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rot weiß
fruchtig & aromatisch samtig & üppig
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Constantia

Constantia – das älteste Weinbaugebiet am Kap

Wenn von Südafrika oder anderen überseeischen Anbaugebieten die Rede ist, dann spricht man in Europa gerne von der Neuen Welt. Was dabei häufig übersehen wird, ist, dass es in Südafrika Weingüter gibt, die in den 1680ern gegründet wurden und also fast 340 Jahre alt sind. Es gibt weltweit gar nicht so viele Weingüter, die eine ähnliche Tradition aufweisen können wie die Weingüter Steenberg, Groot Constantia, Klein Constantia oder Buitenverwachting. Doch die Region Constantia ist zunächst nicht etwa wegen ihrer Weingüter berühmt, sondern wegen einer besonderen Art des Süßweins, eines Muscats, der schon ab dem frühen 17. Jahrhundert an die Königshöfe Europas geliefert wurde. Heute findet man in Constantia, das mit 400 Hektar zu den ganz kleinen Anbaugebieten gehört, eine Handvoll historischer, aber auch moderner Weingüter, die an den Ruhm anschließen – wenn auch mit anderen Weinen. Die roten Cuvées im Bordelaiser Stil sind genauso begehrt wie ausdrucksstarke Sauvignon blancs und Schaumweine.

Constantia

Weinbau in Wellenbewegungen

Der Weinbau in Südafrika hat in den fast 340 Jahren seiner Geschichte viele Höhen und Tiefen erlebt. Im Anbaugebiet Constantia waren die Ausschläge besonders groß. Constantia, zwischen Hout Bay und False Bay am Fuße des Constantiabergs gelegen, war das erste Gebiet, in dem in Südafrika Weingärten angepflanzt wurden. 1682 begann es mit dem Weingut Steenberg, das bis heute existiert, 1685 war es der zweite Gouverneur von Südafrika, Simon van der Stel, der das Weingut Constantia, auf deutsch Beharrlichkeit, gründete. Van der Stels Gut umfasste mehrere hundert Hektar mit Wein- und Obstbau, und er experimentierte mit vielen unterschiedlichen Rebsorten. Innerhalb weniger Jahre zeigte sich, dass er mit einem süßen Muscat, teilweise mit Branntwein verstärkt und im Stile südfranzösischer Muscats ausgebaut, sehr erfolgreich werden konnte. Der Constantia wurde zum Exportschlager und war an allen Königshöfen Europas heiß begehrt. Nach dem Tode van der Stels im Jahr 1712 wurde das Weingut Constantia in die Güter Groot Constantia, Klein Constantia und Bergvliet aufgeteilt, wobei aus Bergvliet später noch die Weingüter Constantia Uitsig und Buitenverwachting hervorgingen. Doch erst der Landbesitzer Hendrik Cloete konnte den Ruhm des Süßweins Ende des 18. Jahrhunderts wieder herstellen. Ein Wein aus dieser Zeit wurde 1970 geöffnet, und er war noch mit großem Genuss zu trinken. Unter Cloete und seinem Sohn wurden die Weine aus Constantia in Europa teurer gehandelt als Château dYquem, Madeira und Tokajer. So gehörte der Constantia etwa zu den Lieblingsweinen Napoleon Bonapartes, und der französische Bürgerkönig Louis-Philippe kaufte sogar den gesamten Jahrgang 1833 auf. Doch der Niedergang kam schnell. Während man lange Zeit davon profitiert hatte, dass französischer Wein in England auf Grund von hohen Zöllen sehr teuer war, wurden die Zollbarrieren nach und nach aufgehoben. Ab 1860 kam neben dem echten und dem falschen Mehltau die Reblaus nach Südafrika. Diese Plagen wüteten in Constantia besonders heftig, und die Weingüter stellten ihre Produktion ein. Zum Glück für den dortigen Weinbau wurde Groot Constantia aber r wenig Geld vom Staat gekauft und die Weinberge später mit reblausresistenten Reben bepflanzt. Hätte der Staat das große Gut nicht gehalten, würde es heute in Constantia wahrscheinlich keinen Weinbau mehr geben; denn das sich stetig erweiternde Kapstadt hätte das Gebiet wohl vollständig eingemeindet. Der Umschwung kam ganz langsam in den 1970er-Jahren und schließlich mit dem Erwerb des Weinguts Buitenverwachting durch die deutsche Familie Müller Anfang der 1980er-Jahre. Seit dem Ende der Apartheid hat der südafrikanische Weinbau insgesamt einen großen Aufschwung erlebt, besonders aber das Anbaugebiet Constantia auch wenn es mit 400 Hektar eines der kleinsten am Kap ist.

 

Jenseits aller Erwartungen Buitenverwachtings Revival

»Der Keller [bei Buitenverwachting] ist ungenutzt und seit 1951 wird dort kein Wein mehr erzeugt; die Felder werden bewirtschaftet (hauptsächlich Obst) und die Weinberge umfassen Tafeltrauben. [] Das Rieddach trägt genug Vegetation für einen ganzen Garten.« So beschrieb Jose Burman 1979 den traurigen Zustand des vordem so angesehenen Weinguts. Das einstmals stolze Gut lag verwahrlost inmitten zerstörter Weinberge und drohte von der Urbanisierung geschluckt zu werden. Dem aber setzten die Eheleute Christine und Richard Müller einen Riegel vor. Sie erwarben das Weingut 1981 per Handschlag in einer Bar und wussten kaum, worauf sie sich eingelassen hatten. Die Renovierung des Gutes glich einem Fass ohne Boden. Christine zog es dann auch schnell wieder zurück nach Schleswig-Holstein, und ihr Mann folgte wenig später. Doch ein anderer hatte Blut geleckt. Der damals gerade einmal 20-jährige Sohn Christine Müllers, Lars Maack, übernahm die Führung und die weitere Renovierung des Gutes. An seiner Seite stand ab 1992 der Weinmacher Hermann Kirschbaum, der das Weingut weit nach oben brachte und sich erst ab 2004 langsam zugunsten von Brad Paton aus dem Keller zurückzog. Die Familien Müller und Maack brachten viel Energie und viel Kapital mit, um das marode Gut von Grund auf so zu renovieren, dass es heute zu den schönsten in ganz Südafrika zählt. Ein neuer Keller wurde angelegt und vor einigen Jahren noch einmal erweitert und modernisiert. Die Weinberge wurden neu bepflanzt und umfassen mittlerweile 110 Hektar rund doppelt so viel wie zu Beginn des Engagements. Zum Selbstverständnis Lars Maacks gehörte es, früh auf biologisch-organischen Weinbau zu setzen, und so wurde Buitenverwachting das erste biozertifizierte Weingut Südafrikas, das sich heute neben dem Weinbau auch eine Rinderherde hält, um eigenen Dung für die Weinberge produzieren zu können. Fast nebenbei haben die Maacks einen weiteren lukrativen Zweig aufgebaut, den mittlerweile so gut wie alle historischen Weingüter in der Region pflegen: Im weiß getünchten Haupthaus kann man hervorragend essen, ja, es gehört zu den besten Restaurants des Landes. Täglich besuchen rund 400 Personen das Weingut kein Wunder bei der Schönheit des Ortes und der Güte der Weine.

 

Rebsorten und Klima

Schaut man in das Wein-Angebot von Buitenverwachting, so erhält man einen Einblick in den typischen Rebsortenspiegel der Region. Das kühle Klima zwischen Cape Point und False Bay sowie die relativ hohen Niederschläge führen dazu, dass Constantia eine der wenigen Regionen am Kap ist, die nicht bewässert werden müssen. Die Weingüter sind in der Neuzeit vor allem mit Schaumweinen nach der sogenannten Méthode Cap Classique und mit Weißweinen, allen voran mit Sauvignon blanc bekannt geworden. Ebenso hochwertig aber sind die Chardonnays und Rieslinge der Region. Zudem pflegen die führenden Weingüter wie Buitenverwachting oder Klein Constantia die Tradition des Dessertweins schon der historischen Zeiten wegen. Der Muscat de Frontignan wird sehr spät, teils mit Botrytis gelesen und erreicht Zuckerwerte von rund 170 mg bei Säurewerten von rund 8 Gramm. In den letzten Jahren haben jedoch zunehmend die Rotweine an Zuspruch gewonnen. Bordeaux-Cuvées wie Buitenverwachtings Christine waren zwar schon immer Verkaufsschlager, doch gerade Syrah aus Weingütern wie Constantia Glen oder Eagles Nest, die ihre Weingärten hoch in den Hügeln angelegt haben, erzielen sehr gute Ergebnisse, und auf Klein Constantia reift mittlerweile sogar Pinot noir. Die Weinlagen von Klein Constantia erstrecken sich von 70 bis auf 343 Meter über Meereshöhe. Der Boden ist geprägt von 600 Millionen Jahre altem Granit, der im Laufe der Zeit stark verwittert ist, hohe Anteile an Ton in sich trägt und hervorragende Wasserspeichereigenschaften hat. Je nach Färbung und Dichte nennt man die Böden Oakleaf (40 Zentimeter Humusschicht mit gelbem und rotem Unterboden), Glenrosa (trocknet schneller aus, ist karger und verfügt über einen Saprolith-Unterboden mit Silikatgestein) oder Tukulu (etwas dunkler als Oakleaf mit nicht ganz so guter Drainage im Unterboden). Fast die Hälfte der rund 400 Hektar in der Region Constantia sind mit Sauvignon blanc bepflanzt. Dem folgen Cabernet Sauvignon und Merlot sowie Chardonnay, Cabernet franc und Syrah. Chenin blanc kommt erstaunlicherweise in Constantia gar nicht vor, dafür pflegt man in zunehmendem Maße den Muscat und hat kleine Mengen an Riesling, Sémillon, Pinotage und Pinot noir.

 

Nach einer schwierigen, rund 150 Jahre dauernden Periode ist Constantia heute wieder eines der angesehensten Anbaugebiete am Kap. Klein, aber fein, heißt hier die Devise. Die Weingüter pflegen sowohl ihr großes Erbe, sind aber auch deutlich in der Gegenwart angekommen. Die klimatischen Voraussetzungen könnten kaum günstiger sein als heute, um Weine von hervorragender Qualität zu produzieren. Und genau diese Weine entstehen in den traumhaft gelegenen Weinbergen und den bildschönen Gütern Constantias.