klassischen Châteauneuf-du-Pape. Die genaue Zusammensetzung bleibt dem Winzer überlassen – Château de Beaucastel verwendet in seiner Cuvée beispielsweise alle zugelassenen 13 Sorten, der legendäre Wein Château Rayas andererseits wird reinsortig aus der mit 70 % im Gebiet am meisten verbreiteten Rebsorte Grenache Noir gekeltert. Deutlich seltener und rarer, aber ebenfalls von hervorragender Qualität ist weißer Chateauneuf.

Die bekanntesten Winzer/Weingüter auf „Châteauneuf-du-Pape“

Die Weine dieses Gebiets zeichnen sich meist durch einen hohen Alkoholgehalt aus – mit 12,5 % hat der Rotwein den höchsten Mindestalkoholgehalt aller französischen Appellationen. Die im Barrique ausbauten Weine verfügen über ein bemerkenswert hohes Lagerungspotential und zeigen – je nach Machart – in der Regel erst nach rund acht bis zehn Jahren Flaschenreife ihr wahres Potential.

Bedeutendster Négociant bzw. wichtigster Händler ist sicherlich die Maison Chapoutier, die neben anderen Handelsaktivitäten seit dem Jahr 1808 auch selbst im Weinbau aktiv ist. Bemerkenswert ist vor allem der radikale Wandel hin zum biodynamischen Weinbau, dem sich das Haus in den letzten drei Jahrzehnten unterzogen hat. Mit Château Rayas und Château de Beaucastel sind schon zwei der wichtigsten Produzenten der Appellation genannt, weitere unbedingt zu erwähnende Güter sind La Nerthe, Vieux Télégraphe, Clos de l’Oratoire des Papes, Du Pégau und sicherlich auch Château Fortia, dessen Besitzer Pierre Le Roy de Boiseaumarié es war, der Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Schritte in Richtung einer Appellation in Form von Gebiets- und Rebsortenfestlegungen in die Wege leitete. Châteauneuf-du-Pape gehörte zu den ersten Appellationen Frankreichs.

Ebenfalls einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Chateauneuf hatte der weltweit immer noch bedeutendste amerikanische Weinkritiker Robert M. Parker jr. Sein im Jahre 1987 erschienenes Buch über die Rhône-Weine hatte einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die weltweite Reputation der Châteauneuf-du-Pape-Weine – weshalb ihn die Gemeinde im Jahr 1995 für seine Verdienste auch zum Ehrenbürger ernannte.

Jahrgänge sind verschieden – auch im Châteauneuf-du-Pape

Die klimatischen Begebenheiten an der südlichen Rhône sind zu weiten Teilen stark vom nahe liegenden Mittelmeer geprägt, Verhältnisse mithin, denen man nachsagt, deutlich weniger wechselhaft zu sein als in den vom Atlantik bestimmten Regionen, beispielsweise dem Bordeaux. Hitze, Sonne und Trockenheit sind hier ebenso verlässlich wie das häufige Wehen des Mistrals.

Aber es wäre ein Fehler, zu glauben, dass die einzelnen Jahrgänge an der Rhône deshalb weniger unterschiedlich wären. Auch die Appellation am Fuße des mythischen Mont Ventoux zeigt Jahrgangsvarianten in einer Breite, die eine differenziertere Betrachtung notwendig machen. Ausreichende Reife ist hier im Süden allerdings nie ein Problem – eher ist das Gegenteil der Fall: In extrem heißen Jahren wie beispielsweise 2000 fordert die Tendenz zur Überreife und -konzentration mit dementsprechend hohen bis höchsten Alkoholwerten von den Kellermeistern alles Können, um die Weine noch in der Balance zu halten. 

Als gute bis sehr gute Jahrgänge der letzten drei Jahrzehnte gelten 1989, 1995, 1999, 2001 und 2005. Noch größere Jahrgänge waren 1990, 1998, 2007, 2010 und 2015. Auch der Jahrgang 2016 hat außerordentlich gute Qualitäten hervorgebracht. In solch großen Jahren entstehen dann auch hier, im Süden der Rhône, Weine, die in Sachen Alterungsfähigkeit ihren Konkurrenten aus dem Bordeaux und dem Burgund in nichts nachstehen und über Jahrzehnte auf der Flasche reifen können. Die Grenache Noir als Hauptrebsorte ist bekannt dafür, unter Bedingungen wie an der Südrhône, nämlich bei großer Hitze und Trockenheit, konzentrierte Weine von großer Lagerfähigkeit hervorzubringen.

Die drei Wege des Châteauneuf-du-Pape

Wie viele klassische Weinbaugebiete ist auch Châteauneuf-du-Pape eine Region im steten Wandel. Neben den Traditionalisten, die sich das Bewahren der althergebrachten Weinbautradition auf ihre Fahnen geschrieben haben, finden sich im Weinbau neue und jüngere Kräfte wie auch Strömungen in der Region. Der Ansatz der Traditionalisten – Ausbau im großen Holzfuder, langes Hefelager, keinerlei Filtration – wird heute konterkariert von Produzenten mit moderneren Kellerphilosophien. Die Modernisten stellen mehr den Erhalt der Primärfrucht in den Vordergrund und verzichten zugunsten einer deutlich früheren Zugänglichkeit und Genussreife der Weine auf zu hohe Komplexität und die damit oft einhergehende Notwendigkeit weiterer Reifung auf der Flasche.

Die dritte – und spannendste – Gruppe unter den Weinproduzenten in Châteauneuf-du-Pape sind schließlich die Individualisten. Sie sind die uneinheitlichste der drei weinbaulichen Strömungen in der Appellation. Zu ihnen gehören sowohl die Maison Chapoutier mit ihrer Hinwendung zur Biodynamie als auch die Weinmacher von Janasse, Beaucastel oder Bonneau, um nur wenige Beispiele zu nennen. Sie experimentieren mit dem Ausbau im kleinen 225-Liter-Fass, dem Barrique, oder mit der Fokussierung auf Syrah oder Mourvèdre als Leitrebsorten für ihre Weine. Versuche mit Amphoren oder dem Betonei zur Vergärung finden sich hier ebenso wie der getrennte Ausbau kleiner und kleinster Parzellen mit ganz speziellem Terroir. Aber so sehr sich diese Individualisten auch stilistisch en detail unterscheiden mögen – so sehr sind sie sich in ihrem unbedingten Willen und auch in ihrer Fähigkeit einig, wahrhaft große Weine zu produzieren, Weine, die sich im Konzert der internationalen Spitzengewächse vor keiner Region zu verstecken brauchen.

Châteauneuf-Weinflaschen sind leicht zu erkennen

Wie schon erwähnt: Bis zum heutigen Tag erinnert der Name der Appellation daran, dass sie untrennbar mit der Geschichte der Päpste in Avignon verbunden ist. Es gibt aber noch ein weiteres Element, das deutlich und an prominenter Stelle auf diese Verknüpfung hinweist: Die gekreuzten Schlüssel Petri und die Tiara, die dreifache Krone, beides Insignien des Papstes, die auf der Schulter jeder Flasche Châteauneuf-du-Pape ausgeprägt sind.

Vorbehalten ist diese Kennzeichnung einzig und allein Erzeugerabfüllungen, eingeführt wurde sie im Jahr 1937 von der Vereinigung der Winzer in Châteauneuf-du-Pape unter Federführung von Pierre Le Roy de Boiseaumarié, der sich im Übrigen nicht nur um diese Region verdient gemacht hat, sondern um den französischen Weinbau insgesamt. Das System der Appellation d’Origine Contrôlée, kurz AOC, geht direkt auf sein Wirken zurück, und er war auch einer der Gründer des für Frankreich sehr wichtigen Institut National des Appellations d’Origine (INAO).

Der Maßstab für Grenache

Die alles dominierende Rebsorte des Châteauneuf-du-Pape ist die Grenache Noir, immerhin die viertmeist angebaute Rotweinrebsorte der Welt. In Spanien kennt man sie unter dem Namen Garnacha, auf Sardinien als Cannonau. Ihr Image ist durchaus zwiespältig. Einerseits gilt sie als Massenträger, der einfache, eher tannin- und farbarme, dafür aber fruchtige Weine produziert und – in speziellen Varianten – auch für Weiß- und Roséweine geeignet ist. Andererseits zählt sie unter bestimmten Bedingungen zum erweiterten Kreis der cépages nobles, der Edelrebsorten. Genau diese Bedingungen findet die Grenache an der südlichen Rhône: Trockenheit, große Hitze, Wind, dazu eine radikale Ertragsbeschränkung – im Châteauneuf-du-Pape meist deutlich unter 35 hl/ha. Unter diesen Bedingungen liefern Grenache-Reben Traubenmaterial mit Aromen reifer Früchte, allen voran die Pflaume, und zum Teil kräftigen Würznoten von Zimt und teils auch Lorbeer. In Kombination mit den vielfältigen Verschnittpartnern (rouge: Cinsault, Counoise, Mourvèdre, Muscardin, Syrah, Terret Noir und Vaccarèse; weiß: Bourboulenc, Clairette, Picardan, Picpoul und Roussanne), die zusätzlich Tannin, Farbe und Säure und weitere, oft frischere Frucht beisteuern, entstehen so Weine von allerhöchster, zuweilen fast abgründiger Tiefe.

Zur bemerkenswerten Tiefe der Châteauneuf-du-Pape-Weine trägt noch eine weitere Eigenschaft der Grenache-Rebe bei: Sie ist recht unempfindlich gegen diverse Holzkrankheiten wie Esca oder Eutypiose und daher ausgesprochen langlebig. Das daraus resultierende oft sehr hohe Durchschnittsalter der Reben schlägt sich dann in einer deutlich erhöhten Komplexität und Mineralität des Traubenmaterials nieder.