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Burgenland

Kraftvolle Weine aus dem Land der Sonne

Die Wiege des österreichischen Rotweins: Dem Burgenland entstammt nicht nur die Rebsorte Blaufränkisch, der genetische Vorfahre des Zweigelt – meistangebauter Wein der Alpennation. Nein, auch die älteste Weinbaugemeinde Austrias befindet sich hier, nachgewiesen anhand von 2700 Jahre alten Traubenkernen. Heute lebt man im Burgenland besser denn je mit seinen Schätzen; genießt die Wein-Vielfalt von den Steppen rund um den Neusiedler See bis hin zur Weinidylle im Südburgenland; feiert mit Weinköniginnen und erweckt sogar alte, lang als verpönt geltende Rebsorten wie den Uhudler wieder zum Leben. Und dank der Kreativität und dem Engagement seiner Winzer bringt das Burgenland weiterhin viel Neues hervor.

 

Burgenland

Das Burgenland: Heimat von Blaufränkisch, Zweigelt & Co.

Auch wenn die Burgenländer Winzer hervorragende Weißweine vinifizieren, gilt das östlichste Bundesland Österreichs als Rotweinhochburg. Allen voran ist der Blaufränkisch zu nennen. Diese autochthone, also aus Österreich stammende Traube ist Hauptrebsorte im Burgenland – und sogar Leitsorte im Mittelburgenland.

Erstmals im 18. Jahrhundert erwähnt, erreichte sie unter der Bezeichnung Lemberger Deutschland und als Kékfrankos Ungarn. Die spätreifenden, blauschwarzen Beeren entwickeln im Wein ihr typisches Bukett von Waldbeeren und Kirschen. In der Jugend oft ungestüm, erreicht er dank kräftiger Säure und Tannine mit der Zeit seine wunderbare Samtigkeit. Daher gilt der Blaufränkisch auch als „Pinot Noir des Ostens“.

Ohne diese alte Trauben-Koryphäe würde es die erfolgreichste Rotweinsorte Österreichs tatsächlich nicht geben: den Zweigelt. 1922 kreuzte Botaniker Friedrich Zweigelt (1888-1964) in der Weinbauschule Klosterneuburg (Niederösterreich) Blaufränkisch mit Sankt Laurent, einer empfindsamen Traube aus dem Burgunder-Sämling. Doch erst der großflächige Anbau in der Hochkultur-Erziehung, die Winzer-Pionier Lorenz Moser III. (1905-1978) durchsetzte, brachte den Durchbruch.

Aus der Zweigelt-Rebe entstehen violett bis rötlich funkelnde, fruchtige Rotweine mit weichen Tanninen und hohem Lagerpotenzial, eine ideale Grundlage für feine Cuvées. Für die herkunftskontrollierte Qualitätsstufe Neusiedlersee DAC gilt der Zweigelt als bestimmende Rebsorte. Und natürlich gedeihen auch andere Rotweine wie Blauburgunder (Pinot Noir), Cabernet Sauvignon, Syrah und Merlot unter den besonderen Bedingungen des Burgenlandes hervorragend. 

 

Eine Weinreise durch das Burgenland

Im Norden des Burgenlandes erstreckt sich die UNESCO-Welterbe-Region rund um den 36 km langen Neusiedler See. Nur rund 1,5 Metern tief und mit einem breiten Schilfgürtel bewachsen, prägt der Steppensee die weitläufige Landschaft und das Klima. Es geht durch leicht hügelige Weingärten, wo neben Blaufränkisch und Sankt Laurent zumeist Zweigelt wächst, ins beschauliche Gols, einem der bedeutendsten Weinorte Österreichs.

Und durch flache Heidelandschaften weiter nach Illmitz im Seewinkel. Durch das Mikroklima und salzhaltige Kleinstgewässer, Salzlacken genannt, gedeiht dort der Edelschimmelpilz Botrytis hervorragend und sorgt für Süßweine von Weltruf. Dementsprechend erreichen die Weißweinreben von Chardonnay, Scheurebe und Traminer und insbesondere Welschriesling hohe Qualität.

Westlich des Sees bringt das Leithagebirge komplexe Weißweine mit akzentuierter Mineralik hervor: Auf Kalk und Schiefer dominieren Weißburgunder und Chardonnay, hinzu kommen Grüner Veltliner und roter Blaufränkisch. Eine Spezialität ist die Trockenbeerenauslese „Ruster Ausbruch“. Nicht weit entfernt liegt die Landeshauptstadt Eisenstadt, Sitz der Wein-Dynastie Esterházy und Tor zum Blaufränkischland:

Nördlich des Rosaliengebirges sowie auf den schweren Lehmböden rund um Horitschon, Neckenmarkt und Lutzmannsburg im Mittelburgenland gelangt der Rotwein zu enormer Fruchttiefe und Länge. Das Klima im waldreichen Südburgenland unterscheidet sich erheblich: Der Blaufränkische aus dem DAC-Bereich Eisenberg rund um die Weinbau-Gemeinde Rechnitz weist einen ganz eigenen Charakte auf.