Was ist das Besondere am London Dry Gin?
London ist zwar die Geburtsstätte des London Dry Gin und bis heute eine Hochburg in der Herstellung, aber die Herkunftsbezeichnung ist nicht geschützt. Entsprechend kann das Getränk auch in anderen Ländern hergestellt werden. Vermutlich stammt der Name aus dem 18. Jahrhundert, denn damals gab es im industriellen England eine regelrechte Gin-Hysterie. Das Getränk war damals in so gut wie jedem Haushalt zu finden und wurde von vielen in Eigenregie selbst gebrannt.
Ein London Dry Gin unterliegt vielen Regeln. Dazu gehört, dass der Wacholderschnaps aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs wie Getreide bestehen muss. Die Botanicals, also die pflanzlichen Zusätze wie Wachholder, die den Geschmack letztendlich ausmachen, müssen beim London Dry Gin direkt während der Destillation hinzugefügt werden. Diese Produktionsart ist im Vergleich zu anderen Gins aufwendiger.
Besonders wichtig ist für den London Dry, dass er mindestens drei Mal destilliert werden muss. Die Regeln sind hier noch stärker als beim klassischen Dry Gin, der nur zweifach destilliert werden muss. Dies macht laut den Liebhaberinnen und Liebhabern dieser Gin-Sorte einen großen Unterschied zu anderen Sorten und sorgt gleichzeitig für die Eleganz des London Dry. Ansonsten darf das Getränk nur Wasser und einen verschwindend geringen Anteil Zucker, gerade einmal 0,1 Gramm pro Liter, betragen. Der Alkoholgehalt muss bei mindestens 37,5 Volumenprozent liegen, wobei viele Gins 40 Prozent oder sogar 47 Prozent Alkohol enthalten.
Wodurch zeichnet sich ein guter London Dry Gin aus?
Ein guter London Gin zeichnet sich durch sein charakteristisches Aroma aus. Neben den oft deutlichen Wacholdernoten enthält er weitere, feinwürzige oder zitrusfrische Aromen, die aus den Botanicals stammen. Hier sind sowohl blumig-leichte, herbe als auch leicht fruchtige Geschmacksrichtungen denkbar. Noch individueller im Geschmack ist hingegen der New Western Dry Gin, der quasi einen Gegenpart zum London Dry Gin darstellt, in dem die Wacholderbeere nicht unbedingt das Botanical Nummer Eins darstellt.
Anbieter wie Tanqueray Gin, Gordon’s Gin, Bombay Sapphire, Beefeater und Mayfair bieten eine große Vielfalt hervorragender London Dry Gins an. Auf der Produktbezeichnung lässt sich direkt erkennen, ob es sich um einen klassischen Dry Gin oder einen London Dry Gin handelt. Letzterer lässt sich entweder pur oder mit Tonic Water genießen – so entsteht der beliebte Gin Tonic. Wir sagen: Cheers!