Upgraden Sie Ihren Browser für die beste Website-Erfahrung

Es sieht so aus, als ob Sie einen Webbrowser verwenden, der nicht unterstützt wird. Der Internet Explorer wird von Microsoft nicht mehr auf den aktuellen Stand gehalten. Weiterlesen. Vergewissern Sie sich, dass Sie einen dieser unterstützten Browser verwenden, um das volle Erlebnis zu erhalten.

Filter
Merlot
Château Hosanna Château La Grave Château L'Eglise-Clinet Château L'Evangile Château Plince
2019 2018 2017 2016 2015
4 Sterne und besser
Nein Ja
fein & aromatisch kräftig & würzig samtig & üppig
Naturkorken unbekannt
Antonio Galloni Decanter James Suckling Jancis Robinson Jean-Marc Quarin

Pomerol AOP

Die Appellation von Château Pétrus & Co

Am rechten Ufer der Dordogne, nur wenige Kilometer, bevor sich diese mit der Garonne zur Gironde vereint, die den größten europäischen Mündungstrichter bildet, liegt die vielleicht mythischste aller Bordeaux-Spitzenappellationen: das Pomerol. Auf nur rund 800 Hektar bestockter Rebfläche wachsen hier vom Merlot geprägte Weine, die heute zu den rarsten und gefragtesten Rotweinen der Welt gehören. Denn obwohl im Pomerol – wenn auch nicht ununterbrochen – seit der Römerzeit Weinbau betrieben wurde, haben die weltweiten Weinfreunde seine Ausnahmequalität erst Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt. Eine der Folgen: Im Gegensatz zu den berühmten Gebieten auf der linken Seite der Gironde verfügt das Pomerol bis heute über keine anerkannte Klassifizierung.

Pomerol AOP

Die Appellation von Château Pétrus & Co

Am rechten Ufer der Dordogne, nur wenige Kilometer, bevor sich diese mit der Garonne zur Gironde vereint, die den größten europäischen Mündungstrichter bildet, liegt die vielleicht mythischste aller Bordeaux-Spitzenappellationen: das Pomerol. Auf nur rund 800 Hektar bestockter Rebfläche wachsen hier vom Merlot geprägte Weine, die heute zu den rarsten und gefragtesten Rotweinen der Welt gehören. Denn obwohl im Pomerol – wenn auch nicht ununterbrochen – seit der Römerzeit Weinbau betrieben wurde, haben die weltweiten Weinfreunde seine Ausnahmequalität erst Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt. Eine der Folgen: Im Gegensatz zu den berühmten Gebieten auf der linken Seite der Gironde verfügt das Pomerol bis heute über keine anerkannte Klassifizierung. 

Das Libournais – die Heimat des Merlot

30 Kilometer nordöstlich von Bordeaux liegt die Kleinstadt Libourne, die der Region ihren Namen gegeben hat. Insgesamt 22 verschiedene AOCs liegen um sie herum – neben dem Pomerol ist die bekannteste wohl Saint-Émilion. Zusammen bilden sie den Kern der rive droite, des rechten Ufers. Mit 60 % ist der Merlot die Hauptrebsorte – im Pomerol sind sogar rund 80 % der Fläche mit ihm bestockt. Merlot profitiert ganz besonders vom speziellen Terroir des Pomerol. Die Sand-Kiesböden sind hier im Gegensatz zu denen des Médoc mit Zwischenschichten von Lehm durchzogen und dementsprechend schwerer. An einigen Stellen liegt darunter die crasse de fer, eine stark eisenhaltige Bodenschicht, die den auf ihr wachsenden Weinen eine unverkennbare mineralische Note verleiht.

Der Bordeaux-Blend in Pomerol

Die typische Rebsorten-Zusammensetzung der klassischen Bordeaux-Cuvée unterscheidet sich im Pomerol ganz grundsätzlich von der des linken Ufers der Gironde. Der Cabernet Sauvignon, dort die Hauptrebsorte des meist aus drei oder mehr Rebsorten bestehenden Mix, spielt im Pomerol kaum eine Rolle – eine Folge der hier schwereren Böden. Ebenso wenig finden sich Petit Verdot oder Malbec in nennenswertem Umfang. Einzig der Cabernet Franc taucht neben dem Merlot regelmäßig als Cuvée-Partner auf. Auch das durch die etwas größere Distanz zu Atlantik und Gironde – Pomerol liegt, wie schon gesagt, an der Dordogne – begründete etwas kontinentalere, weniger vom Atlantik geprägte Klima trägt sicherlich zu diesem Umstand bei.

Es finden sich aber auch einige Weine, die zu 100 % aus Merlot gekeltert werden. Das wohl berühmteste Beispiel dafür ist der Wein, der wie kein anderer das große Ansehen der Region begründet hat: die Weinlegende Château Pétrus. 5 % der 11,5 Hektar Rebfläche des Château sind zwar noch mit Cabernet Franc bestockt, aber seit 2010 wird der Pétrus ausschließlich aus Merlot gekeltert.

Die Dominanz des eher weich-samtigen Merlot ist auch für die – im Vergleich zu den von Cabernet Sauvignon dominierten Cuvées vom linken Ufer – deutlich frühere Zugänglichkeit der Weine aus dem Pomerol verantwortlich. Merlot ist zudem eine früh reifende Rebsorte – die dementsprechend in eher kühlen Jahren ihre besten Ergebnisse liefert, während in besonders heißen Jahren wie 2003 oder 2009 gerne eine gewisse Überreife Probleme bereiten kann.

Die Heimat von Château Pétrus

Wer die Region besucht und sich die Mühe macht, das legendärste aller Pomerol-Güter aufzusuchen, wird von dessen Anblick vermutlich eher enttäuscht sein. Mit den repräsentativen Châteaus des Médoc hat Château Pétrus nämlich kaum etwas gemein. Es wirkt – wie die meisten Güter im Pomerol – von außen eher unspektakulär, mehr wie ein Landhaus als ein prachtvolles Schloss. Genau wie die nicht vorhandene Klassifikation ist das eine direkte Folge des verhältnismäßig späten Auftauchens auf der sehr überschaubaren Liste der Luxusweine, für die Weinfreunde weltweit nahezu jeden Preis zu zahlen bereit sind. Nach einer Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1878 erzielte Pétrus zwar immerhin schon Preise wie zweitklassifizierte Gewächse aus dem Médoc, blieb aber bis Mitte des letzten Jahrhunderts eben doch weit entfernt von den vierstelligen Beträgen heutiger Zeiten.

Grundlage und Startpunkt für den Aufstieg von Pétrus zu der Weinikone, die die das Gut heute ist, war der Jahrhundertjahrgang 1945. Doch die herausragende Qualität dieses absoluten Ausnahmejahres war nicht der alleinige Grund für die dann folgende Karriere. Sie ist ebenso verbunden mit dem Namen eines Mannes: Der aus Libourne stammende Négociant Jean-Pierre Moueix erwarb in Jahr 1945 nämlich die exklusiven Vertriebsrechte für Château Pétrus. Er hatte früher als andere das Potential erkannt, das nicht nur bei Pétrus, sondern in der gesamten Region verborgen lag. An der heutigen Reputation der Appellation Pomerol haben seine Bemühungen und die seiner Familie entscheidenden Anteil.

Die großen Weingüter der Region

So groß der Einfluss von Pétrus auf die Wahrnehmung des gesamten Pomerol gewesen sein mag – man kann die Wirkung in der Tat auch heute noch nicht hoch genug einschätzen –, so ist Pomerol jedoch weit mehr als nur diese eine Weingut. In der kleinsten aller Spitzen-Appellationen werden einige Spitzen-Weine produziert, von denen die allerbesten auch den Vergleich mit Pétrus nicht zu scheuen brauchen. Allen voran ist da der Garagiste bzw. das Micro-Château Le Pin. Gerade einmal 6.000 bis 8.000 Flaschen werden hier auf 2,3 Hektar Rebfläche jedes Jahr produziert (deswegen auch die Bezeichnung „Garagen-Weingut“) –, das aber mit einem Qualitätsanspruch, der in Sachen Radikalität dem von Pétrus in nichts nachsteht. Die vorhersehbare und durchaus gewünschte Folge: auch ein Preisniveau, das dem von Pétrus in nichts nachsteht.

Doch auch unterhalb vierstelliger Beträge pro Flasche finden sich herausragende Pomerol-Weine. Als „kleiner Pétrus“ gilt beispielsweise Château Lafleur (nicht zu verwechseln mit Lafleur-Pétrus, das aber ebenfalls nichts mit Pétrus zu tun hat), das sich insbesondere durch einen für Pomerol-Weine recht hohen Anteil an Cabernet Franc auszeichnet. Besondere Beachtung verdienen auch das Vieux Château Certan und die Châteaus Trotanoy, L’Évangile und La Conseillante. Auch deren Weine erzielen immerhin Preise im unteren dreistelligen Bereich wie auch die von Château La Connivence, dem Weingut des ehemaligen französischen Fußballprofis Johan Micoud. 

Sind die hohen Preise für Weine aus dem Pomerol gerechtfertigt?

Die kürzest denkbare Antwort auf diese angesichts der wirklich horrenden Preise, die für die Spitzengewächse aus dem Pomerol verlangt werden, verständliche Frage lautet: ganz offensichtlich – wenigstens für diejenigen, die bereit und in der Lage sind, sie zu bezahlen.

Doch die teils fast obszönen Summen, die vor allem die Spitzen des Gebiets erzielen, verdienen eine etwas differenziertere Betrachtung. Der Durchschnittspreis einer Flasche Château Pétrus wird von der amerikanischen Internet-Weinplattform Wine-Searcher mit rund 2.500 Dollar angegeben, netto, wohlgemerkt. Eventuelle Verkaufssteuern kommen oben drauf. Jüngere Spitzenjahre wie 1982 oder 1990 durchbrechen problemlos die 4.000-Dollar-Marke. Das schon erwähnte Ausnahmejahr 1945 erzielt gar fünfstellige Summen – ein Niveau mithin, bei dem  arabische Ölmagnaten oder russische Oligarchen sicherlich problemlos zuschlagen können.

Aber Pétrus ist eben ein sogenannter Icon-Wine, ein Wein also, dessen Genuss neben seinen ganz zweifellos objektiv vorhandenen geschmacklichen Qualitäten schon allein durch seine limitierte Verfügbarkeit mit Status und Renommee verbunden ist, für das manche Menschen viel Geld zu zahlen bereit sind. Man mag das als nur am Weingenuss interessierter Mensch verurteilen, ändern wird man es nicht.

Und man muss zudem anerkennen, dass die Maßnahmen zur Qualitätssicherung bei einem Gut wie Pétrus tatsächlich extrem kostenintensiv sind. Radikale Ertragsbeschränkung und Selektion, mehrfache Handauslese, der Ausbau der Weine in zu 100 % neuen Barriques – alle diese Maßnahmen haben ihren Preis. Ein weiteres Beispiel: Um eine möglichst optimale Reife zu erzielen, bleiben die Trauben so lange am Stock, wie es eben geht. Sollte es dann regnen, was durchaus nicht unwahrscheinlich ist, fliegt ein Hubschrauber niedrig über die Rebzeilen, um die Trauben so schnell wie möglich abzutrocknen und so den Graufäulebefall zu vermeiden.

Auch die hinter Pétrus und Le Pin stehenden Güter arbeiten sehr qualitätsorientiert, sind meist klein und haben dementsprechend eine sehr limitierte Produktion. Weine aus dem Pomerol sind ein rares und sehr gefragtes Gut – ein dem entsprechendes Preisniveau ist leider die unvermeidbare Folge.