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Châteauneuf du Pape

Châteauneuf du Pape AOP im Bereich der südlichen Rhône ist die Heimat einiger der größten Rotweine Frankreichs. In diesem verhältnismäßig kleinen Gebiet tummeln sich um die 300 Erzeuger, denn unweit von Châteauneuf entfernt liegen weitere berühmte Appellationen wie Gigondas und Vacqueras mitten im Rebenmeer der Côtes du Rhône.

 

Châteauneuf-du-Pape AOP

Der Geschmack von Châteauneuf-du-Pape-Wein

Châteauneuf-du-Pape schmeckt typischerweise kräftig und vollmundig: Reife Aromen von Kirschen, Pflaumen und dunklen Beeren verbinden sich häufig mit würzigen Noten, mediterranen Kräutern und einem Hauch von Pfeffer. Die Tannine sind meist präsent, aber reif; der Abgang wirkt oft warm und lang. Je nach Rebsortenanteil, Ausbau und Jahrgang kann der Stil variieren.

 

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Die 13 Rebsorten des Châteauneuf-du-Pape

In der traditionellen Zählweise sind in Châteauneuf-du-Pape 13 Rebsorten zugelassen: Grenache (Noir, Gris und Blanc), Syrah, Mourvèdre, Cinsault, Clairette (Blanche und Rose), Vaccarèse, Bourboulenc, Roussanne, Counoise, Muscardin, Picpoul (Noir, Gris und Blanc), Picardan und Terret Noir. Die Bezeichnungen in Klammern stehen für Farbvarianten.

Die „13 Rebsorten“ sind die traditionelle Zählweise der Appellation. Im offiziellen Regelwerk werden die Farbvarianten einzeln aufgeführt, was zu 18 offiziell gelisteten Sorten führt.

Die Winzer wählen selbst, welche dieser Sorten sie für ihre Weine verwenden und wie sie die Cuvée zusammenstellen. Auch weiße Rebsorten können in einer Rotweincuvée vorkommen. Château de Beaucastel verwendet in seiner Cuvée beispielsweise alle 13 Rebsorten.

 

Die bekanntesten Winzer und Weingüter auf „Châteauneuf-du-Pape“

Die Weine dieses Gebiets zeichnen sich überwiegend durch einen hohen Alkoholgehalt aus – mit 12,5 Prozent hat der Rotwein den höchsten Mindestalkoholgehalt aller französischen Appellationen. Die im Barrique ausgebauten Weine verfügen über ein bemerkenswert hohes Lagerungspotential und zeigen – je nach Machart – in der Regel erst nach rund acht bis zehn Jahren Flaschenreife ihr wahres Potenzial.

Bedeutendster Négociant bzw. wichtigster Händler ist sicherlich die Maison Chapoutier, die neben anderen Handelsaktivitäten seit dem Jahr 1808 auch selbst im Weinbau aktiv ist. Bemerkenswert ist vor allem der radikale Wandel hin zum biodynamischen Weinbau, dem sich das Haus in den letzten drei Jahrzehnten unterzogen hat.

Mit Château Rayas und Château de Beaucastel sind schon zwei der wichtigsten Produzenten der Appellation genannt, weitere unbedingt zu erwähnende Güter sind La Nerthe, Vieux Télégraphe, Clos de l’Oratoire des Papes, Du Pégau und sicherlich auch Château Fortia, dessen Besitzer Pierre Le Roy de Boiseaumarié es war, der Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Schritte in Richtung einer Appellation in Form von Gebiets- und Rebsortenfestlegungen in die Wege leitete. Châteauneuf-du-Pape gehörte zu den ersten Appellationen Frankreichs.

Ebenfalls einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Châteauneuf hatte der weltweit immer noch bedeutendste amerikanische Weinkritiker Robert M. Parker jr. Sein im Jahre 1987 erschienenes Buch über die Rhône-Weine hatte einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die weltweite Reputation der Châteauneuf-du-Pape-Weine – weshalb ihn die Gemeinde im Jahr 1995 für seine Verdienste auch zum Ehrenbürger ernannte.

 

Der Jahrgang formt den Wein

Die klimatischen Begebenheiten an der südlichen Rhône sind zu weiten Teilen stark vom nahe liegenden Mittelmeer geprägt, Verhältnisse mithin, denen man nachsagt, deutlich weniger wechselhaft zu sein als in den vom Atlantik bestimmten Regionen, unter anderem dem Bordeaux. Hitze, Sonne und Trockenheit sind hier ebenso verlässlich wie das häufige Wehen des Mistrals.

Aber es wäre ein Fehler, zu glauben, dass die einzelnen Jahrgänge an der Rhône deshalb weniger unterschiedlich wären. Auch die Appellation am Fuße des mythischen Mont Ventoux zeigt Jahrgangsvarianten in einer Breite, die eine differenziertere Betrachtung notwendig machen.

Ausreichende Reife ist hier im Süden allerdings nie ein Problem – eher ist das Gegenteil der Fall: In extrem heißen Jahren wie 2000 fordert die Tendenz zur Überreife und -konzentration mit dementsprechend hohen bis höchsten Alkoholwerten von den Kellermeistern alles Können, um die Weine noch in der Balance zu halten. 

Als gute bis sehr gute Jahrgänge der letzten drei Jahrzehnte gelten 1989, 1995, 1999, 2001 und 2005. Noch größere Jahrgänge waren 1990, 1998, 2007, 2010 und 2015. Auch der Jahrgang 2016 hat außerordentlich gute Qualitäten hervorgebracht.

In solch großen Jahren entstehen dann auch hier, im Süden der Rhône, Weine, die in Bezug auf Alterungsfähigkeit ihren Konkurrenten aus dem Bordeaux und dem Burgund in nichts nachstehen und über Jahrzehnte auf der Flasche reifen können. Die Grenache Noir als Hauptrebsorte ist bekannt dafür, unter Bedingungen wie an der Südrhône, nämlich bei großer Hitze und Trockenheit, konzentrierte Weine von großer Lagerfähigkeit hervorzubringen.

 

Die drei Wege des Châteauneuf-du-Pape

Wie viele klassische Weinbaugebiete ist auch Châteauneuf-du-Pape eine Region im steten Wandel. Neben den Traditionalisten, die sich das Bewahren der althergebrachten Weinbautradition auf ihre Fahnen geschrieben haben, finden sich im Weinbau neue und jüngere Kräfte wie auch Strömungen in der Region. Der Ansatz der Traditionalisten – Ausbau im großen Holzfuder, langes Hefelager, keinerlei Filtration – wird heute konterkariert von Produzenten mit moderneren Kellerphilosophien.

Die Modernisten stellen mehr den Erhalt der Primärfrucht in den Vordergrund und verzichten zugunsten einer deutlich früheren Zugänglichkeit und Genussreife der Weine auf zu hohe Komplexität und die damit oft einhergehende Notwendigkeit weiterer Reifung auf der Flasche.

Die dritte – und spannendste – Gruppe unter den Weinproduzenten in der Appellation sind schließlich die Individualisten. Sie sind die uneinheitlichste der drei weinbaulichen Strömungen in der Appellation. Zu ihnen gehören sowohl die Maison Chapoutier mit ihrer Hinwendung zur Biodynamie als auch die Weinmacher von Janasse, Beaucastel oder Bonneau, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Sie experimentieren mit dem Ausbau im kleinen 225-Liter-Fass, dem Barrique, oder mit der Fokussierung auf Syrah oder Mourvèdre als Leitrebsorten für ihre Weine. Versuche mit Amphoren oder dem Betonei zur Vergärung finden sich hier ebenso wie der getrennte Ausbau kleiner und kleinster Parzellen mit ganz speziellem Terroir.

Aber so sehr sich diese Individualisten auch stilistisch im Detail unterscheiden mögen – so sehr sind sie sich in ihrem unbedingten Willen und auch in ihrer Fähigkeit einig, wahrhaft große Weine zu produzieren, Weine, die sich im Konzert der internationalen Spitzengewächse vor keiner Region zu verstecken brauchen.

 

Châteauneuf-Weinflaschen sind leicht zu erkennen

Wie schon erwähnt: Bis zum heutigen Tag erinnert der Name der Appellation daran, dass sie untrennbar mit der Geschichte der Päpste in Avignon verbunden ist. Es gibt aber noch ein weiteres Element, das deutlich und an prominenter Stelle auf diese Verknüpfung hinweist: Die gekreuzten Schlüssel Petri und die Tiara, die dreifache Krone, beides Insignien des Papstes, die auf der Schulter jeder Flasche Châteauneuf-du-Pape ausgeprägt sind.

Vorbehalten ist diese Kennzeichnung einzig und allein Erzeugerabfüllungen. Eingeführt wurde sie im Jahr 1937 von der Vereinigung der Winzer in Châteauneuf-du-Pape unter Federführung von Pierre Le Roy de Boiseaumarié, der sich im Übrigen nicht nur um diese Region verdient gemacht hat, sondern um den französischen Weinbau insgesamt. Das System der Appellation d’Origine Contrôlée, kurz AOC, geht direkt auf sein Wirken zurück, und er war auch einer der Gründer des für Frankreich sehr wichtigen Instituts National des Appellations d’Origine (INAO).

 

Der Maßstab für Grenache

Die alles dominierende Rebsorte des Châteauneuf-du-Pape ist die Grenache Noir, immerhin die viertmeist angebaute Rotweinrebsorte der Welt. In Spanien kennt man sie unter dem Namen Garnacha, auf Sardinien als Cannonau. Ihr Image ist durchaus zwiespältig. Einerseits gilt sie als Massenträger, der einfache, eher tannin- und farbarme, dafür aber fruchtige Weine produziert und – in speziellen Varianten – auch für Weiß- und Roséweine geeignet ist.

Andererseits zählt sie unter bestimmten Bedingungen zum erweiterten Kreis der cépages nobles, der Edelrebsorten. Genau diese Bedingungen findet die Grenache an der südlichen Rhône: Trockenheit, große Hitze, Wind, dazu eine radikale Ertragsbeschränkung – im Châteauneuf-du-Pape meist deutlich unter 35 hl/ha. Unter diesen Bedingungen liefern Grenache-Reben Traubenmaterial mit Aromen reifer Früchte, allen voran der Pflaume, und zum Teil kräftigen Würznoten von Zimt und teils auch Lorbeer.

In Kombination mit den vielfältigen Verschnittpartnern (rouge: Cinsault, Counoise, Mourvèdre, Muscardin, Syrah, Terret Noir und Vaccarèse; weiß: Bourboulenc, Clairette, Picardan, Picpoul und Roussanne), die zusätzlich Tannin, Farbe und Säure und weitere, oft frischere Frucht beisteuern, entstehen so Weine von allerhöchster, zuweilen fast abgründiger Tiefe.

Zur bemerkenswerten Tiefe der Châteauneuf-du-Pape-Weine trägt noch eine weitere Eigenschaft der Grenache-Rebe bei: Sie ist recht unempfindlich gegen diverse Holzkrankheiten wie Esca oder Eutypiose und daher ausgesprochen langlebig. Das daraus resultierende, oft sehr hohe Durchschnittsalter der Reben schlägt sich dann in einer deutlich erhöhten Komplexität und Mineralität des Traubenmaterials nieder.

 

Wie lange kann man einen Châteauneuf-du-Pape lagern?

Das hängt vom Erzeuger, Jahrgang und Weinstil ab. Rote Châteauneuf-du-Pape lassen sich oft schon ab etwa zwei Jahren genießen, können sich bei guter Lagerung aber über Jahrzehnte weiterentwickeln. Weiße Varianten besitzen ebenfalls Reifepotenzial. Für eine konkrete Flasche ist die Trinkempfehlung des Erzeugers maßgeblich. Lagere den Wein möglichst kühl, dunkel und bei gleichbleibender Temperatur.

Was macht Châteauneuf-du-Pape so besonders?

Die Appellation verbindet eine lange Weinbautradition mit einer großen Auswahl zugelassener Rebsorten und unterschiedlichen Böden. In der traditionellen Zählweise sind es 13 Rebsorten; besonders Grenache prägt viele Weine. Hinzu kommen ein sonnenreiches, trockenes Klima und der Mistral. Die Winzer können Rebsorten und Terroirs unterschiedlich kombinieren – deshalb reicht der Stil von fruchtbetonten bis zu kräftigen, strukturierten Weinen.

Was bedeutet Châteauneuf-du-Pape auf Deutsch?

Der Name bedeutet wörtlich „neues Schloss des Papstes“. Er verweist auf die Geschichte des Ortes und die Zeit der Päpste in Avignon: Unter Papst Johannes XXII. wurde dort im 14. Jahrhundert ein Schloss errichtet.

Welchen Einfluss haben die berühmten Kieselsteine auf den Weingeschmack?

Die großen, rund geschliffenen Steine – auf Französisch galets roulés – speichern tagsüber Wärme und geben sie wieder ab. Das unterstützt die Reifung der Trauben. Sie verleihen dem Wein aber nicht einfach einen „Kieselstein-Geschmack“: Der Charakter entsteht aus dem Zusammenspiel von Boden, Klima, Rebsorten und Arbeit im Weinberg und Keller. Auch andere Böden der Appellation, etwa Sand- und Kalkböden, prägen den Stil.

Welche Speisen passen am besten zu einem Châteauneuf-du-Pape?

Zu einem kräftigen roten Châteauneuf-du-Pape passen Lamm, gegrilltes oder gebratenes rotes Fleisch, Wild und Schmorgerichte. Auch würzige Speisen können gut harmonieren. Die weißen Varianten passen zu Fisch, Meeresfrüchten und hellem Fleisch; gereifte Weißweine lassen sich außerdem mit Geflügel, Pilzen oder kräftigem Käse kombinieren.